Auch in der Week 6 gibt es ein NFL-Gastspiel in Europa. In ihrem ersten London-Auftritt kassieren die Jacksonville Jaguars eine herbe Niederlage gegen die Chicago Bears, bei denen Caleb Williams erneut auftrumpft. Die Krise der Jags verschlimmert sich. Droht bald das Trainer-Aus?
Jaguars @ Bears: Auf einen Blick
- Die Chicago Bears verschlafen zunächst den Start, fahren dann aber relativ souverän ihren dritten Sieg in Folge ein - durchaus ein Statement.
- Jacksonville steht nun nach Week 6 bei einer schwachen Bilanz von 1:5, der Druck auf das Team und vor allem Head Coach Doug Pederson steigt immer mehr. In der kommenden Woche steht das nächste London-Spiel gegen die Patriots an - vielleicht schon das Endspiel für Pederson.
- Caleb Williams erlebt ein Spiel mit vielen Höhen und zunächst auch kleineren Tiefen, kommt am Ende auf starke vier Touchdown-Pässe und 226 Passing Yards (23/29).
Jaguars @ Bears: Der Spielbericht
Der Bears-Express geriet zunächst ins Stocken. Nach einem 3&Out marschierten die Jaguars in die Redzone mit einem guten und langen Drive – allerdings ohne Touchdown-Erfolg, weil Gabe Davies einen Pass von Trevor Lawrence fallen ließ. Ein Field Goal von Cam Little brachte die ersten drei Punkte aufs Scoreboard. Von Caleb Williams gab's nur eine Slapstick-Einlage, als er aus kürzester Distanz seinem O-Liner den Ball an den Helm pfefferte.
Dann schlug erstmals die Stunde des Chicago-Quarterbacks. Nach zwei Finten passte der Tight End Cole Kmet an, der in der Mitte durchging, den Verteidiger abschüttelte und den ersten Touchdown des Nachmittags erzielte. Kurios: Weil sich Bears-Long-Snapper Scott Daly verletzt hatte, verwandelte Kmet auch den PAT.
Williams lieferte nach dem High-, gleich ein Lowlight und schmiss eine Interception. Profitieren konnten die Jags aber nicht. Kurz vor Ende des zweiten Viertels fand Williams erneut Kmet für den nächsten TD.
Wild blieb es auch nach der Pause. Nach einem Turnover der Jaguars schlugen die Bears zu: Keenan Allen fing den dritten Touchdown-Pass von Williams - anschließend gab's einen Tea-Time-Jubel passend zum Spielort.
Lawrence sendete ein Lebenszeichen: Ein langer Ball des QB auf Davies hielt Jacksonville noch im Spiel. Lange hielt die Hoffnung auf ein Comeback aber nicht an. Die Bears legten mit weiteren Touchdowns nach, während die Chicago-Defense dem schwachen Lawrence eine Interception bescherte. Auch der zweite Davies-TD der Jags war nur Ergebniskosmetik.
Jacksonville Jaguars (1-4) @ Chicago Bears (3-2)
Ergebnis: 16:35 (3:0, 0:14, 7:7, 6:14) BOXSCORE
Jaguars @ Bears: Die wichtigsten Statistiken
- Erstmals seit 2013 erzielen die Bears in zwei aufeinanderfolgenden Spielen mehr als 35 Punkte
- Als erster Bears-Rookie schafft Williams vier TD-Pässe in einem Spiel
- Die Jags erzielten zum ersten Mal 2024 in ihrem Opening Drive Punkte - und das bei ihrer bisher längsten Ballbesitzphase (8:12)
- Den Jaguars gelang im zweiten Viertel durch Andre Cisco die erste Interception ihrer Defense in dieser Saison
Der Star des Spiels: Cole Kmet (Tight End)
Zwei Touchdowns und Aushilfs-Long-Snapper: Cole Kmet zeigte in London sein ganzes Repertoire und war neben Quarterback Williams einer der entscheidenden Faktoren des Tages für Chicago.
Der Flop des Spiels: Pass Rush der Jaguars
Die lahmende Defense und die ungefährliche Offense lieferten sich in dieser Kategorie ein enges Rennen. Die Offense um Trevor Lawrence entfaltete in der Offensive kaum ihr Potential, noch verheerender aber die Leistung in der Defense. Bis auf die Anfangsphase konnte Caleb Williams und die Bears schalten und walten, wie sie wollten. So wird das noch eine ganz lange Saison für die Jags.
Das Highlight des Spiels:
Schönes Zusammenspiel: Williams täuschte erst zwei Mal an, fand dann Cole Kmet, der sich nicht aufhalten ließ.
Der Tight End machte so die ersten Punkte der Bears klar und erzielte dann auch noch den Extrapunkt. Das sieht man nicht alle Tage.











