Die neuen Kickoff-Regeln in der NFL könnten für einige kreative neue Lösungen sorgen, wie Kickoffs in der kommenden Saison ausgeführt werden. Bei den Kansas City Chiefs denkt man sogar schon einen Schritt weiter.
Die zentrale Idee hinter dem neuen Kickoff-Format ist, dass es zu mehr Returns kommen soll, nachdem die Anzahl an Returns in den vergangenen Jahren stetig gesunken war. Mehr Returns werden aber auch mehr Tackles zur Folge haben und das auch auf kleinerem Raum aufgrund der klar festgelegten Positionierung der Spieler. Den Chiefs bereitet dieser Part Sorge.
Konkret geht es hier um die Rolle von Kicker Harrison Butker, den man ein wenig aus der Schusslinie nehmen will, wie Special Teams Coordinator Dave Toub am Donnerstag am Rande der OTAs gegenüber Reportern erklärte: "Ich hätte gerne jemanden, der kicken kann und dann auch in der Lage ist, einen Tackle zu machen. Butker ist in der Lage zu tackeln, aber ich will ihn wirklich nicht das ganze Jahr über Tackles machen lassen. Wenn Ihr die XFL geschaut habt, und wir haben jedes Play angeschaut, würde ich wetten, dass Kicker in mindestens 25 bis 40 Prozent der Tackles involviert waren. Dabei versuchte er entweder einen Richtungswechsel des Ballträgers zu forcieren, selbst einen Tackle zu setzen oder verpasste einen solchen. Wir wollen Butker nicht in dieser Situation. Aber er wird natürlich ein Kicker sein."
Taub fuhr fort: "Er wird ein Typ sein, den wir in bestimmten Situationen nutzen. Er hat sehr viele Fähigkeiten, den Ball zu bewegen, was bei anderen nicht der Fall sein dürfte. Er kann immer noch einen Touchback erzeugen, wenn wir das brauchen. Aber dann gibt man eben einfach den Ball ab. Wenn wir den Ball für einen Touchback durch die Endzone kicken, kriegt der Gegner den Ball nun an der 30 anstatt an der 25. Und diese fünf Yards machen einen großen Unterschied. Das erhöht die Chance der Offense auf Punkte um weitere drei Prozent."
Chiefs: Justin Reid als Kicker
Die Lösung? Safety Justin Reid, der schon in der Vergangenheit für Butker bei Kickoffs eingesprungen war, wenn dieser mal verletzt war. Und Reid "kann da runtergehen und Tackles machen", wie Taub betonte. "Er ist ein Extra-Mann, mit dem der Gegner wahrscheinlich nicht rechnet. Sie wissen, dass der Bursche übers Feld marschieren und einen Tackle machen kann. Aber ein Typ wie Justin ist jemand, der einem Gegner Sorge bereitet, sie müssen ihn blocken und damit das Blocken bei jemand anderem aufgeben."
Was auf den ersten Blick logisch erscheint, mag letztlich aber doch gar nicht so relevant sein. Der Analytics-Experte Sam Schwartzstein von "Prime Video" merkte nämlich zum Thema auf X an, dass Kicker wahrscheinlich weiterhin kein großer Faktor im Tackling sein werden, weil es in der NFL-Regel heißt, dass Kicker die 50-Yard-Linie erst überqueren dürfen, wenn der Gegner den Ball gefangen hat. "Ich erwarte nicht, dass Kicker so sehr in der NFL in Tackles involviert sein werden aufgrund dieser Regel."





