Vor seinem bislang so starken Mercedes-Teamkollegen George Russell sichert sich Kimi Antonelli in Shanghai die Pole Position - als bislang jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte. Sebastian Vettel ist seinen Rekord los - und Toto Wolff begeistert vom erst 19 Jahre alten Italiener.
"Er kommt jetzt in die Gänge", sagte der Mercedes-Teamchef nach Antonellis historischem Husarenstreich bei "Sky". "Das erste Jahr war ein Lernjahr, das haben wir auch immer wieder gesagt. Jetzt beginnt er, richtig Performance zu zeigen. Es wird auch in diesem Jahr nicht immer einfach sein, aber jetzt hat er mal eine hingeknallt - auch mit dem Glück des Tüchtigen, weil es bei George ein Problem gab."
Er selbst sei "ein winziges Zahnrad" beim Aufschwung Antonellis, schilderte Wolff. "Da gehört auch sein ganzes Umfeld dazu. Grundsätzlich muss der Fahrer mit seiner Persönlichkeit in der Lage dazu sein, dem Druck standzuhalten und muss das Talent haben, die Performance umzusetzen."
19 Jahre, sechs Monate und 17 Tage alt ist Antonelli - und damit deutlich jünger als Vettel, als dieser in Monza 2008 im Alter von 21 Jahren, zwei Monaten und elf Tagen erstmals zum Pole-Setter avancierte.
Formel 1: Das sagt Kimi Antonelli zu seiner Rekord-Fahrt
Die Glückwünsche seiner Konkurrenten nahm Antonelli schüchtern entgegen, fast beiläufig. Im Interview ging das Formel-1-Talent direkt zur Analyse über. Seine historische Runde sei "sauber" und "ohne Fehler gewesen", sagte Antonelli.
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Mit etwas Abstand erklärte er dann auf der Pressekonferenz, dass er über seinen Rekord "sehr glücklich" sei. "Das war erst der Anfang, es wird noch eine Menge kommen", versprach er.
Russell als Zweiter des Qualifyings betrieb nach eigener Aussage lediglich "Schadensbegrenzung". Wolff erklärte: "Das Auto ist zuerst gar nicht losgefahren und dann im Gang stecken geblieben. Daraufhin mussten wir es dreimal neu starten und die Software neu hochladen, und dann ging es wieder."



