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Schon 2021 herrschte "Ungeduld" in Lyon

BVB-Flirt Cherki: Ein Überflieger, der Zweifel weckt

Rayan Cherki soll das Interesse des BVB geweckt haben
Rayan Cherki soll das Interesse des BVB geweckt haben
Foto: © IMAGO/Federico Pestellini
01. Juli 2024, 16:55

In den vergangenen Tagen schossen Gerüchte ins Kraut, Borussia Dortmund habe ein Auge auf Rayan Cherki geworfen. Je nach Medium ist von einer ersten Kontaktaufnahme oder sogar einer erfolgten Einigung zwischen dem BVB und dem 20-jährigen Offensivspieler die Rede. Auf den ersten Blick stellt sich allerdings eine nicht unwesentliche Frage: Kann Cherki den Borussen überhaupt helfen?

Mit 20 Jahren absolvierte Rayan Cherki bereits 116 Erstligapartien (4839 Minuten) für Olympique Lyon. Dabei erzielte der in der Offensive sehr variabel einsetzbare Franzose sechs Tore und bereitete 16 weitere vor. Macht im Schnitt alle 806 Minuten ein eigenes Tor, beziehungsweise eine Tor-Beteiligung alle 220 Minuten. Letzteres ist sicherlich ein solider Wert - vielmehr allerdings nicht.

Zudem ist auffallend, dass sowohl Cherkis Einsatzzeiten als auch seine Torbeteiligungen zuletzt rückgängig waren. Dass Cherkis gerade einmal 15 Ligue-1-Partien über die volle Spieldauer bestritt, wirft weitere Fragen auf. 

Obwohl immer noch am Anfang seiner Karriere drängt sich mit Blick auf Cherki allerdings ohnehin der Verdacht auf, dass der französische U21-Nationalspieler Gefahr läuft, den enormen Lobeshymnen nicht gerecht zu werden.

Schon 2021 herrschte "Ungeduld" bei Olympique Lyon

"Was Rayan Cherki betrifft, so teilen wir die Ungeduld der Fans, was seine Auftritte angeht", äußerte der damalige Präsident und heutige Ehrenvorsitzende Lyons Jean-Michel Aulas bereits Ende 2021 offen leichte Bedenken, ob einer sich abzeichnenden Stagnation. 

Eine Einschätzung, die wohl auch enormen Vorschusslorbeeren zu verdanken ist: Kurz nach seinem Profidebüt im Oktober 2019, Cherki war damals gerade einmal 16 Jahre alt und der erste Spieler des Jahrgangs 2003, der in einer der Top-5-Ligen auflief, zählte das Lyon-Eigengewächs zu den wertvollsten Talenten des europäischen Fußballs. Bis zu 20 Millionen Euro sollen damals aufgerufen worden sein, dem FC Bayern, Real Madrid und dem FC Barcelona wurde Interesse nachgesagt. Übertrumpft wurde Cherki in der Heimat damals nur von einem gewissen Eduardo Camavinga, inzwischen trennen die beiden allerdings Welten.

Während Camavinga unlängst mit Real Madrid gegen den BVB seinen zweiten Champions-League-Titel feiern konnte, wechselte Cherki bei OL zwischen Bank- und Stammplatz. Ein Finale absolvierte der Youngster allerdings auch, im französischen Pokal musste man sich Paris Saint-Germain im Endspiel allerdings knapp mit 1:2 geschlagen geben. Cherki bereitete dabei den Treffer seines Teams vor.

Cherki erinnert ein wenig an Moukoko beim BVB

Rund fünf Jahre nach seinem ersten Auftritt für die OL-Profis soll sich dennoch ein Abschied abzeichnen. Und man traut Cherki abseits Lyons offenbar weiterhin Großes zu. Immerhin war ein Wechsel zu PSG laut "L'Équipe" schon auf der Zielgeraden, ehe der BVB dazwischen gefunkt haben soll. Eine Option, die der Youngster angeblich favorisieren soll. Auch "Sky" berichtete von "konkretem Interesse" aus dem Ruhrgebiet, die "Ruhr Nachrichten" wollen immerhin von einer "ersten Kontaktaufnahme" erfahren haben.

Dass Cherki nach wie vor einen nicht gerade kleinen Markt zu haben scheint, dürfte auch den interessanten Rahmenbedingungen geschuldet sein. Mit 20 Jahren ist der Offensivspieler immer noch am Anfang seiner Entwicklung, da sein Vertrag 2025 endet, soll zudem eine überschaubare Ablöse von rund 15 Millionen Euro fällig werden. Selbst wenn Cherki den Erwartungen nicht gerecht werden würde, dürfte ein Weiterverkauf zumindest eine ähnliche Summe einbringen das Risiko ist entsprechend gering.

Dass ein kometenhafter Karrierestart allerdings nicht alles ist, weiß man in Dortmund nur zu gut. Mit Youssoufa Moukoko steht der Rekord-Youngster des deutschen Fußball-Oberhauses vor seiner fünften Profi-Saison im BVB-Dress, über die Rolle des Jokers ist der 19-Jährige bislang allerdings nur sehr selten hinausgekommen. Sogar ein Abschied im Sommer könnte möglich sein.

Marc Affeldt

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