Uli Hoeneß hat sich in einem Interview erneut über die Beraterzunft ausgelassen und den Spielervermittlern zugleich den Kampf angesagt. Doch sogleich rührt sich Widerstand gegen den Ehrenpräsidenten des FC Bayern.
Der erfahrene Spielervermittler Jörg Neblung will die scharfe Kritik von Bayern Münchens Aufsichtsratsmitglied Uli Hoeneß am Vorgehen der Berater nicht so einfach gefallen lassen. Im Gespräch mit der "Deutschen Presse-Agentur" bezeichnete er die Aussagen als "platt" und "heillosen Populismus".
Der Diplom-Sportwissenschaftler konterte: "Die Bayern werden immer zornig, wenn sie ihren Willen nicht kriegen. Es wird ja regelmäßig auf die Berater geschimpft. Upamecano kriegt in diesem Fall aber gefühlt nichts ab, obwohl er letztendlich die Entscheidung trifft. Das ist das Lächerliche. Wir haben keine Prokura."
Innenverteidiger Dayot Upamecano hatte in den vergangenen Monaten mit seinen Beratern einen langatmigen Vertrags-Poker mit dem FC Bayern geführt. Der Franzose pochte nicht nur auf ein Top-Gehalt, sondern auch auf einen satten Unterschriftsbonus, der bei 20 Millionen Euro liegen soll. Die Spielerseite wollte das Handgeld zudem nicht über die Vertragslaufzeit gestreckt, sondern garantiert zugesichert bekommen.
Hoeneß hatte sich schon während des Vertrags-Pokers "entsetzt" über das Verhalten der Upamecano-Berater gezeigt, den Spieler schloss er in seine Kritik nicht ein. Gegenüber "Bild" kündigte der Bayern-Patron nun an, die Macht der Vermittler künftig eindämmen zu wollen. Man werde es sich "nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft. Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird".
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Und: "Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen."
Neblung: Vereine treiben "Keil zwischen Spieler und Agenten"
Für Jörg Neblung, der mit seiner Agentur unter anderem Torhüter Daniel Ortega betreut, ist die Kritik unverhältnismäßig. "Es ist immer der Spieler, der entscheidet, und die Vereine versuchen darüber hinaus auch immer wieder den Keil zwischen dem Spieler und den Agenten zu treiben", argumentiert der 58-Jährige.
Auch BVB-Berater Matthias Sammer hatte zuletzt mächtig gegen die Spielerberater geschossen, sogar eine Abschaffung der Zunft gefordert. Doch die Spieler hätten allein deshalb ihre Existenzberechtigung, weil Vereine in erster Linie ihrer eigenen Agenda folgten, so Neblung: "Es gibt einen Markt für jeden Spieler und diesen Markt bespielen Vereine und Berater. Wir zeigen dem Spieler auf, welche Alternativen es gibt."
Zuvor hatte Roger Wittmann, Mitbegründer und Geschäftsführer der Agentur Rogon, bei "Sky" auf die Sammer-Aussagen reagiert: "Wenn es keine Berater geben würde, würden die Klubs mit den Spielern machen, was sie wollen."





























