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Tuchel bei Chelsea unter kritischer Beobachtung

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06. April 2021, 12:51

Thomas Tuchel riet den Spielern nach seiner ersten Niederlage als Chelsea-Coach, nicht die Nerven zu verlieren. Kurz darauf geriet Antonio Rüdiger mit Ersatztorwart Kepa aneinander. Für das Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Porto müssen sich die Blues dringend zusammenreißen.

Thomas Tuchels Ansage war deutlich. Nach seiner ersten Niederlage als Teammanager des FC Chelsea, sagte der 47-Jährige, dürften die Blues "nicht den Kopf verlieren". Doch nur einen Tag später geschah genau dies: Nationalspieler Antonio Rüdiger rasselte im Training heftig mit Ersatztorwart Kepa zusammen - England horchte auf. Lief es für Tuchel in London bislang wie geschmiert, steht er vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Porto erstmals unter kritischer Beobachtung. Er muss dringend gegensteuern.

Das Hinspiel gegen Portugals Meister, wie auch das zweite Duell wegen Corona nach Sevilla verlegt, ist am Mittwoch (21:00 Uhr) die perfekte Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Nach der Auslosung war Tuchel noch "zuversichtlich, dass wir gegen Porto weiterkommen können". Nun hat er die bittere 2:5-Ligapleite gegen den Abstiegskandidaten West Bromwich Albion zu verdauen, die nicht nur Tuchels Start-Serie von 14 Partien ohne Niederlage beendete. Sie wirkte offenbar auch tiefer in die Mannschaft hinein.

Der "Telegraph" hatte zuerst berichtet, dass Rüdiger und Kepa bei der Oster-Einheit aneinandergeraten seien, sich geschubst hätten. Die Stimmung sei so angespannt gewesen, dass Tuchel Rüdiger in die Kabine schicken musste. Mittlerweile hat sich Rüdiger dem Vernehmen nach entschuldigt. "Das zeigt, wie viel Ehrgeiz und Hunger im Team ist - sogar im Training", sagte Flügelspieler Marcos Alonso bei "beIN Sports" über den Vorfall: "Das ist gut für das Team."

Für Porto und den weiteren Saisonverlauf wird es elementar sein, wie Tuchels Mannschaft nun reagiert. "Vielleicht werden wir das Spiel in vier Wochen als Weckruf betrachten", hatte Tuchel nach West Brom voller Hoffnung gesagt. Im schlimmsten Fall entwickelt sich aus der aufgeheizten Lage aber ein Flächenbrand, der sämtliche Titelträume verschlingt. Sorge macht vor allem die Art und Weise der Niederlage.

Böses Erwachen gegen den FC Porto?

Chancen herauszuspielen und zu verwerten, war und ist eine Baustelle. Nationalstürmer Timo Werner und seine persönliche Schaffenskrise bleiben ein Dauerthema. Aber auf die starke Abwehr konnte sich Tuchel bislang verlassen. Am Samstag kollabierte jedoch das gesamte System nach dem Platzverweis von Thiago Silva. Passiert das auch gegen Porto, gibt es ein böses Erwachen.

Die Saisonziele wären ernsthaft in Gefahr. Denn als Tuchel im Januar vom glücklosen Frank Lampard übernahm, versprach sich die Klubführung nicht nur die erneute Qualifikation für die Königsklasse über die Liga, die mittlerweile wieder in Reichweite ist. Der Gewinn der Champions League ist in der laufenden Saison ein Thema. Auch der FA Cup - hier spielt Chelsea Mitte April im Halbfinale gegen Manchester City - darf gerne gewonnen werden. So gebietet es nunmal das Selbstverständnis.

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