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Bosz im Angriffsmodus: "Sehen uns in Dortmund"

Ist heiß aufs Rückspiel: BVB-Coach Peter Bosz
Ist heiß aufs Rückspiel: BVB-Coach Peter Bosz
Foto: © getty, Dan Mullan
14. September 2017, 10:52

Beim 1:3 bei Tottenham Hotspur offenbarte Borussia Dortmund große Defizite in der Defensive. Der Glaube an den Einzug ins Achtelfinale ist dennoch ungebrochen.

Die Abwehr wackelte bedenklich, die Spielweise war naiv, doch die Selbstkritik nach dem Fehlstart in die Champions League hielt sich bei Borussia Dortmund in Grenzen. Trainer Peter Bosz und Sportdirektor Michael Zorc schalteten stattdessen in den Angriffsmodus, auch wenn nach der 1:3 (1:2)-Niederlage im Wembley-Stadion der Druck vor dem ersten Heimspiel gegen Titelverteidiger Real Madrid schon gewaltig ist.

"Alles ist noch offen, wir sehen uns auch noch in Dortmund", sagte Bosz nach seinem missglückten Debüt in der Königsklasse. Der Tabellenführer der Bundesliga hat seine Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale natürlich noch nicht verspielt, doch die Pleite bei einem direkten Kontrahenten ist äußerst schmerzhaft. Im Rückspiel gegen die Spurs muss ein deutlicher Sieg her, um im möglicherweise entscheidenden direkten Vergleich die Nase vorn zu haben.

Zorc setzt auf das eigene Publikum

Zorc blieb zu später Stunde in den Katakomben der Kultstätte des englischen Fußballs dennoch gelassen, auch wenn ihn die Niederlage sichtlich mitgenommen hatte. "Die Champions League ist eigentlich einfach. Du musst deine Heimspiele gewinnen, dann hast du eine gute Chance weiterzukommen", sagte er.

Dafür bedarf es aber einer deutlichen Leistungssteigerung - gerade in der Abwehr. Ömer Toprak vertrat den verletzten Marc Bartra nur unzureichend, auch Sokratis und Łukasz Piszczek haben schon bessere Fußballabende erlebt. Der zweimalige englische Meister nahm die sich bietenden Räume der hoch verteidigenden Dortmunder dankend an und nutzte die individuellen Fehler und das zaghafte Zweikampfverhalten gnadenlos aus.

Bei einer besseren Chancenverwertung wären auch noch mehr Tore als die Treffer des ehemaligen Bundesligaprofis Heung-Min Son (4.) und des überragenden Harry Kane (15., 60.) möglich gewesen. "Wenn man so spielt, sind die Räume hinter der Verteidigung riesengroß. Das haben wir nicht gut gemacht. Bei den Gegentoren waren wir zu lieb", klagte Bosz.

Bürki setzt auf mehr Entschlossenheit

Insgesamt erfreute man sich beim BVB aber am vielen Ballbesitz und haderte mit dem italienischen Schiedsrichtergespann, das dem eigentlich regulären Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang zum 2:2 wegen einer angeblichen Abseitsstellung die Anerkennung fälschlicherweise verweigerte. "Wenn auf dem Niveau so eine Fehlentscheidung getroffen wird, ist es schwer, das Spiel zu drehen", sagte Zorc.

So blieb es trotz der Feldüberlegenheit der Gäste lediglich beim sehenswerten Treffer von Andrey Yarmolenko (11.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. "Vielleicht waren wir ein bisschen zu wenig zwingend nach vorne", bemängelte Torhüter Roman Bürki, der beim 0:1 durch Dortmund-Schreck Son aus spitzem Winkel schlecht ausgesehen hatte. Es war bereits das siebte Pflichtspieltor des Südkoreaners gegen den BVB.

Sorgen bereitete Bosz aber nicht nur das Sturm-Duo Son/Kane, sondern auch der eingewechselte Mario Götze, der von Jan Vertonghen in der Nachspielzeit im Gesicht getroffen wurde und das Spiel nicht beenden konnte. "Er hat Probleme mit den Zähnen und geht noch zum Arzt. Das sieht nicht so gut aus. Nicht alle Zähne sind mehr an der richtigen Stelle. Es tut schon weh, wenn man darüber spricht", sagte Bosz. Vertonghen sah für die Aktion Gelb-Rot.

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