Für den großen Europa-League-Traum muss der VfB Stuttgart die hohe Hürde FC Porto nehmen. Die Portugiesen kommen mit viel Selbstbewusstsein und einem spannenden Trainer ins Ländle.
Wenn am frühen Donnerstagabend (LIVE ab 18:15 Uhr auf RTL+ und ab 18:30 Uhr bei RTL/NITRO) das Flutlicht im Neckarstadion angeht, wird es auf den Rängen ganz besonders knistern.
Es steht zwar Europa League drauf, doch Gegner und Ambiente verbreiten ein ordentliches Flair Champions League. Und in Bad Cannstatt haben sie lange auf ein europäisches Achtelfinale gewartet. Ziemlich genau 13 Jahre ist es her, dass die Schwaben zuletzt in der Europa League in der Runde der besten 16 standen. Gegen Lazio Rom war sang- und klanglos Endstation (0:2 und 1:3). Im VfB-Aufgebot standen damals unter anderem Sportdirektor Christian Gentner, Bayern-Keeper Sven Ulreich oder auch der heutige Real-Star Antonio Rüdiger.
Der VfB Stuttgart im Jahr 2026 rechnet sich durchaus mehr aus in diesem Achtelfinale und träumt offen vom großen Titel. Die Partie gegen Porto wird auf diesem Weg aber ein richtiger Hindernisbrocken für den deutschen Pokalsieger. Ein Duell mindestens auf Augenhöhe.
In der portugiesischen Liga führt das Team aus dem Norden Portugals seit Monaten souverän die Tabelle an. Der Klub mit der großen Geschichte und 170.000 Mitgliedern hat sich derzeit als klares Zugpferd des Giganten-Trios um Benfica und Sporting (beide aus Lissabon) etabliert.
Europa League: Erster Clash in Bad Cannstatt
Eine der spannendsten Porto-Personalien ist der Trainer des Teams. Francesco Farioli ist erst 36 Jahre alt und einer der jüngsten Trainer im Profibusiness, war aber schon in der Türkei, Katar, Frankreich und den Niederlanden beschäftigt - jetzt ist er in Portugal angekommen und schreibt dort seine Erfolgsgeschichte fort.
Der Italiener führte 2025 Ajax beinahe zum niederländischen Titel, trat dann aber trotz laufenden Vertrages zurück und suchte die neue Herausforderung in der Hafenstadt.
Farioli hat sich den Ruf erarbeitet, ein innovativer Trainer zu sein. Mit seinen 36 Jahren ist er quasi der Jose Mourinho der Porto-Neuzeit, auch wenn ihn Spielstil und Auftreten von der Trainer-Ikone ziemlich unterscheiden.
Mit dem Ende 30 Jahre alten und wenig bekannten Mourinho begründete Porto Anfang der 2000er eine echte Ära und feierte den größten Coup der Geschichte. 2004 holte die Mourinho-Elf auf Schalke die Königsklasse.
Innovativ und modern: Farioli in Porto erfolgreich
Ganz so weit ist es bei Farioli freilich noch nicht. Er wurde schon mehrmals zum Trainer des Monats ausgezeichnet, Titel gewonnen hat er bisher nicht. Dafür sieht es in diesem Jahr gut aus. Porto ist auf dem Weg zur 34. Meisterschaft. Statt in der Königsklasse strebt Porto vorerst einen Erfolg eine Etage tiefer in der Europa League an. Sein Punkteschnitt bisher: überragende 2,44.
Der Farioli-Fußball sieht so aus: Porto spielt im 4-3-3-System einen modernen und kontrollierten Ansatz mit viel Ballbesitz und viel Ballkontrolle. Der Tabellenführer der Primeira Liga will das Spiel machen, dominieren und über kurze Pässe Raumgewinne erzielen. Auch über das schnelle Umschaltspiel ist Porto immer wieder gefährlich. Hinten hält eine stabile Defensivachse den Laden dicht.
Als moderner Taktiker ist Farioli also ein interessanter Herausforderer für VfB-Coach Sebastian Hoeneß, dem man Ähnliches attestieren kann. Auch die Schwaben wollen stets viel den Ball haben, den Gegner schwindelig spielen und auf Gegenpressing setzen. Es zeichnet sich auf und neben dem Platz ein Duell für Feinschmecker ab.
Kurioserweise begann Farioli nach seinem Studium der Philosophie und Sportwissenschaft einst als Torwarttrainer. Während seines ersten Auslandsaufenthalts holte ihn ein gewisser Roberto De Zerbi nach Italien zurück. Dort arbeitete das Duo gemeinsam bei Sassuolo. De Zerbi gilt als Vorbild vieler junger und moderner Trainer-Durchstarter wie auch Hoeneß, dessen Spielstil oft mit dem des Italieners verglichen wird.
FC Porto fehlen wichtige Spieler
Nun kreuzen sich am Donnerstag die Wege. Farioli muss für das K.o.-Spiel gegen Stuttgart Lösungen finden. Der wichtigste Stürmer Samu Aghehowa (20 Treffer) fällt mit einer Kreuzbandverletzung aus. Sturm-Routinier Luuk de Jong fehlt mit der gleichen Verletzung.
Auch das polnische Top-Talent Oskar Pietuszewski muss der VfB nicht fürchten. Erst vor wenigen Tagen hatte er ein sehenswertes Tor gegen Benfica erzielte. Der 17-Jährige steht nicht im EL-Kader der Portugiesen.
Und dennoch verfügt Porto über einen Kader, der es mit den Stuttgartern aufnehmen kann. Eine Säule im Team ist Keeper Diogo Costa. Der Nationaltorhüter Portugals bringt die Erfahrung aus Weltmeisterschaft und Europameisterschaft mit und gilt als veritabler Elfmeter-Entschärfer.
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Im Mittelfeld sorgt Mega-Juwel Rodrigo Mora für Aufsehen. Der Techniker stammt aus der eigenen Jugend und steht schon bei einem Marktwert von über 40 Millionen Euro. Auch Gabri Veiga und der Däne Victor Froholdt bringen in der Offensive viel Torgefahr mit.
Mut macht dem VfB die Heimbilanz in der EL: In fünf Partien gelangen den Schwaben vier Siege. In Cannstatt rollte die schwäbische Tormaschine bis auf das Spiel gegen Celtic verlässlich. So oder so gibt es am Donnerstag eine Premiere. Das Aufeinandertreffen ist die erste Begegnung zwischen Stuttgart und Porto überhaupt. Es wird knistern, auf und neben dem Platz.





























