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Dynamo hofft nach Pleite weiter: "Haben alles reingeworfen"

Markus Kauczinski will mit Dynamo Dresden noch die Wende schaffen
Markus Kauczinski will mit Dynamo Dresden noch die Wende schaffen
Foto: © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/Poo
01. Juni 2020, 12:18

Dynamo Dresden hat beim Comeback in der 2. Fußball-Bundesliga eine Niederlage kassiert. Der Klassenerhalt wird für die Sachsen zur erwartet schwierigen Mission. Dennoch schöpften die Mut.

Seinen Spielern ging die Puste aus, die Geisterkulisse störte, und auch an der sportlich prekären Lage änderte sich nichts. Markus Kauczinski hatte sich als Trainer von Dynamo Dresden vom lang ersehnten Comeback in den Spielbetrieb der 2. Fußball-Bundesliga mehr erhofft.

Gegen den VfB Stuttgart, der den zweiten Platz vor den Verfolgern Hamburger SV und 1. FC Heidenheim festigte, hatte der Tabellenletzte am Sonntag das erste Spiel nach 84 Tagen mit 0:2 verloren. Angesichts des durchaus mutigen Auftritts und der schwierigen Umstände war Kauczinski dennoch zufrieden. "Für das, was wir im Tank haben, war das ein gutes Spiel. Wir haben alles reingeworfen, alles gegeben", sagte er.

Als letzter der 18 Zweitligisten griff Dresden am Sonntag wieder ins Spielgeschehen ein. Am 9. Mai waren die Sachsen nach drei positiven Coronatests geschlossen in Quarantäne geschickt worden, das Mannschaftstraining nahm das Team erst am vergangenen Wochenende auf. Das Gros der Liga hatte bereits vor zwei Wochen erstmals wieder auf dem Platz gestanden.

Die fehlende Spielpraxis war Dynamo teilweise anzumerken. Das Kauczinski-Team trat zwar defensiv konzentriert auf und zeigte großen Einsatz, tat sich im Aufbauspiel aber äußerst schwer. Oft stimmte das Timing nicht, gewonnene Bälle schenkten die Schwarz-Gelben zu leichtfertig her.

Letzte Präzision hat gefehlt

"Ich habe nach einer Woche Training nicht erwartet, dass wir die Mannschaft an die Wand spielen oder einen Sturmlauf über 90 Minuten machen", sagte Kauczinski. Man habe gemerkt, dass die Spieler am Ende "ein bisschen nachlassen", auch die "letzte Präzision" habe gefehlt. Trotzdem: "Wir haben gezeigt, dass wir Dinge ausgleichen können, auch gegen eine Mannschaft wie Stuttgart."

Diese war gegen Dresden zwar dominant, spielte ihre größere individuelle Klasse aber zu selten aus. Das, glaubte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo, lag auch an Dresden. "Sie haben unfassbar leidenschaftlich gespielt. Man hat nicht erwartet, dass sie nach so einer Situation so lange geschlossen und mit so viel Energie auf dem Platz stehen können", sagte er.

Hamadi Al Ghaddioui (19.) und Youngster Darko Churlinov (88.) hatten Stuttgart auf Bundesliga-Kurs gehalten. Die Schwaben (51 Punkte) sind weiter Zweiter vor dem HSV (49), der sich gegen Wehen Wiesbaden zu einem 3:2-Erfolg mühte. Heidenheim (48) bleibt nach dem 3:0 gegen Erzgebirge Aue Vierter.

Kauczinski über "richtig geile Aktion" der Ultras

Dynamo (24) muss dagegen als Schlusslicht weiter den Sturz in die Drittklassigkeit fürchten. Die Mission Klassenerhalt bleibt kompliziert, auch weil Dresden einschließlich des Stuttgart-Duells neun Spiele in 29 Tagen absolvieren muss. Schon am Mittwoch (18:30 Uhr) gastiert Dynamo bei Hannover 96.

Verlassen kann sich der Klub auf die Unterstützung seiner Fans. Am Samstagabend versammelten sich Dutzende Anhänger vor dem Teamhotel am Dresdner Elbufer und präsentierten ein Spruchband mit der Aufschrift "Wir zusammen gegen den Rest der Welt." Dazu brannten die Fans mehrere bengalische Feuer ab. Kauczinski dankte den Ultras. "Es war sensationell und sehr emotional. Das war eine richtig geile Aktion", sagte er.

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