Nach der knappen 2:3-Niederlage im Klassiker gegen den FC Bayern steht auch Borussia Dortmunds Abwehrchef Nico Schlotterbeck im Fokus. Hätte der BVB-Profi für seine zumindest grenzwertige Grätsche gegen Josip Stanisic in der Anfangsphase die Rote statt nur die Gelbe Karte sehen müssen?
Das "Opfer" von Schlotterbecks Attacke nach einer guten Viertelstunde meint: Ganz klar: ja!
"Ich habe schon in der Szene erlebt, dass es für mich mehr als nur Gelb ist", sagte Stanisic. "Natürlich spielt er ein bisschen den Ball, aber die Rote Karte ist dazu da, um Spieler zu schützen. Und wenn ich auf Schienbeinhöhe mit der offenen Sohle davor den Ball spiele und dann noch weiter rutsche, ist das für mich ganz klar Rot."
Schlotterbeck selbst gab zu: "Ich treffe ihn sehr unglücklich am Schienbein. Wahrscheinlich kann man da schon Rot geben. Zum Glück hat der Schiri Gelb gegeben. Vom Gefühl her hätte er sonst wahrscheinlich das Spiel früh entschieden. Das wollte er wahrscheinlich nicht machen. Deswegen kann man vielleicht noch sagen Dunkelgelb."
"Es ist hier schon eine brutale Intensität", sagte später auch Sport-Geschäftsführer Lars Ricken im ZDF-"Sportstudio": "Da haben wir schon ein bisschen Glück gehabt, dass es nur eine Gelbe Karte ist."
Vier Tage zuvor hatte Schlotterbeck beim Champions-League-Aus des BVB bei Atalanta Bergamo als Ersatzspieler die Rote Karte gesehen.
BVB vs. FC Bayern: Schlotterbeck dreimal im Glück
Im Duell mit dem FC Bayern ging seine Glückssträhne sogar noch weiter: Nur acht Minuten nach seinem Einsteigen gegen Stanisic brachte Schlotterbeck sein Team per Kopf in Führung und freute sich darüber so intensiv, dass er über die Bande sprang und mit den Fans jubelte. Eine zweite Gelbe Karte sah er dafür nicht.
"Wir können jetzt auch alles ausmustern", sagte Schlotterbeck bei "Sky". "Wenn man alles ausmustert, dann haben wir keinen Fußball mehr. Aber dann, ich sage es dir ehrlich, dann spiele ich irgendwann Schach. Weil wenn ich dafür eine Gelbe bekomme, dann hört es auf."
Vor dem Elfmeter zum 2:1 des FC Bayern durch Harry Kane (70.) brachte Schlotterbeck dann erneut Stanisic zu Fall, diesmal im eigenen Strafraum. Wieder gab es nicht die Ampelkarte von Schiedsrichter Sven Jablonski.
"Ich finde, es war schon ein sehr, sehr leichter Kontakt", sagte Schlotterbeck dazu. "Und mir dann dafür Gelb zu geben, wüsste ich jetzt nicht."




























