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Yarmolenko schwärmt vom BVB: "Schritt nach vorne"

Ein Tor, zwei Vorlagen: Für Yarmolenko läuft es gut beim BVB
Ein Tor, zwei Vorlagen: Für Yarmolenko läuft es gut beim BVB
20. September 2017, 11:14

Andrey Yarmolenko hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Er war mehrfach Meister, Pokalsieger, selbstverständlich auch Supercupsieger, zudem bester junger Spieler, zweimal Torschützenkönig, dreimal Fußballer des Jahres. Schönheitsfehler: Sämtliche Erfolge sammelte der Neuzugang von Borussia Dortmund im vergleichsweisen kleinen, bedeutungsarmen Fußballkosmos der Ukraine.

Der BVB ist mit 27 seine erste Auslandsstation. Das ist außergewöhnlich für einen derart exzellenten Spieler, zumal im Zeitalter des weltumspannenden Jugendscoutings. Wahrscheinlich hat Yarmolenko aus einer schmerzhaften Erfahrung gelernt, die ihn beinahe die Profikarriere gekostet hätte.

Andrey Yarmolenko war 13, als er mit Erfolg bei der berühmten Dynamo-Akademie vorspielte. Doch er hielt es dort nicht aus: Er hatte Heimweh. Sein Glück war, mit 16 ein zweites Mal entdeckt zu werden - von Dynamo-Spähern. Diesmal war er reif für Kiew. Elf Jahre später ist er reif für Dortmund.

"Ich weiß, wozu ich fähig bin"

Hat er in der Ukraine etwas verpasst? "Definitiv nicht", sagte Yarmolenko dem britischen "Guardian". "Man kann sagen, man solle als 20-Jähriger in eine große Liga Europas wechseln, weil man sich dort schneller entwickelt." Jedoch: "Andererseits bin ich jetzt ein fertiger Spieler. Ich weiß, wozu ich fähig bin. Dynamo hat mich zu dem geformt, der ich bin."

Außerdem weiß Yarmolenko sehr genau, was er will. Ein angeblich monströses Angebot aus China hörte er sich erst gar nicht an, einen Wechsel zu Stoke City lehnte sein Verein ab, dem Yarmolenko aus Dankbarkeit eine gute Ablöse bescheren wollte.

25 Millionen Euro hat der BVB für den Flügelstürmer überwiesen, ein Bruchteil der Einnahme für den zum FC Barcelona abgewanderten Ousmane Dembélé. Diesen ersetzt er positionsgetreu, aber er ist ein ganz anderer Typ: größer, 1,89 m, kräftiger, wuchtiger, kampfstärker.

Shevchenko als großes Vorbild und Mentor

Gelernt hat er von einem der Großen. "Andriy Shevchenko war mir eine große Hilfe", berichtet Yarmolenko über das jahrelange Zusammenspiel in Verein und Nationalmannschaft, "er hat mir Tipps gegeben, besonders beim Abschluss. Wo steht der Torwart? Muss ich flach oder hoch schießen?"

Durch sein Verharren in der Heimat allerdings begab sich Yarmolenko auch in den Verdacht, die Konkurrenz in England, Spanien oder Deutschland zu scheuen - oder schlicht nicht gut genug zu sein. Das widerlegen die ersten Auftritte im Trikot des BVB, "einem großen Verein in Europa. Natürlich ist Dynamo Kiew auch ein großer Klub, aber der BVB ist ein Schritt nach vorne". Sein Traumtor bei Tottenham Hotspur (1:3) entzückte die Dortmunder Fans.

"Ich werde in jedem Training hart arbeiten, um dem BVB dabei zu helfen, seine höchsten Ziele zu erreichen - um die geht es mir immer", sagt Yarmolenko. Jetzt auch erstmals im Ausland.

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