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Verletzungsflut ist "nicht ganz zu begreifen"

Der BVB und die Angst vor dem "Teufelskreis"

BVB-Coach Edin Terzic (l.) kann längst nicht mehr aus dem Vollen schöpfen
BVB-Coach Edin Terzic (l.) kann längst nicht mehr aus dem Vollen schöpfen
Foto: © IMAGO/Moritz Mueller
10. September 2022, 07:06
sport.de
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Nachdem Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren immer wieder von einer Flut an Verletzungen ausgebremst wurde, sollte 2022/23 alles besser werden. Der BVB verpflichtete unter anderem einen neuen, renommierten Athletiktrainer. Der erhoffte Erfolg blieb allerdings aus. Kaum hat die Saison Fahrt aufgenommen, droht schon wieder ein "Teufelskreis". 

Sébastien Haller? Kehrt nach einer Krebsdiagnose frühestens 2023 zurück. Mateu Morey? Wurde bei den ersten Schritten zum Comeback nach einjähriger Auszeit von einer Knie-OP ausgebremst. Mahmoud Dahoud? Ist bis Ende Oktober von einer Schulterverletzung außer Gefecht gesetzt. Gregor Kobel? Verpasst die kommenden Wochen aufgrund eines Muskelfaserrisses.

Jamie Bynoe-Gittens? Kehrt nach einer Schulter-OP wohl erst in drei Monaten zurück auf den Rasen. Karim Adeyemi? Kämpft mit einer hartnäckigen Verletzung am Zeh. Thorgan Hazard? Musste unlängst mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Das Verletzungspech verfolgt den BVB auch 2022/23 auf Schritt und Tritt. 

Aufgrund der durch die Nations-League-Teilnahme vieler Stars verkürzten Vorbereitung werde es noch etwas dauern, bis alle Mechanismen ineinandergreifen, "aber die physischen Daten stimmen. Das stimmt uns positiv", gab sich BVB-Trainer Edin Terzic Ende August noch zuversichtlich, verwies aber auf einen nicht unwichtigen Faktor: 

"Wenn wir es jetzt noch hinbekommen, dass nicht viele Jungs ausfallen und wir nicht in so einen Teufelskreis kommen, dass wir die Jungs unvorbereitet wieder ins Spiel bringen oder sie müde durchjagen müssen, dann bin ich guter Dinge, dass wir auch die stressigen Phasen gut überstehen werden" - eine Hoffnung, die sich inzwischen zerschlagen hat.

BVB vor wegweisender Phase arg gebeutelt

Vor der wohl wegweisenden Phase der Saison fehlen dem BVB sieben Spieler, die eine tragende Rolle in den Planungen der Schwarz-Gelben spielen. Besonders bitter: Der verbliebende Rest jagt nun von einer Partie zur nächsten.

Am Samstag gastiert man bei RB Leipzig, am 14. September in der Champions League bei Manchester City und nur drei Tage später steht das gewohnt kräftezehrende Revierderby gegen den FC Schalke 04 an. Es folgt eine Länderspielpause, wobei man für die meisten BVB-Stars das Wort Pause in Anführungszeichen setzen muss.

Anschließend stehen ein Ligaspiel beim 1. FC Köln (01. Oktober), der Kracher gegen den FC Bayern (08. Oktober) sowie der wohl vorentscheidende Champions-League-Doppelpack gegen den FC Sevilla (05./11. Oktober) auf dem Programm. Verschnaufpausen sind nicht nur Mangelware, sie sind nicht vorhanden.

"Das ist schon etwas, was nicht ganz zu begreifen ist", zeiget sich Sportdirektor Sebastian Kehl unlängst bei "Amazon Prime" ratlos. "Ich bin eigentlich ein positiver Mensch, aber irgendwann ist sowas schon schwierig zu akzeptieren", ergänzte Kapitän Marco Reus. "Aber so ist es im Fußball. Einer geht, ein anderer kommt wieder. Wir hoffen, dass ein, zwei andere demnächst wiederkommen, jetzt wo die ganzen englischen Wochen anstehen."

BVB dreht jeden Stein um

Die Hoffnungen ruhen also schon wieder auf den Rückkehrern, die Terzic dann beinahe gezwungenermaßen doch wieder "müde durchjagen" muss. Zuletzt erwischte dieses Schicksal Gio Reyna, der eigentlich ganz langsam aufgebaut werden sollte, gegen Kopenhagen dann aber früh für Hazard kam und gut 70 Minuten auf dem Platz stand. 

Auffallend: Die Flut an Muskelproblemen, die dem BVB in der Vergangenheit immer wieder zusetzte, ist nach der Verpflichtung von Athletik-Guru Shad Forsythe offenbar Geschichte, Ausfälle verzeichnen die Dortmunder aber weiterhin regelmäßig - die Gründe sind inzwischen allerdings mannigfaltig.  

Die Ursachen sind "schwer zu ergründen", zeigte sich Kehl im Gespräch mit den "Ruhr Nachrichten" unlängst ratlos. Zuvor erklärte schon Terzic: "Es ist nicht so, dass wir nicht jeden Stein umdrehen."

Man kann nur hoffen, dass die Suche schnell Ergebnisse liefert. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der von Terzic befürchtete Teufelskreis zu einem Abwärtsstrudel werden könnte.

Marc Affeldt

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