Erstes Pflichtspiel, erster Sieg, erster Titel - mit viel Glück hat Carlo Ancelotti beim FC Bayern schon am 34. Amtstag den Supercup geholt.
In einem intensiven und hochklassigen Duell bei Borussia Dortmund sicherten sich die Münchner Double-Gewinners durch ein 2:0 (0:0) die erste Trophäe der Saison. Arturo Vidal (58.) und Thomas Müller (79.) auf Vorlage des Ex-Dortmunders Mats Hummels erzielten die Tore zum insgesamten schmeichelhaften Sieg für den Rekordmeister.
Er könne auf den Supercup "verzichten", hatte BVB-Trainer Thomas Tuchel vorab gesagt, er bemühte sich erst gar nicht, das Duell zum Kräftemessen zweier Titelrivalen zu stilisieren. Schließlich spielte ohnehin nicht der Meister gegen den Pokalsieger, weil der FC Bayern beide Titel gewonnen hatte. 81.360 Zuschauern war das gleich - das Spiel, das in 209 FIFA-Mitgliedsstaaten übertragen wurde, war ausverkauft.
Offener Schlagabtausch in Dortmund
Die Fans wurden nicht enttäuscht. Es war kein Sommerkick zweier B-Teams, kein lustloses Ballgeschiebe, im Gegenteil: Es ging mächtig zur Sache - mit lange Zeit erheblichen Vorteilen für den BVB. Pierre-Emerick Aubameyang (8./11.), Ousmane Dembélé (32./33.) und Felix Passlack (49.) ließen die ebenso unsortierte wie unkonzentrierte Bayern-Abwehr alt aussehen, die Liste ließe sich fortsetzen.
Allein: Sie trafen das Tor nicht. Häufig waren es die Nerven, manchmal technische Fehler, mehrfach rettete aber auch Bayern-Torhüter Manuel Neuer seine Mannschaft vor einem Rückstand. Zunächst hatte es die Rückkehr von Hummels zu sehen gegeben. Der Weltmeister, nach acht Jahren BVB zurück zum FC Bayern gewechselt, spielte in der Innenverteidigung, er wurde bei jedem Ballkontakt von der Südkurve leidenschaftlich ausgepfiffen. Mario Götze dagegen, Rückkehrer von den Bayern nach Dortmund, saß 90 Minuten auf der Bank.
Der Rekordmeister wirkte noch ohne Arjen Robben, Douglas Costa, Jérôme Boateng und Renato Sanches (alle verletzt) defensiv instabil. Die Abwehrreihe mit Kapitän Javi Martinez schaute bei einigen Großchancen nur zu, vor allem rechts hinten boten sich dem stürmischen BVB Lücken.
Heißsporn Ribéry im Glück
Zudem hätte sich Bayern-Superstar Franck Ribéry nach einem Ellbogenschlag gegen Passlack (28.) nicht über eine Rote Karte beschweren können. Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) zeigte zur Verwunderung vieler Zuschauer stattdessen beiden Spielern Gelb.
Kurz vor der Pause folgte die erste gute Gelegenheit der Bayern - Vidal (38.) scheiterte zweimal an BVB-Torhüter Roman Bürki. Stürmerstar Robert Lewandowski kam kurz darauf vor dem herausstürmenden Bürki zum Kopfball (43.), brachte den Ball aber nicht vorbei.
Es blieb zunächst ein Aufflackern, denn nach der Pause lief das Spiel ähnlich. Der komplett umgekrempelte BVB, mit den Pflichtspiel-Debütanten Marc Bartra, Dembélé und Sebastian Rode in der Startelf, wirbelte, die Bayern hechelten hinterher. Mit dem Unterschied, dass sie bei ihrer nächsten Gelegenheit eiskalt zuschlugen. Vidals 16-Meter-Schuss ließ Bürki unglücklich nach vorne abprallen, Vidal setzte nach und schob den Ball am Schweizer vorbei.












