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Erleichterung an der Weser

Werder beendet Horror-Serie im Keller-Krimi

Foto: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Max Vincen
28. Februar 2026, 17:28

Erlösung im Kellerduell: Dank Jovan Milosevic hat Werder Bremen seine Pleitenserie gestoppt und erstmals seit 13 Partien wieder ein Bundesliga-Spiel gewonnen.

Die Flutlicht-Masten im Weserstadion flackerten nach dem Schlusspfiff in Grün-Weiß, die Mannschaft versammelte sich im Kreis und Trainer Daniel Thioune atmete erleichtert durch.

Werder Bremen hat im Abstiegskampf nach einer langen Durststrecke wieder ein Lebenszeichen gesendet. Dank Jovan Milosevic setzte sich der Traditionsklub im Kellerduell gegen den 1. FC Heidenheim mit 2:0 (0:0) durch. Die leidgeplagten Fans sangen: "Nur der SVW".

Milosevic ließ die Anhänger mit seinem Treffer in der 57. Minute jubeln, zudem unterlief Hennes Behrens (90.+7) kurz vor Spielende ein Eigentor. Für Thioune, Nachfolger von Horst Steffen, war es nach drei Pleiten in seinen ersten drei Spielen der erste Sieg. Werder sprang mit nun 22 Punkten zunächst auf Rang 16.

Die Heidenheimer von Trainer Frank Schmidt sind angesichts von acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz dagegen wohl nicht mehr zu retten, statistisch gesehen sind sie bereits abgestiegen. Denn: Mit einer Ausbeute von nur 14 Punkten nach 24 Spielen hat seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch kein Team am Saisonende den Klassenerhalt geschafft.

"Unsere Position ist echt mies nach der Niederlage"

"Unsere Position ist echt mies nach der Niederlage. Es wäre schon mehr als Wunder, wenn wir da unten noch rauskommen", sagte Schmidt am "Sky"-Mikrofon resigniert. "Ich bin keiner, der hofft. Ich bin einer, der normalerweise dran glaubt, aber das fällt mir gerade genauso schwer wie unseren Fans."

Seinem Team habe "sehr viel" gefehlt. "Wir waren nicht in der Lage dagegen zu halten, wir waren im Kopf sehr langsam."

Unter der Woche hatten sich Bremer Führungsspieler mit Fan-Vertretern zu einem "Schulterschluss" getroffen, vor der Partie heizte ein Capo dem Team mit einer leidenschaftlichen Rede über die Stadionmikrofone noch einmal ordentlich ein - und so machte Werder auch von Beginn an Druck. Doch der Ball wollte trotz guter Möglichkeiten zunächst einfach nicht rein.

Der vermeintliche Führungstreffer durch Olivier Deman (26.) wurde wegen einer Abseitsposition nach einem Videobeweis wieder einkassiert, Milosevic (36.) vergab aus kurzer Distanz kläglich und Romano Schmid (45.+2) traf nur den Pfosten.

Werder und Heidenheim mit wenig Selbstvertrauen

Insgesamt war beiden Teams vor 40.000 Zuschauern nach den dürftigen Ergebnissen der vergangenen Wochen der Mangel an Selbstvertrauen deutlich anzumerken. Die Angst, einen womöglich folgenschweren Fehler zu machen, war förmlich spürbar.

Doch dann passte plötzlich alles zusammen: Schmid flankte gefühlvoll in den Strafraum, Milosevic nickte per Kopf aus rund fünf Metern eiskalt ein. Und das Weserstadion explodierte.

Danach drängte Heidenheim immer stärker nach vorne, um die drohende Niederlage irgendwie noch zu verhindern. Werder versuchte alles, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen - so sahen die Zuschauer keine hochklassige, aber immerhin spannende Partie. Justin Njinmah (86.) und Keke Topp (90.+2) verpassten jeweils die Vorentscheidung. Auf der Gegenseite vergab Mathias Honsak (90.+6) den Ausgleich, ehe Behrens' Eigentor alles klarmachte.

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