Suche Heute Live
Bundesliga
Artikel teilen

Bundesliga
Fußball
(M)

Powered by: n-tv

Kapitän stößt Systemdebatte an

Gnadenlose Analyse beim BVB: Reus sagt "die Wahrheit"

BVB-Coach Marco Rose und Marco Reus waren sich in der Systemfrage uneins
BVB-Coach Marco Rose und Marco Reus waren sich in der Systemfrage uneins
Foto: © Dennis Ewert/RHR-FOTO via www.imago-images.de
07. November 2021, 10:42

Das war wenig bis gar nichts vom BVB: Das Topspiel des elften Spieltags in der Fußball-Bundesliga geht bei RB Leipzig krachend verloren. So furios die Gastgeber phasenweise aufspielen, so desolat tritt Borussia Dortmund auf. BVB-Kapitän Marco Reus platzt nach dem Spiel der Kragen.

Als Show-Legende Thomas Gottschalk in der Nürnberger Messehalle vor sein "Wetten, dass...?"-Publikum tritt und sich nach einer Dekade im Applaus der 2500 Zuschauer sonnt, platzt steht Reus im Leipziger Zentralstadion die schlechte Laune ins Gesicht geschrieben. Denn Borussia Dortmund hatte an diesem Samstagabend gelitten. Und das mächtig.

Zwar hatte der BVB-Kapitän bei RB Leipzig ein Tor geschossen. Es war das zwischenzeitliche 1:1. Und der Treffer in der 52. Minute war wunderbar herausgespielt worden. Rechtsverteidiger Thomas Meunier hatte seinen Mitspieler toll in Szene gesetzt und der hatte souverän vollendet. Wenn man so will, war das die beste Aktion der Dortmunder in diesem Topspiel der Fußball-Bundesliga. Und eigentlich auch die einzig starke.

Das ist bitter. Für die Borussia. Denn an diesem elften Spieltag haben die Schwarzgelben vorübergehend wieder den Anschluss an den FC Bayern verloren. Das ist dann eben der Unterschied zwischen diesen beiden großen Rivalen. Während die Münchner daheim gegen den wirklich starken SC Freiburg zwar auch Mühe haben, verlieren sie das Spiel aber eben nicht. Anders als die Dortmunder, die von Leipzig phasenweise beeindruckend hergespielt worden waren. Der arg angezählte RB-Trainer Jesse Marsch setzte damit das denkbar stärkste Zeichen gegen die Kritik an seiner Arbeit.

Kritik war an diesem Abend in Leipzig aber dennoch das große Thema. Allerdings beim Gegner. Dort holte Reus nach der 1:2-Niederlage zu einem bemerkenswerten Rundumschlag aus. Und der dürfte bis weit in die anstehende Länderspielpause nachhallen. "Wir haben es nicht geschafft, auf Augenhöhe zu sein. In der Aggressivität, in der Spieleröffnung. Im Gesamten war das zu wenig", schimpfte er bei "Sky". Er sei nicht ernüchtert, versicherte der aufgebrachte Offensivspieler, nein: Seine Aussagen seien "die Wahrheit. Wir haben es einfach nicht verdient."

RB Leipzig wundert sich sehr

Vor allem die ersten 45 Minuten brachten den Kapitän zur Verzweiflung. Das machte er allerdings nicht nur an mangelnden Intensität im Spiel fest, sondern auch an der taktischen Ausrichtung, die Trainer Marco Rose für sein Team gewählt hatte. "Wir haben in der zweiten Halbzeit auf Viererkette umgestellt. Das liegt uns deutlich besser, weil wir da viel aktiver sind als in der Fünferkette. Zudem haben wir in der Fünferkette einen Mann weniger im Zentrum, der mit uns pressen kann. Damit kommen wir gar nicht klar, das muss man ganz klar sagen."

Einen eindrucksvollen Beleg dafür lieferte die erste Halbzeit in der sächsischen Metropole. Chancenlos war der BVB. Und das völlig. Dass die Leipziger nach einem Tor des herausragenden Christopher Nkunku lediglich mit 1:0 in die Kabine gingen, es war die beste Nachricht für die desolaten Dortmunder, die sich zu keiner Zeit aus dem Klammergriff der immens druckvollen Rasenballer befreien konnten. Gleich mehrfach war Torwart Gregor Kobel, der Mann, der mehr Ungemach verhinderte. "Ich habe noch nie Dortmunder gesehen, die so viele Fehler im Aufbauspiel gemacht haben", staunte Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen. "Die haben teilweise Bälle einfach so ins Aus gespielt."

Reus stößt Systemdebatte beim BVB an

Nicht mehr ganz so einseitig lief es nach dem Seitenwechsel. Auch, weil das System angepasst wurde. Der schwache Marin Pongracic, der unter der Woche mit einem überraschend offenen und anklagenden Interview für reichlich Aufregung gesorgt hatte, blieb draußen. Mit Ansgar Knauff kam ein ganz junger Außenstürmer. Thorgan Hazard, eigentlich ein Offensiv-Allrounder, gab den Linksverteidiger. Und er machte das gut. Das ganze Konstrukt wurde stabiler, der BVB aber nur ein wenig besser.

