Der deutsche Paralympics-Sieger Taliso Engel hat bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin seine starke Frühform eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Über 50 m und 200 m Brust stellte der 23-Jährige in der Startklasse SB13 jeweils neue Weltrekorde auf – teils mit deutlichem Vorsprung auf die bisherigen Bestmarken. Besonders spektakulär fiel seine Zeit über 50 m Brust aus: Bereits im Vorlauf stellte er einen neuen Weltrekord auf, den er mit 28,01 Sekunden im Finale nochmal unterbot. Engel verbesserte den bisherigen Weltrekord somit um fast zwei Sekunden. Insgesamt fielen bei der IDM sieben Weltrekorde.
"Ich will eigentlich immer Bestzeiten schwimmen, das ist mir hier ganz gut gelungen. Und die Zeiten hier über 50 und 200 Meter sind wegweisend dafür, dass in Zukunft auch die 100 Meter gut funktionieren können", sagte Engel. Bei der Europameisterschaft im türkischen Kocaeli (7. bis 12. September) wird er erneut in der paralympischen Disziplin über 100 m Brust an den Start gehen.
Auch Janis McDavid sorgte vor heimischem Publikum für Aufsehen. Der Wahl-Berliner, der ohne Arme und Beine geboren wurde, absolvierte in der Hauptstadt seine ersten großen internationalen Wettkämpfe. Erst vor zwei Jahren hatte er seine Angst vor dem Wasser überwunden. Nun schwamm McDavid in der Startklasse SB1 gleich zu zwei Weltrekorden über 100 m Brust. Dazu kamen deutsche Bestmarken über 50 m Rücken und 50 m Freistil.
Die IDM galt zugleich als letzter wichtiger Gradmesser für die Nominierung zur EM. Insgesamt erfüllten 23 Aktive die geforderten Normzeiten. Bundestrainerin Ute Schinkitz blickt daher optimistisch auf den Saisonhöhepunkt: "Wir können dank unserer etablierten Kräfte auf eine erfolgreiche EM hoffen. Für die jüngere Hälfte des Teams wird es zugleich die Premiere bei internationalen Titelkämpfen sein, bei der man viel für den weiteren Karriereweg lernen kann."