In der Bundesliga ist Borussia Dortmund dem FC Bayern weiter auf den Fersen. Trotz einer rekordverdächtigen Saison der Münchner haben einige BVB-Stars zuletzt offen von der Meisterschaft geträumt. Diesem Lager hat sich nun auch Innenverteidiger Waldemar Anton angeschlossen.
"Wer keine Titelträume hat, ist falsch bei Borussia Dortmund", sagte der 29-Jährige im Interview mit "Sky". "Wir versuchen alles, dass es nochmal spannend wird. Aber wir müssen unsere Aufgaben gut machen und vor allem die engen Spiele ziehen."
Gleichwohl räumte der Abwehrspieler ein, dass die Ausgangslage natürlich knifflig ist.
"Letzte Saison waren wir sehr weit weg. Wir hatten einige Punkte Rückstand. Deswegen müssen wir demütig bleiben", erinnerte Anton.
Den Begriff "Bayern-Jäger" wolle er so noch nicht in den Mund nehmen. "Sechs Punkte sind enorm, mit dem Torverhältnis sind es gefühlt neun", sagte Anton mit Blick auf die Tabelle.
Kulturwandel beim BVB unter Kovac
Doch trotz dieser Momentaufnahme herrscht in Dortmund aktuell ein anderer Spirit als noch vor einigen Jahren. Das Team von Niko Kovac hat eine Resilienz entwickelt und verlässt selbst in knappen Partien das Feld oftmals als Gewinner.
"Wir haben als Mannschaft nie das Gefühl, dass wir in Spielen nicht gewinnen können. Wir sind, was Mentalität angeht und den Willen, ein Spiel zu gewinnen, immer da, auch wenn vielleicht die Spiele nicht so überzeugend aussehen", erklärte Anton dieses neue Selbstverständnis.
Als Führungsspieler ist er selbst Teil dieser neuen Kultur, gleichzeitig aber auch nur ein Zahnrad in der größeren BVB-Hierarchie. "Ein Boss allein reicht nicht auf dem Platz. Wir brauchen mehrere, die vorangehen und das Spiel in die Hand nehmen", stellte Anton klar.
In zwei Wochen dürfte das direkte Duell mit dem FC Bayern einen deutlichen Fingerzeig im Titelrennen geben. Diese sportliche Gegenwart spielt für Anton im Moment eine größere Rolle als ferne Gedanken an die WM im Sommer.
"Fußball ist schnelllebig. Ich lebe im Moment und schaue nicht auf Zukunftssachen. Du kannst nur beeinflussen, was jetzt ist", sagte er mit Blick auf seine Chancen, in Kanada, Mexiko und den USA für Deutschland mit dabei zu sein.



























