Suche Heute Live
Tour de France
Artikel teilen

Tour de France
Radsport Straßenrennen
(M)

Buchmann abgehängt: "Geht wohl noch nicht besser"

Für Emanuel Buchmann läuft es bei der Tour de France noch nicht
Für Emanuel Buchmann läuft es bei der Tour de France noch nicht
Foto: © Fotoreporter Sirotti Stefano via www.imago-images.
05. September 2020, 19:03

Emanuel Buchmann rollte mit gesenktem Kopf Richtung Teambus, seine Stimmung war so grau wie der Himmel über dem Zielort Loudenvielle.

"Das ist nicht das, was ich wollte und wie ich gerne fahren möchte, aber es geht wohl noch nicht besser nach dem Sturz", sagte Buchmann, nachdem er auf der ersten Pyrenäen-Etappe der Tour de France mehr als eine Minute auf seine Rivalen verloren hatte - der Traum vom Podest droht früh zu platzen.

Während der Franzose Nans Peters (AG2R) nach 141 km und den berüchtigten Port de Bales und Peyresourde einen Ausreißersieg feierte, verlor Buchmann am letzten Berg den Anschluss an die Favoritengruppe.

"Heute lief es nicht so gut bei mir, als es richtig abging zum Schluss. Ich habe mich nicht gut gefühlt und musste reißen lassen", sagte er: "Ich bin einfach mein Tempo gefahren und habe versucht, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren."

Yates weiter in Gelb

Das gelang nur teilweise. Der Brite Adams Yates (Mitchelton-Scott) verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich vor Topfavorit Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma), beide erreichten das Ziel 6:40 Minuten nach Peters. Bora-hansgrohe-Kapitän Buchmann hatte als Tages-25. 7:43 Minuten Rückstand und ist im Gesamtklassement 1:25 Minuten hinter Yates Elfter.

Dass er in der entscheidenden Phase des Rennens wieder ohne Helfer dastand, wollte Buchmann nicht als Grund für den Rückschlag gelten lassen. "Die Jungs haben bis zum vorletzten Berg einen guten Job gemacht. Es hat einfach bei mir gefehlt, da kann man der Mannschaft nicht die Schuld geben", sagte der 27-Jährige, der kurz vor der Tour schwer gestürzt war und mit den Folgen immer noch kämpft: "Es besteht natürlich die Hoffnung, dass es besser wird. Aber heute ging eben nicht mehr."

So düster wie Buchmann sah Enrico Poitschke die Welt nicht. "Emu hat am letzten Berg den Kontakt verloren, aber er ist nicht komplett eingebrochen. Wir haben Zeit verloren, aber nicht allzu viel. Es ist nichts verloren", sagte Boras Sportlicher Leiter.

Pinot als großer Verlierer

Roglics junger Landsmann Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) holte als einziger Klassementfahrer nennenswerte Zeit - 40 Sekunden - auf die anderen Favoriten heraus. Großer Verlierer war Frankreichs Hoffnungsträger Thibaut Pinot, der bereits am vorletzten Berg abgehängt wurde und den Traum vom Tour-Sieg erneut begraben muss - mehr als 25 Minuten verlor Pinot. Auch der französische Publikumsliebling Julian Alaphilippe büßte mächtig Zeit ein, über 18 Minuten.

Buchmann schien zwar zunächst gut erholt von den Strapazen des Vortages, als er mit seinem Bora-Team stundenlang für Sprinter Peter Sagan mächtig Tempo gemacht und das Feld gesprengt hatte. Auch seine wichtigsten Helfer waren zunächst an seiner Seite, verabschiedeten sich am höchsten Berg des Tages, dem Port de Bales, aber nacheinander.

"Ganz wichtig ist, dass wir Emanuel immer auf einer guten Position in den Berg fahren", sagte Poitschke - Buchmann war jedoch wie bei der ersten Bergankunft am Dienstag früh alleine. Und am Peyresourde verließen ihn die Kräfte, er kämpfte um Schadensbegrenzung.

Um die geht es für ihn wohl auch am Sonntag. Der Abschluss der in diesem Jahr kurzen Pyreänen-Tour bietet zwar ebenfalls keine Bergankunft, dafür zwei tückische Anstiege: Den erstmals im Programm stehenden, bis 11,4 Prozent steilen Col de la Houcere. Und vor allem die gegen Ende bis 13,6 Prozent steile Rampe des Col de Marie Blanque, dessen Passhöhe nur 18 km vor dem Ziel liegt.

Newsticker

Alle News anzeigen