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Dauer-Problemzone in der Analyse

Werder Bremens Total-Versagen auf dem Stürmermarkt

Jovan Milosevic (M.) und Keke Topp (r.) kamen bei Werder Bremen zuletzt nur von der Bank
Jovan Milosevic (M.) und Keke Topp (r.) kamen bei Werder Bremen zuletzt nur von der Bank
Foto: © IMAGO/nordphoto GmbH / Meuter
26. Februar 2026, 07:07
sport.de
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Dass Werder Bremen im Frühjahr 2026 so tief in der Krise steckt, liegt nicht zuletzt an der katastrophalen Transferpolitik der Grün-Weißen im Sturmzentrum. Die Probleme gingen allerdings schon vor der Beförderung des derzeit heftig in der Kritik stehenden Geschäftsführers Clemens Fritz los.

Als die "hässlichen Vögel" in Bremen noch auf Torejagd gingen, war die Welt noch in Ordnung. Drei Jahre sind vergangen, seit Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch Werder mit zusammen 28 Treffern zum Klassenerhalt schossen. Beide stiegen durch ihre Quote an der Weser zu deutschen A-Nationalspielern auf, auch wenn Duckschs DFB-Abenteuer nach zwei Länderspielen Ende 2023 schon wieder vorbei war.

Heute heißen die klassischen Mittelstürmer im SVW-Kader Keke Topp und Jovan Milosevic. Beide befinden sich noch im U21-Alter, beide waren jüngst keine Optionen für die Bremer Startelf. Und das, obwohl Werder in den vergangenen 13 Ligaspielen nicht nur sieg-, sondern auch acht Mal torlos geblieben ist. Seit Anfang November erzielten die Grün-Weißen nur acht Treffer - die Bilanz eines Absteigers.

Auffällig: Seit der Bundesliga-Rückkehr 2022 tun sich die Norddeutschen extrem schwer auf dem Stürmermarkt. Ein paar Eckdaten:

  • In sieben von acht Transferperioden seit dem Aufstieg holte Werder Bremen mindestens einen Angreifer für die Zentrale, einzig im Winter 23/24 hielt man sich zurück.
  • Vier Stürmer (Oliver Burke, Dawid Kownacki, Keke Topp, Marco Grüll) kamen fest, fünf (Maximilian Philipp, Rafael Borre, Andre Silva, Victor Boniface, Jovan Milosevic) auf Leihbasis. Nur zwei (Topp, Grüll) blieben länger als zwölf Monate am Stück im Team.
  • Nur einer der neun Zentrumsangreifer (Topp) kostete eine Ablöse (zwei Millionen Euro), der Rest kam entweder ablösefrei oder auf Leihbasis. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum flossen ca. 11,5 Millionen Euro ins Mittelfeld sowie rund sechs Millionen Euro in die Abwehr. Und dann wären da noch die zehn Millionen Euro für Flügelspieler Samuel Mbangula, dessen Position es im derzeitigen Werder-System schlichtweg nicht gibt.
  • Kein einziger der neun Stürmer hat sich nachhaltig in der ersten Elf festgespielt. Einige floppten komplett (Kownacki, Philipp, Silva, Boniface), andere deuteten ihre Fähigkeiten nur kurzzeitig an (Burke, Topp, Grüll, Borre).

So haben die Bremer nach und nach eine gigantische Baustelle im Sturmzentrum geschaffen, die mitverantwortlich dafür ist, dass Werder in Höchsttempo auf die 2. Bundesliga zurast.

Video:

Weder für Füllkrug, der 2023 zum BVB ging, noch für Ducksch, der sich 2025 Birmingham City anschloss, wurden auch nur ansatzweise geeignete Nachfolger präsentiert. Immer wieder biss man sich an Wunschkandidaten die Zähne aus, die sich schlussendlich anders entschieden. Das fing bei Frank Baumann, mittlerweile beim FC Schalke 04 erfolgreich, an und setzte sich bei dessen Nachfolger Clemens Fritz fort.

