Zum ersten und bislang einzigen Mal gewann Borussia Dortmund 1997 die Champions League. Ein Triumph, von dem der BVB bis heute zehrt - und dessen Grundlage schon einige Wochen vor dem 3:1 im Finale gegen Juventus Turin gelegt wurde.
"Eine Art Knackpunkt" sei für die Borussia der 1:0-Erfolg im Halbfinal-Rückspiel bei Manchester United gewesen, erinnerte sich Jörg Heinrich, einer der BVB-Helden von 1997, im "kicker". "Da haben wir gesehen: Wenn man sich so reinfightet, kann man gegen jeden bestehen. Da wussten wir: Das kann im Finale funktionieren."
Ein "Vorteil" sei für den BVB zudem gewesen, dass sich das Final-Duell mit den favorisierten Italienern nicht über Hin- und Rückspiel erstreckte, ergänzte Stephane Chapuisat. "Uns war klar, dass wir in einem Spiel sicher eine gute Chance haben."
BVB ahnte: "Jetzt müssen wir leiden"
Das Finale im Münchner Olympiastadion wurde dann jedoch wenig überraschend zu einem harten Ritt für den BVB - insbesondere, nachdem Juves Mittelfeld-Star Alessandro Del Piero nach gut einer Stunde mit dem Anschlusstreffer auf den Doppelpack von Karl-Heinz Riedle aus der ersten Halbzeit antwortete.
"Wir ahnten: Jetzt müssen wir leiden, wenn wir noch eine Chance bekommen, müssen wir das dritte Tor machen", sagte Chapuisat.
Das gelang dem BVB. In der 71. Minute fasste sich der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Lars Ricken nach Zuspiel von Andreas Möller ein Herz und überwand Angelo Peruzzi im Turiner Tor mit einem Lupfer. "Perfekt von Andy gespielt, unglaublicher Schuss von Lars", kommentierte Chapuisat den legendären Treffer des damals erst 18 Jahre alten Dortmunder Eigengewächses.
Champions-League-Titel ein "Riesenpfund" für den BVB
Einen großen Anteil an dem Erfolg hatte aber auch die Routiniers-Fraktion. "Wir hatten Persönlichkeiten in der Mannschaft, die in den Jahren zuvor herausragende Leistungen gebracht und Titel gewonnen hatten. In der Mannschaft steckte viel Erfahrung und die unglaubliche Sehnsucht nach diesem großen internationalen Erfolg", erklärte Möller.
Noch heute, 25 Jahre danach, sei der Champions-League-Titel ein "Riesenpfund" für den BVB, der "enorm" helfe, betonte Geschäftsführer Carsten Cramer. "Es gibt eine Generation, die uns sehr stark mit 1997 in Verbindung bringt. Das nicht zu nutzen wäre fahrlässig."
Nicht von ungefähr arbeiten die beiden Torschützen, Riedle und Ricken, heute als Markenbotschafter für die Borussia.


























