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Rolf Schafstall: Der "harte Hund" wird 80

Rolf Schafstall stieg 2001 mit dem VfL Bochum ab
Rolf Schafstall stieg 2001 mit dem VfL Bochum ab
22. Februar 2017, 11:42

Den großen Fußball verfolgt Rolf Schafstall nur noch von der Couch. "Der VfL Bochum oder Fortuna Düsseldorf wären in der Nähe, aber was soll ich da? Da ist eh nichts mehr los", sagt Schafstall, der am Mittwoch seinen 80. Geburtstag im engen Freundes- und Familienkreis feiert.

Der gebürtige Duisburger, der heute in Krefeld lebt, gilt bis heute als Inbegriff des autoritären, kompromisslosen Trainers und war bei seinen insgesamt zwölf Profi-Stationen zwischen 1975 und 1994 vorwiegend mit Abstiegskampf beschäftigt. Die deutlichsten Spuren hinterließ er in Bochum, die Mannschaft mit "Ziehsöhnen" wie Michael "Ata" Lameck oder Lothar Woelk begründete in den Achtzigern den Mythos der "Unabsteigbaren".

Schafstall wuchs mit sieben Geschwistern in Duisburg auf und arbeitete später als Gruben-Elektriker auf Zeche Neumühl. So knochenhart wie sein Job war, spielte er auch Fußball, als gefürchteter Abwehrspieler bei Hamborn 07 und dem SSV Reutlingen.

Der (fast) unabsteigbare VfL Bochum

1976 rettete er auf seiner ersten Trainerstation den MSV vor dem Abstieg. In der Saison 1978/79 erreichte er mit den Meiderichern das UEFA-Cup-Halbfinale, das die Zebras gegen den späteren Sieger Borussia Mönchengladbach verloren. In seiner ersten Zeit in Bochum hielt er den Revierklub mit eiserner Hand zwischen 1981 und 1986 in der ersten Liga.

Nach seinem Wechsel zu Schalke 04 (1986) blieb er der "harte Hund". Er stellte den damaligen Präsident Hans-Joachim Fenne vor die Wahl: Entweder Manager Rudi Assauer verlässt den Verein, "oder ich tue es". Assauer ging.

Bei seiner ersten Rückkehr nach Bochum rettete er den VfL 1991 vor dem Abstieg. Sein letzter Einsatz als Profi-Trainer führte ihn zum Ende der Saison 2001 auf seiner 16. Trainer-Station erneut nach Bochum. Diesmal klappte es nicht mehr mit dem Klassenerhalt.

Zwei Jahre zuvor hatte Schafstall bundesweit für Negativschlagzeilen gesorgt. Ein Zitat aus dem Nachrichtenmagazin Spiegel kostete ihn im März 1999 nach nur 57 Tagen seinen Job bei Dynamo Dresden: "Dreck, wo du hinguckst. In der Kabine steht keiner auf, hört keiner zu. Die sind nicht zur Arbeit erzogen worden, zu nichts. Kein Anstand, alles Ossis."

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