Felix Nmecha ist bei Borussia Dortmund nach Anlaufschwierigkeiten zum vielleicht wichtigsten Spieler aufgestiegen und weckt das Interesse der Konkurrenz. Droht dem BVB ein Abgang des Leistungsträgers?
Die Frage nach dem wichtigsten Spieler im Kader von Borussia Dortmund ist nicht leicht zu beantworten.
Ist es Gregor Kobel, der laut "kicker"-Rangliste aktuell beste Torhüter der Bundesliga?
Oder Nico Schlotterbeck, der Abwehrchef, der wohl zum Top-Verdiener und Kapitän aufsteigen würde, sollte er sich zu einem langfristigen Verbleib beim BVB entscheiden?
Oder Torjäger Serhou Guirassy, der trotz so mancher Durststrecke auch in dieser Saison schon wieder bei 16 Treffern in 34 Pflichtspielen steht?
Vermutlich ist es derzeit tatsächlich keiner der drei, sondern Felix Nmecha.
Als zentraler Mittelfeldspieler steht der 25-Jährige naturgemäß nicht so sehr im Rampenlicht wie die Kollegen hinter und vor ihm. Zumal Nmecha keiner ist, der als Lautsprecher glänzt oder ins Rampenlicht drängt.
Viele Beobachter sehen in ihm aber den Garanten für die starken Ergebnisse, die der BVB derzeit einfährt.
BVB: Felix Nmechas Zahlen überzeugen
Unter Trainer Niko Kovac ist Nmecha nicht wegzudenken. 2600 Einsatzminuten absolvierte er in der laufenden Saison die drittmeisten aller Dortmunder Feldspieler.
Fünf Tore erzielte Nmecha selbst, allein drei davon in der Champions League, drei weitere legte er für seine BVB-Teamkollegen vor - eine sehr ordentliche Ausbeute für einen Spieler auf seiner Position.
Abseits der nackten Zahlen glänzt Nmecha als Taktgeber und Verbindungsspieler, agiert wuchtig, robust und ist für seine Körpergröße von 1,90 Meter erstaunlich schnell und wendig.
Als "Führungsspieler" bezeichnete sich Nmecha zudem selbst Anfang des Jahres im vereinseigenen Podcast. In seinen inzwischen gut zweieinhalb Jahren beim BVB sei er "mental stark gewachsen".
Kovac attestierte Nmecha eine "richtig gut Entwicklung". Der gebürtige Hamburger sei "Vollprofi" und ein "toller Mensch", schwärmte der BVB-Coach, der Nmecha bereits zu gemeinsamen Zeiten beim VfL Wolfsburg kennen- und schätzengerlernt hatte.
Bitter aus BVB-Sicht, aber natürlich unvermeidbar und zudem wenig überraschend: Die wichtige Rolle, die Nmecha nach seiner von Formschwankungen und Verletzungen überschatteten Anfangszeit in Dortmund inzwischen einnimmt, ist auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Gleich mehrere Klubs aus der finanziell haushoch überlegenen Premier League sollen ihn auf dem Zettel haben.
Und Nmecha, der teilweise in England aufwuchs und bei Manchester City ausgebildet wurde, soll eine Rückkehr auf Insel reizen.
Bekennt sich Felix Nmecha zum BVB?
Dass er zuletzt sein Management wechselte und sich nun von der Agentur The Talent Table vertreten lässt, könnte als Wechsel-Indiz gedeutet werden - auch, wenn sein neuer Berater gegenüber "Sport Bild" den BVB als ersten Ansprechpartner für Zukunftsgespräche nannte.
Dem Vernehmen nach soll es einen ersten Austausch über eine Vertragsverlängerung mit Nmecha über 2028 hinaus geben. Eine deutlich Gehaltserhöhung soll ihm winken.
Dass sich Nmecha wirklich zeitnah langfristig zum BVB bekennt, scheint aber nicht sehr wahrscheinlich zu sein.
Denn: Auf der großen Bühne Königsklasse, wo dem BVB im Playoff-Rückspiel bei Atalanta Bergamo am Mittwoch (ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker) nach dem 2:0 im Hinspiel der Einzug ins Achtelfinale winkt, sowie bei der WM im Sommer könnte er seinen Marktwert steigern und weitere Interessenten auf sich aufmerksam machen.
Sollte sich ein Wechsel konkreter abzeichnen, würde dem BVB immerhin noch eine hübsche Ablösesumme winken: 70 Millionen Euro sollen den Dortmundern für Nmecha vorschweben.





























