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Freud und Leid im Signal Iduna Park

Breitenreiter vor dem Aus - BVB-Rekord lässt Favre kalt

André Breitenreiter steht in Hannover mit dem Rücken zur Wand
André Breitenreiter steht in Hannover mit dem Rücken zur Wand
Foto: © getty, Jörg Schüler
26. Januar 2019, 19:24

Allzu kämpferisch wirkte André Breitenreiter nicht mehr. Nach dem 1:5 (0:1) bei Borussia Dortmund gingen dem Fußball-Lehrer auch die letzten Argumente für einen Verbleib bei Hannover 96 aus.

In seiner Enttäuschung über die am Ende deutliche Schlappe unterlief ihm im ersten TV-Interview nach dem Abpfiff bei "Sky" ein Freudscher Versprecher: "Es geht jetzt nicht um mich, sondern darum, Hannover 96 vor dem Klassenerhalt zu bewahren."

Er meinte natürlich den Abstieg, den es zu verhindern gilt. Ob weiter mit ihm, das darf mehr den je bezweifelt werden. Die Chancen, dass er 22 Monaten nach seinem Amtsantritt weiterhin der Coach der Norddeutschen bleibt, sind auf ein Minimum gesunken. Schließlich hatten Vereinschef Martin Kind und Manager Horst Heldt bereits nach dem 0:1 am vergangenen Spieltag gegen Bremen angesichts der bisher schlechtesten Bundesliga-Bilanz der Vereinsgeschichte die Nachfolgediskussion eröffnet.

"Können nicht erwarten, dass wir heute Klarheit schaffen"

Nicht zuletzt deshalb wird eine Entscheidung gegen Breitenreiter am Sonntag erwartet. Der 45-Jährige selbst wollte sich nicht zu seiner Zukunft äußern: "Der Fokus lag auf dem Spiel. Alles andere werden wir in den nächsten Tagen sehen und entscheidet der Verein. Wir brauchen eine klare Ansage, was jetzt Trumpf ist."

Diese klare Ansage blieb Horst Heldt jedoch schuldig: "Wir werden das jetzt erst einmal intern besprechen. Sie können nicht erwarten, dass wir heute Klarheit schaffen. Das ist nicht möglich. Wir müssen uns erst mit der Geschäftsführung und den Gremien austauschen. Wir werden Klarheit schaffen, wenn wir Klarheit gefunden haben."

Bei Hannover 96 brechen alle Dämme

Zumindest in den ersten 60 Minuten präsentierte sich Hannover nicht wie ein Abstiegskandidat und stellte den großen Favoriten aus Dortmund vor Probleme. Doch nach dem kapitalen Fehler von Miiko Albornoz in der 60. Minute, der dem BVB das 2:0 bescherte, brachen alle Dämme.

"Wir schaffen es nur über 50, 60 Minuten das umzusetzen, was wir uns vornehmen. Dann bekommen wir ein Tor und alles ist weg - der Mut, das Selbstvertrauen", klagte Angreifer Hendrik Weydandt.

BVB stellt unter Favre neuen Rekord auf

Anders als Hannover steuert der BVB weiter auf Erfolgskurs. Obwohl trotz der Führung durch Achraf Hakimi (24. Minute) bis zur 60 Minute viele Wünsche offen blieben, gelang am Ende ein deutlicher Sieg. Drei Treffer binnen sieben Minuten durch Marco Reus (60.), Mario Götze (63.), Raphael Guerreiro (67.) ebnete den Weg.

Mit 48 Punkten nach 19 Spieltagen steht Dortmund so gut wie nie in seiner Vereinshistorie da. Diesen Rekord kommentierte Lucien Favre in für ihn gewohnter Zurückhaltung: "Das bedeutet für mich nicht viel, das ist nur Statistik." Lächelnd fügte der Fußball-Lehrer an: "Wir genießen den Sieg heute und konzentrieren uns ab morgen schon auf das nächste Spiel."

BVB für die englischen Wochen gerüstet

Am kommenden Samstag erwartet den BVB in Frankfurt eine schwerere Aufgabe als gegen Hannover. "Damit fangen die englischen Wochen an", warnte Favre mit Verweis auf weitere anstehende Prüfungen im DFB-Pokal gegen Werder Bremen und in der Champions League gegen Tottenham Hotspur. "Wir denken weiter von Spiel zu Spiel."

Doch die Borussia scheint für diese Aufgabe gerüstet. Das 1:0 in Leipzig und der Erfolg über Hannover dokumentierten, dass der BVB in der Winterpause nicht aus dem Tritt gekommen ist. Zudem entspannt sich rechtzeitig vor der einsetzenden Terminhatz die Personallage. So belebte der von einer leichten Sprunggelenksverletzung genesene Kapitän Marco Reus das Spiel gegen Hannover.

Zudem geht es auch beim erneut im zentralen Angriff eingesetzten Götze weiter aufwärts. Mit seinem zweiten Saisontor sammelte er Selbstvertrauen: "Zu Hause die Energie direkt mitzunehmen, ist sehr wichtig. Und dann auch noch das Tor vor der Südtribüne zu machen, ist natürlich perfekt."

 

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