Eine Systemdebatte, die Reus mit seiner Klage angestoßen hatte, wollte der Coach aber nicht führen: "Es gibt ja immer unterschiedliche Gründe, wonach man aufstellt. Wir haben heute danach aufgestellt, wie wir unsere Jungs am besten in ihre Positionen bringen."

Die Grundordnung sei immer das eine, die Bewegung in der Grundordnung das andere. "Das haben wir in der ersten Halbzeit nicht gut umgesetzt. Es ist keine Frage des Systems. Die Diskussion erübrigt sich." Zumal der BVB auch mit Dreier/Fünferkette schon gute Ergebnisse eingefahren haben, wie Rose noch hinzufügte.

BVB-Titel so abwegig wie "Wetten, dass...?"-Zukunft

Nun braucht es indes auch noch eine andere Wahrheit, um das schwarzgelbe Bild stimmig zu zeichnen. Der Klub geht in diesen Wochen personell am Stock. Mit Erling Haaland fehlt die Lebensversicherung schlechthin. Und wenn denn stimmt, was Pongracic unter der Woche ausgeplaudert hatte, dann wird es noch eine ganze Weile dauern, bis der Norweger zurückkehrt.

Mit Mo Dahoud, Emre Can, Raphael Guerreiro und Giovanni Reyna sind derzeit weitere Leistungsträger nicht dienstfähig. Und auch der zuletzt formstarke Marius Wolf konnte in Leipzig nicht mitwirken. Das ist schon eine bittere Liste.

Es ehrt den BVB und seinen Trainer, dass er diese Probleme nicht hernehmen wollte, um die Pleite zu erklären. "Wir wollen in keiner Form Ausreden suchen, wir wollen gegen die Widerstände angehen. Wir müssen die Widerstände annehmen. Es gibt Widerstände, aber Widerstände sind dafür da, dass man sie überbrückt." Zu denen gehört dann nun wohl auch eine Systemdebatte.

In Nürnberg überzieht Gottschalk, wie es bei "Wetten, dass...?" schon immer Tradition war. Er überzieht mächtig. Sein Comeback war manchmal unterhaltsam, manchmal aus der Zeit gefallen und nicht auf Dauer angelegt. So wie Dortmunds Meisterträume in beinahe jeder Saison.

Denn eins ist unabhängig von jeglichen Systemdebatten klar: Wer Borussia Dortmund in der gegenwärtigen Verfassung und mit dem aktuellen Personal zu den Titelanwärtern zählt, der sieht in "Wetten, dass...?" auch die Zukunft der deutschen TV-Unterhaltung.

24. Spieltag
  • Spielplan
  • Tabelle
FC Augsburg
FC Augsburg
Augsburg
0
1. FC Köln
1. FC Köln
1. FC Köln
0
20:30
Fr, 27.02.
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
Leverkusen
0
1. FSV Mainz 05
1. FSV Mainz 05
Mainz 05
0
15:30
Sa, 28.02.
Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach
M'gladbach
0
1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin
Union Berlin
0
15:30
Sa, 28.02.
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
Hoffenheim
0
FC St. Pauli
FC St. Pauli
St. Pauli
0
15:30
Sa, 28.02.
SV Werder Bremen
SV Werder Bremen
SV Werder
0
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
Heidenheim
0
15:30
Sa, 28.02.
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
Stuttgart
0
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
Wolfsburg
0
15:30
So, 01.03.
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
E. Frankfurt
0
SC Freiburg
SC Freiburg
Freiburg
0
17:30
So, 01.03.
Hamburger SV
Hamburger SV
Hamburger SV
0
RB Leipzig
RB Leipzig
RB Leipzig
0
19:30
So, 01.03.
#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC Bayern23193185:216460
2Borussia DortmundBorussia DortmundBVB23157149:222752
3TSG HoffenheimTSG HoffenheimHoffenheim23144549:301946
4VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgart23134644:321243
5RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig23125644:321241
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen22123743:281539
7SC FreiburgSC FreiburgFreiburg2396834:37-333
8Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtE. Frankfurt2387846:49-331
91. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin2377929:37-828
10FC AugsburgFC AugsburgAugsburg23841128:41-1328
11Hamburger SVHamburger SVHamburger SV2268825:32-726
121. FC Köln1. FC Köln1. FC Köln23661133:39-624
131. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0523571126:38-1222
14Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach23571126:39-1322
15VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg23551333:49-1620
16FC St. PauliFC St. PauliSt. Pauli23551322:40-1820
17SV Werder BremenSV Werder BremenSV Werder23471223:44-2119
181. FC Heidenheim 18461. FC Heidenheim 1846Heidenheim23351522:51-2914
  • Champions League
  • Europa League
  • Europa Conference League Quali.
  • Relegation
  • Abstieg
  • M = Meister der Vorsaison
  • N = Aufsteiger
  • P = Pokalsieger der Vorsaison
Ergebnisse & Tabelle

Newsticker

Alle News anzeigen

Torjäger 2025/2026

#Spieler11mTore
1FC Bayern MünchenHarry Kane928
2FC Bayern MünchenLuis Díaz013
VfB StuttgartDeniz Undav013
4Borussia DortmundSerhou Guirassy111
Bor. MönchengladbachHaris Tabakovic011
    * Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.