Anfang März kündigte Schach-Superstar Magnus Carlsen völlig überraschend an, erstmals seit drei Jahren wieder an einem Klassik-Turnier außerhalb Norwegens teilnehmen. Beim anstehenden TePe Sigeman & Co Turnier (1. bis 7. Mai 2026) im schwedischen Malmö sieht ein Experte für den Norweger eine ganz besondere Feuertaufe.
"Magnus steht dieses Mal eigentlich unter zusätzlichem Druck. Es stellt sich die Frage: Ist er immer noch so gut, wie es die Weltrangliste vermuten lässt, oder hat er durch das geringe Spielvolumen etwas an Form eingebüßt?", hob der Schach-Profi und TV-Experte Torstein Bae die Bedeutung des Comebacks im Gespräch mit "NRK" hervor, das "sehr überraschend" komme.
Klassik-Schach und Magnus Carlsen sind seit vielen Jahren nicht mehr die besten Freunde. Der Ausnahmespieler hatte der Variante mit langer Bedenkzeit schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt und sich stattdessen auf Schnellschach- und Freestyle-Partien fokussiert. Einzige jährliche Ausnahme: Norway Chess, das Turnier, das direkt vor seiner Haustür stattfindet.
Schach: Carlsen-Comeback "eine große Sache"
Dass der 35-Jährige nach einem Jahr wieder an einem Klassik-Turnier teilnimmt sei "eine große Sache", so Bae weiter: "Es wird sehr spannend werden, ihn wiederzusehen. Magnus muss jetzt beweisen, dass er tatsächlich immer noch so überragend ist, wie seine Position in der Weltrangliste es vermuten lässt." Dort rangiert der norwegische Superstar seit 15 Jahren auf Platz eins.
Um diesen Platz halten zu können, wird Carlsen in Malmö "sehr viele Partien gewinnen" müssen, so der "NRK"-Experte weiter. Dass der Großmeister in naher Zukunft aber regelmäßig wieder bei Turnieren im Klassik-Schach zu sehen sein wird, glaubt sein norwegischer Landsmann nicht: "Ich denke einfach, dass er Schnell- und Blitzschach spannender findet."
Duelle mit anderen Top-Stars, wie beispielsweise der Nummer zwei der Welt, Hikaru Nakamura, im klassischen Schach bleiben daher wohl Zukunftsmusik. "Das ist ja etwas, was viele seiner Konkurrenten immer anprangern. Sie empfinden es als schade, nicht gegen ihn spielen zu können und zu versuchen, ihn zu schlagen oder zu zeigen, dass sie besser sind, da er so selten klassisches Schach spielt", so Bae.
