Schalke 04 hat sich im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet. Gegen den VfB Stuttgart endet beim 2:1 (2:0) die Torlosserie.
Thomas Reis brüllte seine Freude immer wieder heraus, dann herzte der erleichterte Trainer von Schalke 04 jeden seiner abgekämpften Spieler. Durch einen 2:1 (2:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart meldeten sich die königsblauen Torlos-Rekordler im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga zurück, daran änderte auch der kapitale Fehler von Torhüter Ralf Fährmann beim Anschlusstreffer von Borna Sosa (63.) nichts.
Mit Glück und Geschick überstanden die Schalker die spannende Schlussphase und feierten den ersten Sieg nach 109 Tagen. Die Fans bejubelten die Spieler danach lautstark und stimmten sie auf die anstehenden Revierderbys beim VfL Bochum und gegen Borussia Dortmund ein. "Die Nummer eins im Pott sind wir", sang der Schalker Anhang.
"Es ist etwas entstanden. Wir zeigen das, was die Fans von uns erwarten. Es tut einfach gut, Tore zu schießen", sagte Offensivspieler Marius Bülter bei "Sky".
Der Rückstand zum rettenden 15. Tabellenplatz schmolz auf drei Punkte. Dominick Drexler (10.) beendete die Torlosserie nach 403 Minuten. Zuvor hatte Schalke mit vier Nullnummern in Folge einen Bundesligarekord aufgestellt. Bülter (40.) erhöhte künstlerisch wertvoll per Hackentrick. Der VfB blieb damit im 21. Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg und steckt auch unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia tief im Keller - punktgleich mit einem direkten Abstiegsplatz.
Reis zum Umstellen gezwungen
Reis hatte seine so stabile Viererkette umstellen müssen. Weil sich gleich drei Außenverteidiger verletzt hatten, mussten Mehmet Can Aydin und Henning Matriciani aushelfen. Labbadia vertraute dem Team, dass vor einer Woche beim 3:0 gegen den 1. FC Köln den ersten Sieg des Jahres eingefahren hatte.
Die Gastgeber setzten Stuttgart mit aggressivem Pressing früh unter Druck, eroberten viele Bälle - und belohnten sich diesmal: Matriciani verlängerte einen weiten Schlag von Fährmann auf Stürmer Michael Frey, dessen Flanke Drexler verwertete. Ein fast schon vergessenes Gefühl: Zuletzt hatte Schalke beim 1:0-Sieg gegen Mainz 05 am 9. November geführt.
Der VfB hatte arge Probleme, mit der kompromisslosen Gangart der Gelsenkirchener einigermaßen klarzukommen. Ein Kopfball von Wataru Endo - allerdings genau in Fährmanns Arme - war die erste nennenswerte Torchance (26.). Schalke blieb zielstrebiger: Nach Vorarbeit von Bülter scheiterte Frey am grätschenden Hiroki Ito (31.) - und fünf Minuten später Rodrigo Zalazar mit einem Volleyschuss an Keeper Fabian Bredlow.
Traumtor von Bülter
Aber Königsblau kämpfte nicht nur: Nach Zalazars Hereingabe traf Bülter technisch perfekt mit der Hacke. Und plötzlich führte der Tabellenletzte im 22. Saisonspiel zum ersten Mal mit 2:0.
Labbadia wechselte zur zweiten Halbzeit doppelt und zehn Minuten später ein drittes Mal, sein Team ging auch engagierter zu Werke. Schalke zog sich weiter zurück und lauerte auf Konter. Nach dem Geschenk von Fährmann, der die Gäste zurück ins Spiel brachte, wackelte die königsblaue Abwehr bedenklich. Fährmann parierte einen Endo-Kopfball glänzend (66.).




























