Um ein Haar hätte es am Samstagmorgen deutscher Zeit das erste große Erfolgserlebnis für Nico Hülkenberg im Audi gegeben. Zwei Tausendstelsekunden fehlten dem deutschen Formel-1-Fahrer im Qualifying von Shanghai, um sich für das Q3 und damit die Top Ten der Startaufstellung zu qualifizieren. Das Fazit des Routiniers fiel dennoch einigermaßen positiv aus.
Der Tag startete für Nico Hülkenberg im Audi zunächst denkbar schlecht. Aufgrund von technischen Problemen konnte der 37-Jährige nicht am Sprintrennen teilnehmen, musste seinen R26 nach dem verpatzten Saisonauftakt in Melbourne erneut vorzeitig in der Garage abstellen.
Was genau das Problem an seinem Boliden war, konnte Hülkenberg am "Sky"-Mikrofon wenige Stunden später gar nicht sagen: "Ehrlich gesagt habe ich mich nach dem Sprintrennen da nicht weiter drum gekümmert, sondern den Fokus wieder nach vorne auf das Qualifying gerichtet. Die relevanten Abteilungen und Leute arbeiten mit Nachdruck natürlich daran. Ich gebe so lange Gas, so lange alles hält."
Im Qualifying, das vier Stunden nach dem Shanghai-Sprint angesetzt war, lief es dann besser für den einzigen deutschen Stammpiloten in der Formel 1: Das Q1 meisterte der Emmericher zunächst souverän, auch Teamkollege Gabriel Bortoleto schaffte den Sprung unter die besten 16 Fahrer.
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In Q2 fehlten Hülkenberg als Elfter dann nur zwei Tausendstelsekunden auf Isack Hadjar im Red Bull, um sich für die Top Ten zu qualifizieren. "Ein knappes Höschen!", so der knappe Kommentar Hülkenbergs, als er mit dem Ergebnis konfrontiert wurde.
Formel 1: Gasly und Bearman schneller als Hülkenberg
Bitter für das Audi-Werksteam: Schon zum dritten Mal nacheinander wurde Hülkenberg nun in einem Qualifikationstraining Elfter. Doch dieser bleibt positiv gestimmt: "Alle guten Dinge sind drei. Hoffen wir mal, dass es morgen im Rennen dann etwas gibt und wir etwas Schönes mit nach Hause nehmen können."
Hülkenberg ärgerte sich vor allem darüber, dass er von zwei vermeintlich direkten Konkurrenten bezwungen wurde - nämlich von Pierre Gasly im Alpine und Oliver Bearman im Haas: "Das ist immer ein bisschen ärgerlich, wenn die direkten Konkurrenten vor einem stehen. Aber die Runden waren sauber, es ging nicht viel mehr."
Generell fällt es dem Audi-Fahrer noch sehr schwer, das Leistungsvermögen seines neuen Renners genau einschätzen zu können. Vor allem die bislang fehlende Zuverlässigkeit des Autos mache ein erstes Urteil unmöglich.
"In dem Status bleibt es eine absolute Wundertüte", so Hülkenberg, der um 8:00 Uhr am Sonntagmorgen deutscher Zeit als Elfter in den Großen Preis von China starten wird.



