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Southgate hat "ein Durcheinander übernommen"

Southgate (r.) brachte Rooney (m.) in der Schlussphase
Southgate (r.) brachte Rooney (m.) in der Schlussphase
Foto: © getty, Laurence Griffiths
12. Oktober 2016, 13:21

Nach 73 Minuten wechselte Englands Interimstrainer Gareth Southgate die Vergangenheit für die Zukunft ein - doch auch Kapitän Wayne Rooney konnte das schlingernde Schiff nicht auf Siegkurs bringen.

Das 0:0 in Slowenien war für Notnagel Southgate eine Offenbarung. Er habe "ein Durcheinander übernommen", merkte der frühere Profi nach seinem zweiten Spiel als Chefcoach an. Für den Auswärtspunkt können sich die "Three Lions" bei ihrem grandiosen Torwart Joe Hart bedanken. Mit großartigen Paraden bewahrte der Keeper des FC Turin, der bei Manchester City aussortiert wurde, die Briten vor einer Niederlage.

Southgate hatte für seine Entscheidung, den 30 Jahre alten Rooney zunächst auf die Bank zu setzen, viel Lob bekommen. Der altgediente Stürmer von Manchester United durfte erst in der 73. Minute ran - Jungstar Dele Alli musste vom Platz. Southgate hoffte in Ljubljana wohl, der formschwache Rooney könne die Lösung sein. Doch er täuschte sich.

Vor Rooneys Einwechslung hatte der frühere englische Nationalspieler Gary Lineker, der in Großbritannien für seinen bissigen Humror bekannt ist, bei Twitter gescherzt: "Immer noch keine Tore in Slowenien. Ich gebe Rooney die Schuld."

England ohne Rooney nicht besser

Damit hatte es Lineker auf den Punkt gebracht. Ohne den Kapitän, der zuletzt so viel kritisiert und nach dem 2:0 gegen Malta sogar von den eigenen Fans ausgebuht wurde, war England nicht besser. Es sei "ein harter Abend für Southgate" gewesen, befand "BBC" Sport. Eine "glanzlose Vorstellung" nannte es die Zeitung "The Independent".

Das Team musste sich beim Keeper bedanken. "Harts Genialität rettet einen Punkt", titelte "The Telegraph" und merkte an: "Pep Guardiola will ihn nicht mehr, aber er ist immer noch Englands Nummer eins." An einem Abend ohne Sieger war immerhin Hart ein Gewinner.

"Respektiert den Punkt", schrieb der "Guardian". Und Southgate schien nach der Zitterpartie tatsächlich nicht unzufrieden zu sein. Es komme derzeit nur darauf an, "das Schiff in sicheres Fahrwasser" zu bringen. Ob er dafür die Zeit bekommt?

Macht Southgate weiter?

Wenn Southgate den Job permanent machen wolle, müsse sein Team im WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland und im Freundschaftsspiel gegen Spanien schon besser auftreten, merkte "BBC Sport" an.

Allerdings ist gar nicht sicher, ob Southgate den Job überhaupt noch will. Darauf angesprochen antwortete er einem Reporter des britischen Fernsehsenders "itv": "Ich habe jetzt erst mal ein paar Tage, an denen ich ausschlafen kann." Eine Bewerbung für ein langfristiges Engagement als Nationaltrainer war das genauso wenig wie die Leistung, die seine Mannschaft auf dem Platz gezeigt hatte.

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