Rund um die Formel 1 mehren sich Spekulationen über den Einstieg des Automobilkonzerns BYD, die RTL/ntv und sport.de bestätigen kann. Warum ein Einstieg des chinesischen Elektroauto-Riesen "unheimlich viel Sinn" ergeben würde, erklärt RTL-Reporter Felix Görner in seiner sport.de-Kolumne.
Es wäre ein chinesischer Großangriff auf die Formel 1. Allerdings ist es ein Plan, der mindestens zwei bis drei Jahre dauert – so lange braucht man, um in der F1 Fuß zu fassen. Strategisch ergibt es unheimlich viel Sinn, aufgrund des Reglements und der hybriden Technik aus Verbrennungs- und Elektroantrieb einzusteigen. Das war schon für Audi und Cadillac ein Hauptgrund, in die F1 einzusteigen.
Zudem können Autohersteller durch die globale Plattform der Formel 1, die zu den besten Marketingtools der Welt gehört, Emotionen wecken. Sie lädt die Produkte emotional auf: Aus vermeintlich langweiligen Serienautos werden durch den Namen des Herstellers und dessen Start in der Formel 1 interessantere Fahrzeuge. Auch das ist einer der Gründe für das steigende Interesse.
Kauft sich BYD in die Formel 1 ein?
Hinzu kommt, dass der gesamte chinesische Automarkt so sehr im Aufschwung ist, dass man in der Welt des Motorsports seine Fühler ausstreckt und prüft, wo man seine Produkte mit den Emotionen des Rennsports aufladen kann. Zudem ist die Formel 1 keine Geldverbrennungsmaschine mehr. Wenn man das Investment richtig anlegt, kann man mit einem Team inzwischen richtig Geld verdienen.
Das beste Beispiel dafür ist Toto Wolff, der nicht nur mehrfacher Millionär, sondern Milliardär geworden ist. Es gibt Möglichkeiten, sich das Investment über Jahre hinweg zurückzuholen. Deswegen ergibt es strategisch und finanziell sehr viel Sinn, dass die Chinesen in die Formel 1 einsteigen wollen.
Zwei Teams stehen im Fokus, wenn BYD den Einstieg beschleunigen will: Dazu gehört definitiv Aston Martin, wo Besitzer Stroll allmählich seine Lust an der Formel 1 verliert, weil er sieht, wie kompliziert alles ist, und merkt, dass seine Personalentscheidung zugunsten von Adrian Newey, der das Team in Doppelfunktion leitet, falsch war. Das ist wirklich ein Desaster, das Stroll tief trifft.
Das wäre für BYD ein absolutes No-Go
Es wäre für BYD eine Möglichkeit, ein Team zu kaufen. Das Problem: Es handelt sich um einen japanischen Motorenhersteller – was für chinesische Unternehmen ein absolutes No-Go ist. Es wird nicht passieren, dass ein chinesisches Unternehmen mit einem japanischen Motorenhersteller im Team arbeitet. Der Vertrag würde gebrochen oder man würde sich umgehend von Honda trennen.
Das zweite Team, das zum Verkauf steht, ist Alpine von Flavio Briatore und Renault. Das wäre eine gute Möglichkeit, über Mercedes-Motoren wieder ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Deswegen liegen diese Optionen für BYD auf dem Tisch und werden derzeit durchgerechnet. F1-CEO Stefano Domenicali würde sich als alter Marketingfuchs sicherlich sehr darüber freuen.
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Das Interesse der Chinesen ist auf jeden Fall da – nicht nur, um die schönsten und besten Straßenautos zu bauen, sondern auch, um im Rennsport Siege einzufahren und zu zeigen, dass man es auch auf einer Formel-1-Rennstrecke kann. China kann kommen.



