Seit Monaten ranken sich Gerüchte um einen möglichen Trade von Wide Receiver A.J. Brown weg von den Philadelphia Eagles in der NFL. Doch so einfach wie sich manche das vorstellen ist so ein Tauschgeschäft für Philly gar nicht.
Auf einen Blick
- Das Gerücht, dass die Eagles A.J. Brown traden könnten, hält sich hartnäckig.
- Ein Mangel an Interessenten gibt es nicht für den Wide Receiver.
- Die Eagles haben aufgrund ihrer Vertragsstruktur ein Problem, für genügend Cap Space zu sorgen.
Spieler XY zu traden, ist immer leicht daher gesagt. Doch selbst, wenn es zu atmosphärischen Störungen zwischen einem Spieler wie Brown, dem Coaching Staff oder sonst wem in einer Organisation kommt, heißt das noch lange nicht, dass so ein Geschäft nur eine Frage des Preises wäre.
Abgesehen davon, dass General Manager Howie Roseman sowieso nicht allzu scharf darauf scheint, seinen Top-Receiver abzugeben, haben die Eagles selbst auch kaum Spielraum, um einen solchen Trade rein praktisch durchzuziehen.
Roseman wiederholte seine Haltung der vergangenen Monate auch unter der Woche nochmal beim NFL Combine in Indianapolis: "Letztendlich versuchen wir, besser zu werden - und das ist schwer möglich, wenn man ständig nur großartige Spieler abgibt." Und Brown ist ein solcher großartiger Spieler.
Brown hat genügend Interessenten
Glauben wir aber dennoch das Gerücht, dass Brown weg wollen würde, dann gäbe es zwar genügend Interessenten - man denke an die New England Patriots, Buffalo Bills oder Pittsburgh Steelers, die allesamt händeringend nach Playmakern suchen -, die durchaus in der Lage wären, vor allem den Vertrag von Brown nach einem Trade aufzunehmen - wobei die Bills in Sachen Cap Space noch nachbessern müssen. Doch das ist in diesem Fall gar nicht der springende Punkt.
Das viel größere Hindernis für einen Trade von Brown irgendwohin ist vielmehr die Tatsache, dass hier die Vertragsstruktur der Eagles aus den vergangenen paar Jahren im Weg steht. Die Eagles haben vor ein paar Jahren angefangen, Verträge anders zu gestalten als die meisten anderen Teams. Im Kern kehrten sie ab von den üblichen hohen Signing-Bonus-Zahlungen zu Beginn und dann immer steigenden Grundgehältern und gingen über im Grunde stetig niedrigen Grundgehältern und teils garantierten Option-Boni samt etlichen Void-Jahren am Ende des Deals.
Was das macht, ist, dass dadurch die hohen Gehälter ab dem zweiten oder dritten Jahr für die Topspieler eben nicht zu übertrieben hohen Cap Numbers führen, weil die hohen Beträge der Option-Boni immer wieder als Signing Bonus behandelt werden und damit auf maximal fünf Jahre gestreckt werden. Ein sehr guter Weg, um in der Gegenwart mehr Cap Space zu haben und sich zukünftige Manöver zu ersparen. Doch wie sich jetzt herausstellt, schränkt das eben auch die Flexibilität in den Folgejahren ein.
A.J. Browns Vertrag sieht mittlerweile so aus, dass er in diesem Jahr noch 29 Millionen Dollar garantiert bekommt, wovon 27,45 Millionen Dollar eben per Option Bonus kommen. Sein Cap Hit beläuft sich derweil auf 23,39 Millionen Dollar, was managebar ist. Das Problem für die Eagles jedoch besteht darin, dass dieser Vertrag in seiner mehrfach angepassten Form eben schon eine Zeitlang läuft. Und eine Trennung in diesem Jahr würde Dead Money in Höhe von 72,5 Millionen Dollar hinterlassen. Jedenfalls bei einer Entlassung. Bei einem Trade wären es aber immer noch stolze 45,35 Millionen Dollar und jene würden zu einem Cap-Defizit von 21,96 Millionen Dollar führen.
Den Eagles fehlt der Cap Space für einen Brown-Trade
Die Eagles haben jedoch nur Cap Space in Höhe von rund 13,6 Millionen, sogar nur knapp 8,5 Millionen, wenn mindestens 51 Spieler unter Vertrag stehen werden. An diesem Punkt kommt die fehlende Flexibilität in den Eagles-Verträgen zum Tragen.
"Over The Cap" hat sich die Mühe gemacht, zu errechnen, wie viel Cap Space Teams mit "simplen Restructures" in dieser Offseason gewinnen können. Bei den Eagles sind das gerade mal 6,7 Millionen Dollar, was den effektiven Cap Space (ab 51 Spieler) auf gerade mal 15,27 Millionen Dollar anheben würde. Zu wenig, um einen Brown-Trade zu ermöglichen.
Nun gibt es aber noch die Möglichkeit der "Maximum Restructures", wie "OTC" es nennt. Das jedoch erfordert nicht nur die besagten simplen, bei denen einfach Gehalt, das über dem Grundgehalt liegt, in einen Signing Bonus zu verwandeln. Sondern hierfür müsste man auch noch an Verträge herangehen und diese samt Signing Bonus verlängern oder eben Void-Jahre anfügen. Damit könnten die Eagles laut "OTC" sogar bis zu 24 Millionen Dollar rausholen. Und dann wäre der Cap Space bei 32,88 Millionen Dollar.
Dennoch scheint das erheblicher Aufwand zu sein, nur um einen Spieler seiner Klasse loszuwerden. Und Roseman scheint diese Idee ohnehin nicht zu favorisieren. Zudem ist dies das letzte garantierte Jahr in Browns Vertrag, ein neues Team müsste einem bald 29-Jährigen also auch noch einen neuen Vertrag nahe dem Marktwert anbieten, weshalb es überdies unwahrscheinlich ist, dass die Eagles eine wirklich faire Kompensation für ihn erwarten könnten. Mehr als ein Zweitrundenpick oder sogar nur ein Drittrundenpick und vielleicht ein Conditional-3rd-Rounder für 2027 scheint da schwer vorstellbar, nachdem Brown zuletzt häufig für Unruhe gesorgt hat und wohl seine schwächste Saison seit 2021 gespielt hat. Und damals war er noch in Tennessee.
Unmöglich ist ein Abgang von Brown aus Philadelphia nicht, doch die Eagles müssten einigen Aufwand betreiben, um einen solchen zu ermöglichen.







