Der NFL Draft ist nur noch vier Wochen entfernt, Zeit für den ersten Mock Draft von sport.de. Zum Auftakt geht es um eine erste Einordnung der Situation unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen.
sport.de-Redakteur Marcus Blumberg präsentiert seinen ersten Mock Draft 2026 und betrachtet dabei die erste Runde nach bestem Wissen und Gewissen.
NFL: Mock Draft 2026 1.0
Der erste Mock Draft soll dazu dienen, einen ersten Überblick zu geben, wie es laufen könnte nach derzeitigem Stand. Es ist noch früh, es wird noch Trades geben, auf die ich aber im ersten Anlauf mal verzichtet habe. Mir ging es hauptsächlich darum, den besten Pick für jedes Team unter Berücksichtigung von Positional Value, aber auch Need zu finden. Relativ früh wird der Punkt Positional Value allerdings schon mal kurz ausgehebelt ...
Den NFL Draft 2026 seht Ihr ab dem 24. April um 1 Uhr live bei NITRO und RTL+ for free!
1. Las Vegas Raiders: Fernando Mendoza - QB, Indiana
Fangen wir simpel an. Die Raiders haben sich vor Wochen, vielleicht sogar Monaten auf Mendoza festgelegt und die komplette Organisation steht hinter dem QB. Ende!
2. New York Jets: Arvell Reese - EDGE/LB, Ohio State
An 2 wird es ein wenig schwieriger, denn wir wissen zwar, dass die Jets einen Edge Rusher brauchen und wohl auch ziehen werden, doch kommen hier zwei infrage. Reese scheint der insgesamt bessere Spieler zu sein, war für die Buckeyes allerdings in einer Hybrid-Rolle unterwegs und könnte auch Off-Ball spielen. In dem Sinne erinnert er ein wenig an Micah Parsons. Doch gerade zu Beginn dürfte er als Edge am besten aufgehoben sein und ist damit wohl der Pick.
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3. Arizona Cardinals: Francis Mauigoa - OT, Miami
An dieser Stelle wäre es durchaus reizvoll, den zweiten Top-Edge-Rusher zu ziehen und ihn gegenüber von Josh Sweat auf QB-Jagd zu schicken. Doch vernünftiger wäre es wohl, erstmal die Großbaustelle in der Offensive Line zu bearbeiten. Mauigoa spielte für "The U" hauptsächlich Right Tackle und genau hier drückt der Schuh in der Wüste.
4. Tennessee Titans: Jeremiyah Love - RB, Notre Dame
Wer meine Draft-Coverage der letzten Jahre verfolgt hat, weiß, dass ich kein großer Freund von hohen Picks für Running Backs bin. Aber die Qualität in dieser Klasse ist generell nicht die allerhöchste, die Titans wollen angreifen und suchen nach Waffen in der Offense. Da macht der für viele positionsunabhängig vielleicht sogar beste Spieler im Draft sogar ein klein wenig Sinn ...
5. New York Giants: Sonny Styles - LB, Ohio State
Auch Off-Ball-Linebacker ist so früh im Draft nicht unbedingt meine Präferenz. Aber Styles ist ein physischer Freak, er ist verdammt schnell, ein großartiger Athletik und hat sich im Tackling im vergangenen Jahr auch deutlich verbessert. Er ist genau der Typ Spieler, den John Harbaugh gerne in der Mitte seiner Defense hätte.
6. Cleveland Browns: Carnell Tate - WR, Ohio State
Sie haben andere Lücken, keine Frage, aber egal wer da Quarterback spielt, braucht dieser irgendwen, zu dem er neben Jerry Jeudy werfen kann. Tate ist mutmaßlich der beste Wideout der Klasse und sollte damit das Ziel sein. Dass er für OSU gespielt hat und damit ein Local Hero wäre, macht die Sache noch besser.
7. Washington Commanders: Caleb Downs - S, Ohio State
Die größten Probleme haben die Commanders zwar weiter vorne in der Defense, doch an 7 bietet es sich an, einen echten Playmaker zu holen. Downs ist physisch stark und kann es mit Running Backs aufnehmen. Zudem verfügt er über gute Hände, kann covern und ist auch ein versierter Blitzer. Er kann als Deep Safety, in der Box und im Slot eingesetzt werden und wäre eine Bereicherung für Dan Quinns Defense.
8. New Orleans Saints: David Bailey - EDGE, Texas Tech
Bailey duelliert sich mit Reese um den Titel des besten Edge-Verteidigers dieser Klasse und die Saints benötigen dringend Unterstützung auf dieser Position. Sei es als Nachfolger von Cam Jordan oder als generelles Upgrade.
9. Kansas City Chiefs: Rueben Bain Jr. - EDGE, Miami
Bei all den Löchern, die der Chiefs-Kader hat, ist es ratsam, an diesem Punkt auf "Best Available" zu gehen. Und das ist sicherlich Bain, der wohl der drittbeste Pass-Rusher dieses Drafts ist. Bei ihm kommt natürlich das Problem dazu, dass er recht kurze Arme hat und damit eventuell Probleme bekommt, am Tackle vorbeizukommen. Und als Inside Rusher würde ihm die Masse fehlen. Doch wenn sich jemand dieses Risiko leisten kann, dann ja wohl die Chiefs, die dringend Unterstützung für Chris Jones an der Front brauchen - in welcher Form auch immer.
