Für den 1. FC Köln endete das Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund am Samstagabend mit einer bitteren 1:2-Niederlage. Nach einer strittigen Szene in der Nachspielzeit kochte beim Effzeh die Wut auf die Schiedsrichter hoch.
Getrieben von den eigenen Fans rannte der 1. FC Köln am Samstag mit zehn Mann bis tief in die Nachspielzeit gegen den BVB an. Noch während seine Mannschaft vergeblich auf den späten Ausgleich drängte, tobte Köln-Trainer Lukas Kwasniok an der Seitenlinie. Und auch nach dem Abpfiff wollten sich die Entscheidungsträger der Geißböcke kaum beruhigen.
Auslöser des Ärgers war eine Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert, der ein Handspiel des Dortmunders Yan Couto in der Nachspielzeit nicht mit einem Elfmeter geahndet hatte.
"Das ist eine klare Vereitelung einer Torchance. Dass man das nicht sieht - dafür habe ich überhaupt kein Verständnis", sagte Kölns Geschäftsführer Thomas Kessler bei "Sky" im Anschluss über die Szene.
Effzeh-Torhüter Marvin Schwäbe erging es ähnlich: "Ich kann es nicht nachvollziehen, wo man die Messlatte zieht." Selbst BVB-Geschäftsführer Lars Ricken musste einräumen, dass man in der Situation einen Elfmeter hätte "durchaus pfeifen können".
Kwasniok auch über VAR-Rot sauer
Couto hatte eine Kölner Flanke von der rechten Seite am eigenen Fünfmeterraum mit dem ausgestreckten Arm berührt. Zwar hatte der Brasilianer in der Aktion kein Auge auf den Ball und nur seinen Gegenspieler im Blick. Trotzdem nahm er Köln die Chance auf einen klaren Torabschluss.
Schon kurz vor dem Pausenpfiff hatte der VAR zuungunsten der Heimmannschaft in die Partie eingriffen. Siebert korrigierte dort die Beurteilung eines Zweikampfs zwischen Jamai Simpson-Pusey und Maximilian Beier. Für den Tritt in die Achillessehne schickte er den Kölner mit Rot vorzeitig vom Feld.
Kwasniok bemängelte auf der Pressekonferenz die Regelauslegung und zog Parallelen zur Vorwoche, als Nico Schlotterbeck nach einem heftigen Foul im Topspiel gegen den FC Bayern auf dem Rasen bleiben durfte.
"Wir haben durch den VAR immer mehr Menschen, die etwas zu sagen haben. Aber dadurch immer mehr Unklarheit. Schlotti letzte Woche hatte Glück bei einer ähnlichen Szene und macht danach sogar ein Tor", erinnerte der Coach.
Stadionsprecher sorgt für Ärger beim 1. FC Köln
Angeheizt wurde die Stimmung in Müngersdorfer Stadion auch durch Stadionsprecher Michael Trippel.
Nach Spielende schrie er ins Mikrofon: "In der 95. Minute hat es ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum gegeben und das guckt sich noch nicht einmal einer an!" Damit löste er wütende Reaktionen der Kölner Fans aus.
Kessler kündigte in dieser Sache Aufarbeitung an. "Es ist nicht richtig, dass ein Stadionsprecher im Rahmen eines Bundesliga-Spiels seine Emotionen über das Mikrofon preisgibt", sagte der Sportchef: "Da werden wir sicher im Nachgang drüber sprechen."
Beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Aufsteiger hatten Serhou Guirassy (16. Minute) und Maximilian Beier (60.) die Tore für den Tabellenzweiten aus Dortmund geschossen. Köln kam durch Jakub Kaminski (88.) immerhin zum Anschlusstreffer.
Durch den Sieg wahrten die Dortmunder ihren Vorsprung von sechs Punkten auf den Dritten Hoffenheim. Für die Kölner wird die Lage nach dem fünften sieglosen Spiel am Stück dagegen immer bedrohlicher.































