Während Matthias Blübaum aktuell beim Kandidatenturnier in Zypern um das WM-Duell gegen Dommaraju Gukesh kämpft, nahm der deutsche Schach-Großmeister Vincent Keymer bei den grenke Freestyle Chess Open in Karlsruhe teil. Dort stellte er sich unter anderem Schach-Superstar Magnus Carlsen - und gewann am Ende das Turnier.
Der deutsche Großmeister Vincent Keymer hat das grenke Freestyle Chess Open gewonnen und sich das Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro gesichert. Obendrein qualifizierte er sich für die Freestyle-Schach-Weltmeisterschaft im Februar 2027 in Weissenhaus.
Keymer kam in insgesamt neun Runden ohne eine einzige Niederlage aus, mit 7,5 Punkten lag er aufgrund der besseren Zweitwertung vor Maxime Vachier-Lagrave. Hinter dem Franzosen teilten sich weitere sieben Spieler punktgleich die Ränge drei bis neun – darunter auch Magnus Carlsen.
"Keymer–Sarana war ein Meisterwerk"
Zwischen Keymer und Carlsen war es in der siebten Runde zum Showdown gekommen. Der Deutsche hatte seine ersten sechs Partien allesamt gewonnen, der Norweger hatte zweimal Remis gegeben. Die beiden Top-Stars lieferten sich ein spannendes Duell, Keymer hatte sich mit den weißen Figuren nach der Eröffnung eine gute Position erspielt. Einen Fehler des 21-Jährigen mit nur noch etwas mehr als einer Minute auf der Uhr wusste Carlsen dann nicht zu verwerten. Nach Zugwiederholung endete die Partie später mit einem Remis.
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Keymer spielte anschließend auch gegen Alexey Sarana und Maxime Vachier-Lagrave Remis, was zum Turniersieg reichte.
Vor allem in der Partie gegen Sarana beeindruckte Deutschlands bester Schachspieler die Konkurrenz. "Keymer–Sarana war ein Meisterwerk von Keymer. Am Ende wurde dies etwas getrübt, weil er ein Remis zugelassen hat, aber dennoch eine sehr beeindruckende Partie", sagte etwa Magnus Carlsens Coach Peter Heine Nielsen hinterher. Keymer hatte unter Zeitnot eine mögliche Gewinnfortsetzung im 40. Zug nicht erkannt, sodass die Partie letztlich ohne Sieger endete.