10. Cincinnati Bengals: Mansoor Delane - CB, LSU
Einer der besten Cover-Corners seiner Klasse für ein Team, dass dringend Verstärkung in der Secondary braucht. Er klebt an seinen Gegenspielern und bringt auch den nötigen Speed mit.
11. Miami Dolphins: Jordyn Tyson - WR, Arizona State
Die Dolphins haben unzählige Baustellen, doch nach dem Trade von Waddle nach Denver wäre es selbst für sie zu offensichtliches Tanking, würden sie nun nicht wenigstens einen halbwegs brauchbaren Nachfolger präsentieren. Tyson ist vor allem explosiv und kann sich gegen enge Coverage durchsetzen. Er hatte schon etliche Verletzungen, doch scheint er die hinter sich gelassen zu haben.
12. Dallas Cowboys: Jermod McCoy - CB, Texas
Pass Rush ist zwar das allergrößte Problem in Jerry World, doch an 12 ist keiner der besseren dieser Klasse mehr zu haben. Und da Jerrah nicht unbedingt für Reaches bekannt ist, nimmt er an diesem Punkt eben den besten verfügbaren Cornerback, der zufällig auch der wohl beste Cover-Corner der Klasse ist. Was gegen ihn spricht, ist, dass er 2025 aufgrund eines Kreuzbandrisses aussetzen musste. Doch bis zur neuen Saison sollte er wieder fit sein.
13. Los Angeles Rams (via ATL): Makai Lemon - WR, USC
Daniel Jeremiah nennt ihn einen "Wide Receiver im Körper eines Running Backs mit dem Temperament eines Linebackers". Das klingt für mich wie ein Spieler, der ziemlich gut zu Puka Nacua passen würde. Und ein dritter guter Receiver ist etwas, was den Rams in ihrem sonst so extrem gut bestückten Kader noch fehlt.
14. Baltimore Ravens: Olaivavega Ioane - OG, Penn State
Vielleicht der O-Liner mit der besten Technik. Er spielte für die Nittany Lions in seiner College-Zeit auf allen Positionen der Line, dürfte aber am besten als Guard aufgehoben sein, was eine der Schwachstellen dieser Line ist.
15. Tampa Bay Buccaneers: Akheem Mesidor - EDGE, Miami
Sie brauchen wirklich dringend Verstärkung an der defensiven Front und Mesidor, der damit in Florida bleibt, ist sicherlich einer der besseren Edge-Verteidiger einer tiefen Klasse.
16. New York Jets (via IND): Omar Cooper - WR, Indiana
Mendozas beste Waffe in Indiana war Cooper, der es auf 13 Touchdowns in der perfekten abgelaufenen Saison brachte. Er ist ein sehr präziser Route Runner und sehr produktiv nach dem Catch. Wer auch immer Quarterback der Jets sein wird, dürfte Freude an ihm haben.
17. Detroit Lions: Monroe Freeling - OT, Georgia
Die Lions brauchen dringend einen Nachfolger für Taylor Decker. Freeling mag noch etwas grün hinter den Ohren sein und hat nur 18 Starts am College vorzuweisen. Doch bringt er sehr gute Maße mit und ist äußerst beweglich. Er kann die langfristige Lösung in Detroits Offensive Line sein.
18. Minnesota Vikings: Dillon Thieneman - S, Oregon
Man braucht einen Nachfolger für Urgestein Harrison Smith und Thieneman ist äußerst vielseitig verwendbar. Er kann in allen für einen Safety heutzutage wichtigen Spots eingesetzt werden und ist ein echter Playmaker.
19. Carolina Panthers: Kenyon Sadiq - TE, Oregon
Zwei Ducks nacheinander! Denn während die Panthers eher anderweitig nachbessern sollten, wird man einen guten Center oder Linebacker auch später noch finden. Entsprechend macht es Sinn, sich einen weiteren Playmaker für Bryce Young zu sichern. Sadiq ist ein physisch starker, explosiver Tight End, der sowohl als Receiver als auch ein Blocker eine Bereicherung sein kann.
20. Dallas Cowboys (via GB): CJ Allen - LB, Georgia
Vielleicht ein kleiner Reach, aber Linebacker ist eben etwas, was die Cowboys angehen müssen. Er ist vor allem stark genug, um den Run zu stoppen, was Jerry Jones hellhörig machen wird. Er bringt gute Übersicht und Spielintelligenz mit, sodass er ein guter Nebenmann für DeMarvion Overshown sein kann.
21. Pittsburgh Steelers: Spencer Fano - OT, Utah
Die Steelers brauchen Hilfe in ihrer Offensive Line und Fano ist einer der besten Spieler seiner Klasse. Die Frage, die Scouts und Funktionäre beschäftigt, ist jedoch, ob er mit seinen recht kurzen Armen nicht besser als Guard aufgehoben wäre. Für die Steelers aber kein Problem, denn sie können sowohl auf Tackle als auch auf Guard Verstärkungen gebrauchen.
