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Frust beim VfL Wolfsburg: "Ist das dein Ernst?"

Bei Wout Weghorst war die Nervendecke dünn
Bei Wout Weghorst war die Nervendecke dünn
Foto: © Oliver Zimmermann via www.imago-images.de
07. März 2021, 10:36

Die zweite Pflichtspiel-Niederlage in Folge ging nicht spurlos am Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg vorüber.

Die zwei freien Tage hatte Wout Weghorst bitter nötig, um sein Mütchen zu kühlen. "Ist das dein Ernst? Und was war vorher?", blaffte der frustrierte Stürmer des VfL Wolfsburg nach dem 1:2 (1:2) bei der TSG Hoffenheim den verdutzten "Sky"-Reporter an: "Du solltest dich erstmal einlesen, bevor du so etwas formulierst. Wenn du so eine Frage stellst, hören wir besser auf."

Dabei war die Frage nach einer "Delle" bei den Wölfen im Anschluss an den Rückschlag im Kampf um einen Platz in der Champions League durchaus berechtigt. Schließlich hatten die Niedersachsen nach neun Partien ohne Niederlage in der Fußball-Bundesliga (sechs Siege, drei Unentschieden) die zweite Pflichtspiel-Pleite in Folge kassiert. Vor der unnötigen Niederlage bei der TSG waren die Wolfsburger am Mittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals bei RB Leipzig gescheitert (0:2).

Dass nicht nur Weghorst, sondern der gesamte VfL das Verlieren nicht mehr gewohnt ist, hatte sich schon in der Schlussphase der Begegnung gezeigt. Erst bekam Trainer Oliver Glasner von Schiedsrichter Markus Schmidt die Gelbe Karte wegen Meckerns gezeigt, Sekunden später sah Sportchef Marcel Schäfer für das gleiche Vergehen sogar Gelb-Rot (beides 73.). Der unrühmliche Höhepunkt war der Platzverweis für Paulo Otavio nach einer Notbremse gegen Munas Dabbur in der vierten Minute der Nachspielzeit. Für das grobe Foul wird der Brasilianer sicher lange gesperrt.

VfL Wolfsburg: Casteels Serie endet nach 673 Minuten

Immerhin zeigte sich Glasner hinterher geläutert und sammelte durch seinen besonnen Auftritt wieder Pluspunkte. "Ich bin generell ein sehr schlechter Verlierer", gestand der Österreicher, der seinen Nationalspielern trotz er Pleite zwei Tage frei gab: "Deswegen hatte ich angenehme zwei Monate, in denen wir gar nicht verloren haben. Die zweite Niederlage in Folge nagt an mir und uns allen. Es fielen keine bösen oder beleidigenden Worte in Richtung des Schiedsrichters, aber vielleicht war unser Tonfall zu aggressiv."

Tatsächlich dürften sich die Wolfsburger, die trotz der Niederlage Tabellendritter bleiben, in erster Linie über sich selbst geärgert haben. Denn obwohl Torwart Koen Casteels nach 673 Minuten ohne Gegentor an seiner alten Wirkungsstätte Treffer von Christoph Baumgartner (8.) und Andrej Kramaric (41.) kassierte, wäre ein Punkt für den in der zweiten Hälfte dominierenden VfL locker drin gewesen. Zu mehr als dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch das 15. Saisontor von Weghorst (23.) reichte es aber nicht.

Die Unruhe um seine Person wollte Glasner als Grund für die Niederlage allerdings nicht gelten lassen. "Gar keinen", antwortete der Coach auf die Frage, welchen Einfluss die jüngsten Spekulationen über eine Ausstiegsklausel und das angebliche Interesse von Borussia Mönchengladbach hatten.

Etwas gereizt zeigte sich bei dem Thema auch Schäfer. "Wir geben natürlich keine Auskünfte über irgendwelche Vertragssituationen", sagte der Sportdirektor kurz vor Anpfiff: "Ich finde es kurios, dass versucht wird, von außen Unruhe reinzubringen."

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