Ausgerechnet im so wichtigen Playoff-Hinspiel wird Borussia Dortmund ohne Nico Schlotterbeck auskommen müssen. Auch Defensiv-Kollege Niklas Süle (Oberschenkelverletzung) wird das Duell mit Atalanta Bergamo verletzungsbedingt verpassen. Das drohende Abwehr-Drama ist die Rechnung für das BVB-Totalversagen in der Winter-Transferperiode. Ein Kommentar.
"Wir sind breit genug aufgestellt und haben auch das Vertrauen, dass wir mit diesen Spielern unsere Ziele erreichen können", hatte Sebastian Kehl auf dem letzten Metern der Winter-Transferperiode betont. Eine Aussage, die mit Blick auf die dünne Personaldecke in der Defensive für Stirnrunzeln bei Fans und Experten gesorgt hatte.
Aarón Anselmino war im Winter nach einer Leihe vom FC Chelsea zurückbeordert worden. Ein Schock, der die BVB-Verantwortlichen scheinbar völlig überraschte. Ein Ersatz? Fehlanzeige! Stattdessen wollte man am Westfalenstadion lieber auf die vorhandenen Innenverteidiger setzen. Eine fatale Entscheidung, wie sich nun zeigt.
Üble Fehleinschätzung der BVB-Bosse
Der extrem talentierte, aber mindestens auch so verletzungsanfällige Filippo Mané zog sich gegen den 1. FC Heidenheim eine Muskelblessur zu. Niklas Süle sucht seit Jahren die Konstanz, verletzte sich zu allem Überfluss beim 4:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 ebenfalls so schwer, dass er Niko Kovac vorerst nicht zur Verfügung steht. Hinzu kommt der bittere Ausfall von Nico Schlotterbeck. Auch Emre Can fehlt.
Die Fünferkette, an der Kovac eisern festhält, stellt sich gegen Atalanta Bergamo fast von selbst auf. Dass ausgerechnet vor dem Playoff-Hinspiel in der Champions League mal eben fast die gesamte Innenverteidigung ausfällt, ist sicherlich bitter und großes Pech. Es ist aber ebenso das Ergebnis einer fatalen Fehleinschätzung der BVB-Bosse um Sebastian Kehl und Lars Ricken.
Mehr dazu:
Denn bereits Ende Januar war klar, dass die Rückrunde für die Dortmunder, die gerne noch lange auf zwei Hochzeiten tanzen würden, durch das Verpassen der direkten Qualifikation für das CL-Viertelfinale anstrengend werden würde. Englische Woche erhöhen das Verletzungsrisiko, ein echtes Rotieren in der Defensive gab der Kader schon vor dem Anselmino-Aus nicht her.
Abwehr-Fiasko war absolut vorhersehbar
Nicht wenige Fans und Experten hatte schon vor dem überraschenden Abgang des Argentiniers zurecht gefordert, in der Abwehr noch einmal nachzulegen. Dass die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers auch danach offenbar nicht einmal ernsthaft in Betracht gezogen wurde, war naiv und ein Spiel mit dem Feuer.
Die Warnzeichen vor dem drohenden Abwehr-Fiasko, das nun gegen Bergamo eintritt, waren da, sie wurden aber - warum auch immer - gekonnt ignoriert. Das frühe Aus einer ansonsten ordentlichen Champions-League-Saison wäre daher nur die logische Folge.


