22. Los Angeles Chargers: Emmanuel McNeil-Warren - S, Toledo
Ein großgewachsener, beweglicher Defensive Back, der es mit den Tight Ends dieser Welt aufnehmen kann. Er bringt viel Energie mit, ist explosiv und liefert jede Menge Big Hits. Die Chargers können mit ihm für die Zukunft planen.
23. Philadelphia Eagles: Kadyn Proctor - OT, Alabama
Der massige Tackle ist noch etwas grün hinter den Ohren, doch das ist für die Eagles kein Problem, da sie mit Mailata und Johnson noch hervorragend besetzt sind. Doch gerade Johnson nähert sich mit fast 36 Jahren dem Karriereende und Howie Roseman plant gerne voraus.
24. Cleveland Browns (via JAX): Caleb Lomu - OT, Utah
Die Browns haben eine Lücke auf Left Tackle und Lomu spielte genau dort für die Utes. Er braucht noch ein wenig Zeit im Kraftraum, doch sollte er mit seinem Frame eine sehr gute Rolle in der NFL spielen können und der neu gestalteten Offensive Line lange fehlende Stabilität bringen.
25. Chicago Bears: Peter Woods - DT, Clemson
Nicht der "flashy" Move, den man sich hier wohl erwartet, doch die Defensive Line muss junges Blut bekommen und Woods ist einer, der vor allem gegen den Run eine Macht werden kann, was ein Defizit dieser Defensive Front ist.
26. Buffalo Bills: Cashius Howell - EDGE, Texas A&M
Die Bills brauchen Pass Rush! Howell ist nicht der Größte, dafür aber sehr beweglich und schnell. Er kommt am Tackle vorbei und kann auf verschiedene Weisen zum Quarterback vorpreschen. Und auch gegen den Run weiß er sich durchaus zu behaupten.
27. San Francisco 49ers: Keldric Faulk - EDGE, Auburn
Gleiches Thema für die Niners! Auch sie brauchen Hilfe in der Defensive Line. Faulk kann dort überall spielen, auch wenn der Fokus bei ihm auf der Edge-Position lag. Er bringt zwar nicht allzu viel Finesse mit, ist aber ein konstanter Pocket-Mover und sollte auch gegen den Run helfen.
28. Houston Texans: Kayden McDonald - DL, Ohio State
Er ist zwar als Inside-Rusher noch sehr roh, doch als Run-Stopper dürfte er sofort eine Hilfe sein, was ein Defizit bei den Texans ist. Er würde damit gut in die ohnehin starke Defensive Line passen.
29. Kansas City Chiefs (via LAR): Avieon Terrell - CB, Clemson
Am Ende gehe ich davon aus, dass die Chiefs ihren Fokus früh im Draft auf den Neuaufbau ihrer Defense liegen. Und nach dem Abgang von beiden Starting Cornerbacks - McDuffie und Watson - liegt es einfach nahe, hier dann auf Cornerback zu gehen. Terrell ist etwas kleiner als die Norm, aber genauso groß wie McDuffie. Er ist vermutlich am besten für den Slot geeignet, wo McDuffie sicherlich seine beste Rolle hatte.
30. Miami Dolphins (via DEN): T.J. Parker - EDGE, Clemson
Die Dolphins draften hier den besten verfügbaren Skill-Spieler auf ihren zahlreichen Baustellen. Ich komme da derzeit bei Parker raus, der für Power steht und auch nach innen rutschen kann. Er wird eine Verstärkung für eine nahezu brachliegende Position sein, was das Ziel für die Dolphins mit jedem Pick sein muss.
31. New England Patriots: Blake Miller - OT, Clemson
Dieser Pick wird vermutlich der beste Indikator dafür sein, wie sicher man sich in Foxborough ist, A.J. Brown im Juni aus Philadelphia zu holen. Wenn man davon nicht ausgeht, könnte hier ein Wide Receiver kommen. KC Concepcion und Denzel Boston kommen da infrage. Doch ich gehe erstmal von einem Brown-Trade aus, womit dann Offensive Tackle oder Edge in den Vordergrund rücken. Am Ende wird es Miller, der auf Right Tackle äußerst zuverlässig war. Er könnte der langfristige Nachfolger von Morgan Moses werden, der auch schon 35 ist und über ein Karriereende nachdenkt.
Alle 257 Picks im NFL Draft 2025 findet Ihr hier!
32. Seattle Seahawks: Caleb Banks - DL, Florida
Die ganz großen Baustellen der Seahawks sind andere, doch in Runde 1 geht man vor allem auf Value. Und abgesehen davon wird gerade Jarran Reed nicht jünger. Banks bringt mit seinem großen Frame viel Potenzial im Pass Rush durch die Mitte mit, muss aber gegen den Run noch deutlich zulegen. Unter Mike Macdonald würde er jedoch die besten Bedingungen dafür bekommen.







































