Borussia Dortmunds Pläne, eine eigene Multifunktionshalle in unmittelbarer Nähe zum Signal Iduna Park für die erfolgreichen Handball-Frauen sowie die Tischtennis-Abteilung zu bauen, stoßen nicht nur auf Begeisterung. Kritik gibt es unter anderem an BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke.
Dieser hatte Details zu dem spektakulären Bauvorhaben der Schwarz-Gelben im April gegenüber den "Ruhr Nachrichten" ausgeplaudert - ein Vorgehen, das in der Dortmunder Kommunalpolitik Kritik hervorruft.
"Wir waren sehr erstaunt. Herr Watzke wird es vermutlich nie lernen: Wenn man etwas möchte, spricht man mit Verwaltung und Politik. Ich bin stinksauer. Die Vorgehensweise war völlig daneben. Am Ende entscheidet der Rat, was in dieser Stadt passiert", zitiert die Regionalzeitung Ute Mais, Bürgermeisterin und sportpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.
Zwar sollen zeitnah Gespräche zwischen dem BVB und Vertretern der Stadt geplant sein. Bislang tappt die Politik aber offenbar weitgehend im Dunkeln.
"Bisher haben wir von diesem Bauvorhaben lediglich aus der Zeitung erfahren. Nach unserem Kenntnisstand hat der BVB bisher noch mit niemandem aus der zuständigen Stadtverwaltung zu dem Thema gesprochen", schilderte Carla Neumann-Lieven, Fraktionsvorsitzende der SPD.
Der BVB solle bitte "zunächst das Gespräch mit der Stadt zu suchen, bevor solche Pläne weiterverfolgt werden", so Neumann-Lieven.
Nimmt der BVB 20 Millionen Euro in die Hand?
Als möglichen Bauplatz hat der BVB eine Freifläche hinter der 1980 eröffneten Helmut-Körnig-Halle ausgemacht. Ein Planungsbüro wurde bereits mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, auch konkrete Baupläne sollen schon entstehen.
Laut "Ruhr Nachrichten" rechnet der BVB mit Baukosten zwischen 15 und 20 Millionen Euro - eine Summe, die laut SPD-Politikerin Neumann-Lieven zu niedrig angesetzt sein könnte.
Es scheine "zumindest äußerst ambitioniert davon auszugehen, dass es dem Verein möglich wäre, die gewünschte Halle für einen angestrebten Preis von nur 20 Millionen Euro zu realisieren", mahnte sie.
Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) betonte, er finde das Bauvorhaben des BVB grundsätzlich "in Ordnung". Er ergänzte: "Natürlich würde ich mich freuen, wenn Gespräche erstmal untereinander geführt werden, bevor es in der Öffentlichkeit ist. Aber es ist so wie es ist."
































