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Bekannte Gesichter im Rampenlicht

Derby-Debakel für Ex-VfB-Star, Holtby glänzt

Shinji Okazaki spielt mit dem SD Huesca bald in der Primera Divisón
Shinji Okazaki spielt mit dem SD Huesca bald in der Primera Divisón
Foto: © sport.de/imago images
23. Juli 2020, 15:09
sport.de
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Viele bekannte Gesichter spielen weitgehend unbeachtet von der deutschen Presse im Ausland. Heute blickt sport.de auf einen japanischen Aufstiegshelden, einen ehemaligen DFB-Star in der englischen Championship und einen langjährigen VfB-Verteidiger im Ex-Klub von Zlatan Ibrahimovic.

Es scheint, die Medienabteilung des SD Huesca hätte eine leise Vorahnung gehabt, als der spanische Zweitligist im letzten September Shinji Okazaki als Neuzugang präsentierte. Die vereinseigene Website betitelte den Stürmer sinngemäß als "Kirsche auf der Torte unseres Angriffs".

Knapp ein Jahr später hat sich diese doch mutige Prophezeiung allemal bewahrheitet. Denn anders als manche Experten zu bedenken gaben, lässt der quirlige Angreifer seine Karriere in der spanischen Sonne keinesfalls ausklingen.

Mit zwölf Saisontreffern avancierte Okazaki zum besten Huesca-Torjäger und schoss die Aragonier nach einem Jahr in der Seguna División direkt zurück in die Beletage - zum überhaupt erst zweiten Mal in der Vereinsgeschichte.

Huesca machte den Wiederaufstieg am vergangenen Freitag durch einen 3:0-Erfolg gegen Numancia perfekt, der Japaner traf sehenswert per Hacke zum Endstand. Am letzten Spieltag sicherte sich Huesca, zuvor Tabellenzweiter, dann sogar noch die Zweitliga-Meisterschaft.

Zum Aufstiegskader gehörten noch zwei weitere aus Deutschland bekannte Spieler: Sergio Gómez (BVB) zählte zum erweiterten Kreis der Stammspieler, erzielte einen Treffer und lieferte drei Assists. Dagegen konnte Pablo Insua (FC Schalke) auch in seiner spanischen Heimat kaum Fuß fassen und stand in nur sechs Liga-Spielen in der Startelf.

Okazaki feiert zweiten Meister-Titel

Anders als Okazaki kehren die beiden Leihspieler in diesem Sommer zu ihren Stammklubs zurück. Der Japaner hingegen besitzt einen bis 2021 gültigen Vertrag und wird im Herbst seiner Karriere noch in La Liga auflaufen.

 

Zwischen 2011 und 2015 ging der 119-fache japanische Nationalspieler für den VfB Stuttgart und Mainz 05 in der Bundesliga auf Torejagd, ehe er zu Leicester City wechselte und 2016 mit den Foxes sensationell die englische Meisterschaft feierte.

Im vergangenen Sommer folgte ein fünfwöchiges Intermezzo beim FC Málaga, für den Okazaki wegen fehlender Spielberechtigung keine einzige Partie absolvierte. Stattdessen schloss sich der Angreifer Huesca an - für Spieler und Verein ein echter Glücksgriff.

Durchwachsenes Insel-Comeback für Holtby

Unterdessen bilden Lewis Holtby und die Blackburn Rovers noch keine perfekte Symbiose. Der Ex-Hamburger ist in Nord-England keinesfalls gesetzt und stand bei nur einem (!) seiner 27 Einsätze über 90 Minuten auf dem Rasen.

Immerhin glänzte der 29-Jährige am Samstag beim furiosen 4:3-Erfolg gegen Reading mit zwei Assists - es waren seine ersten beiden Torbeteiligungen seit Mitte Januar. Beim saisonabschließenden 2:3 gegen Luton wurde Holtby allerdings enttäuschend zur Pause ausgewechselt. Die Rovers beenden die Saison damit auf dem elften Rang.

Zeitweise schien der Aufstieg und damit die Rückkehr in die Premier League greifbar, doch besonders nach dem Re-Start ließ Blackburn gegen Kellerkinder zu viele Zähler liegen. So dümpelte der englische Traditionsverein weiterhin im zweitklassigen Tabellen-Mittelfeld herum.

Es ist gleichzeitig ein wenig sinnbildlich für Holtbys Karriere. 2008 machte der ehemalige deutsche Nationalspieler bei Alemannia Aachen erstmals auf sich aufmerksam, wenig später war er neben André Schürrle und Ádám Szalai Teil der Mainzer Bruchweg Boys.

Beim FC Schalke, Tottenham Hotspur und dem FC Fulham blieb Holtbys finaler Durchbruch allerdings aus. Die vier Jahre, die der offensive Mittelfeldspieler anschließend beim Hamburger SV verbrachte, endeten im Fiasko. Nach seiner dortigen Suspendierung und zweieinhalb Monaten ohne Arbeitgeber schloss sich der einstige Hoffnungsträger dann den Rovers an.

Insúa erlebt Derby-Debakel in der MLS

Deutlich harmonischer gingen der VfB Stuttgart und Emiliano Insúa auseinander. Bei den Schwaben in der zweiten Liga häufig nur Reservist, bat der Argentinier im Winter um Freigabe - und wechselte wenig später die MLS zu LA Galaxy.

Im Ex-Klub von Zlatan Ibrahimovic freute sich Manager Dennis te Kloese über "einen erfahrenen Verteidiger, der für viele namhafte Vereine auf der ganzen Welt gespielt hat". In der Tat stammt Insúa aus der Jugend der Boca Juniors und stand in der Folge unter anderem für den FC Liverpool und Atlético Madrid auf dem Platz.

In den USA läuft es für den Linksverteidiger unterdessen noch überhaupt nicht rund. Im "MLS is Back Tournament" in Disney World setzte es bislang zwei Niederlagen - am vergangenen Wochenende eine besonders bittere.

Galaxy geriet im Stadtderby gegen den Los Angeles FC mit 2:6 gehörig unter die Räder. Insúa spielte zwar durch, leitete die Pleite mit zwei schwerwiegenden Stellungsfehlern allerdings ein. Chance auf Wiedergutmachung besteht aber schon bald: In der Nacht zum Freitag treffen Insúa und Co. auf Houston.

Tom Kühner

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