Die Scorerpunkte der "hässlichen Vögel"
SaisonSpielerToreVorlagen
21/22 (2. BL)

Füllkrug

Ducksch

19

20

8

10

22/23

Füllkrug

Ducksch

16

12

5

8

23/24Ducksch1210
24/25Ducksch89

Leih-Rückkehrer halfen Werder Bremen

Wie kann Werder also überhaupt noch in der 1. Liga sein, wenn doch im Sturm seit Jahren fast alles schief läuft? Ganz einfach: Weil man einige Zeit ein gutes Händchen bei verliehenen Spielern bewies.

2023 stießen Nick Woltemade (SV Elversberg) und Justin Njinmah (Borussia Dortmund II) nach starken Lehrjahren in der 3. Liga wieder zur Mannschaft und machten dort die nächsten Schritte. Im Jahr darauf blühte der eigentlich schon abgeschriebene Oliver Burke nach zwei verkorksten Leihen nach England völlig überraschend auf und sprang einige Monate in die Bresche.

An der Weser bleiben wollten Woltemade und Burke trotzdem nicht, beide lehnten Angebote zur Verlängerung ab und gingen ablösefrei.

Werder-Sturm mit Grünschnäbeln besetzt

Und jetzt? Da sind neben Grüll und Njinmah, beide eigentlich keine gelernten Neuner, nur zwei Jungstürmer übrig, die wohl eher nicht die Zukunft von Werder Bremen sein können - egal in welcher Liga. Während Milosevic nur noch für wenige Monate ohne Kaufoption vom VfB Stuttgart ausgeliehen ist, wirkt Topp auch nach mehr als 1,5 Jahren in der Mannschaft noch wie ein Fremdkörper und mit der Verantwortung überfordert.

Dennoch könnte der neue Trainer Daniel Thioune im richtungsweisenden Kellerduell gegen das Schlusslicht 1. FC Heidenheim am kommenden Samstag (15:30 Uhr) mal wieder auf einen seiner Mittelstürmer zurückgreifen, mit seinem Tor gegen St. Pauli (1:2) warb Milosevic zuletzt zumindest in eigener Sache.

Die strukturellen Probleme im Kader werden sich dadurch jedoch nicht lösen. Die SVW-Verantwortlichen haben in vielen Bereichen ihre Hausaufgaben nicht gemacht und stehen nun vor den Scherben der Saison. Und die wahrscheinlich größte Problemzone ist und bleibt der Angriff.

8. Spieltag
  • Spielplan
  • Tabelle
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
Leverkusen
2
1
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
Stuttgart
4
2
15:30
Beendet
FC Augsburg
FC Augsburg
Augsburg
1
1
SC Freiburg
SC Freiburg
Freiburg
2
0
15:30
Beendet
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
M'gladbach
0
0
SC Paderborn 07
SC Paderborn 07
Paderborn
0
0
15:30
Beendet
SV Werder Bremen
SV Werder Bremen
SV Werder
2
0
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
Hoffenheim
0
0
15:30
Beendet
1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin
Union Berlin
0
1. FC Köln
1. FC Köln
1. FC Köln
0
15:30
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
E. Frankfurt
0
Hamburger SV
Hamburger SV
Hamburger SV
0
17:30
#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC Bayern752025:61917
2Borussia DortmundBorussia DortmundBVB752012:4817
3SC FreiburgSC FreiburgFreiburg851218:10816
4RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig850322:111115
5SV Werder BremenSV Werder BremenSV Werder843117:14315
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen841318:16213
7SV 07 ElversbergSV 07 ElversbergElversberg841316:16013
81. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05831417:17010
9FC AugsburgFC AugsburgAugsburg823318:1539
10VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgart830514:15-19
11TSG HoffenheimTSG HoffenheimHoffenheim830514:16-29
12SC Paderborn 07SC Paderborn 07Paderborn82336:9-39
13Hamburger SVHamburger SVHamburger SV73046:16-109
141. FC Köln1. FC Köln1. FC Köln72238:11-38
15Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtE. Frankfurt722310:17-78
16FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0481344:9-56
171. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin71336:18-126
18Borussia MönchengladbachBorussia MönchengladbachM'gladbach811611:22-114
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Torjäger 2026/2027

#Spieler11mTore
1SV Werder BremenNiclas Füllkrug39
2Bayer LeverkusenPatrik Schick07
3FC Bayern MünchenMichael Olise06
4VfB StuttgartErmedin Demirović05
Eintracht FrankfurtYounes Ebnoutalib05
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