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Klinsmann bejubelt Last-Minute-Sieg in Wolfsburg

Die Hertha drehte das Spiel in Wolfsburg
Die Hertha drehte das Spiel in Wolfsburg
Foto: © Tilo Wiedensohler via www.imago-images.de
25. Januar 2020, 17:42

Jürgen Klinsmann hat sein Wolfsburg-Trauma endgültig überwunden und mit Hertha BSC in der Autostadt einen wertvollen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt geholt. Fast elf Jahre nach dem legendären 1:5 mit Bayern München feierte der Coach der Berliner nun am 19. Spieltag der Bundesliga einen 2:1 (0:0)-Erfolg, der dem Hauptstadt-Klub ein kleines Polster auf die Abstiegszone verschaffte.

Der VfL Wolfsburg verliert nach einer wenig erbaulichen Partie vor 24.894 Zuschauern dagegen im Rennen um die Europacup-Plätze immer mehr den Anschluss. Auch spielerisch bleibt das Team von Trainer Oliver Glasner aktuell deutlich hinter den Ansprüchen zurück und muss sich klar steigern.

Den Führungstreffer der Gastgeber von Admir Mehmedi (68.) konterte Berlins Verteidiger Jordan Torunarigha wenig später (74.) per wuchtigem Kopfball. Dodi Lukebakio (90.) traf kurz vor dem Schlusspfiff zum Sieg.

"Entscheidend war, dass wir nicht aufgeben haben, auch nicht nach dem Rückstand", sagte Berlins Niklas Stark bei "Sky": "Harte Arbeit hilft, es geht für uns darum, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Der erste ist es, da unten rauszukommen. Dann erst können wir über andere Dinge reden."

"Die Phase ist mehr als kompliziert", sagte derweil VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke: "Wir müssen die richtigen Antworten finden, im Moment scheint das nicht zu gelingen."

Wolfsburg startet schwungvoll

Die fast schon legendäre Pleite von Klinsmann am 4. April 2009 in der Volkswagen Arena war vor dem Duell noch einmal ausgiebig diskutiert worden. Der Ex-Bundestrainer, der seitdem nicht mehr als Coach in Wolfsburg aufgetreten war, verlegte seinen Fokus aber klar auf die Aktualität.

Klinsmanns Vorgabe an seine Mannschaft für das Spiel betraf vor allem die Offensive. Der 55-Jährige wünschte sich eine Woche nach der 0:4-Klatsche gegen den Rekordmeister aus München ein Plus an Kreativität, mehr Torchancen. Zunächst war allerdings der stabil wirkende Defensivverbund inklusive des zuletzt nicht immer berücksichtigten Nationalspielers Niklas Stark gefordert, denn die Wölfe starteten mit mehr Schwung.

Hertha setzte auf eine Kontertaktik und fuhr damit gut. Marius Wolf hätte die Gäste bei einem der wenigen Ausflüge in den Strafraum des Gegners in Führung bringen können, er traf die Flanke des sehr aktiven Javairo Dilrosun aber nicht richtig (13.). Ex-Stürmer Klinsmann hätte den Ball zu aktiven Zeiten wohl verwandelt.

Treffer bringen Feuer in die Partie

Die Aktion zeigte aber Signalwirkung, Hertha übernahm nun die Spielkontrolle, agierte giftiger, wacher gegen biedere Wölfe, die erst in der 38. Spielminute durch einen Fernschuss von Kapitän Josuha Guilavogui wirklich gefährlich wurden. Bis zu Halbzeit blieb Wolfsburg dann am Drücker.

Gleiches Bild nach dem Wechsel, die Gastgeber drängten weiter auf die Führung und hatten durch Renato Steffen ihre bis dato beste Chance - doch Hertha-Keeper Rune Jarstein wehrte gut postiert ab (52.).

Beide Teams waren bemüht, zeigten viel Einsatz, wirkten aber spielerisch limitiert. Mit den beiden Treffern war dann plötzlich Feuer in der Partie, beide Mannschaften witterten die Chance auf den Dreier. Die entscheidende Aktion gelang dann der Hertha.

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