Zwei Jahre lang mischte die legendäre "Büffelherde" im Trikot von Eintracht Frankfurt die Bundesliga auf. Einer der Architekten des Erfolgs war damals Fredi Bobic, der 2016 als Sportvorstand zu den Hessen wechselte und die Transfers von Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller einfädelte. Rückblickend gibt er zu: Bei seinem goldenen Händchen war auch eine gesunde Portion Glück dabei.
Als Fredi Bobic 2016 als neuer Sportvorstand zu Eintracht Frankfurt wechselte, waren die Hessen ein eher unscheinbarer Teil der Bundesliga. Sportlich wie wirtschaftlich war der Status quo überschaubar. Rund 40 Millionen Euro Personalbudget standen dem Klub damals zur Verfügung, "was in der Liga im Endeffekt Platz 12, 13, 14 war", schilderte Bobic im "Behind the Athletes"-Podcast.
Die Voraussetzungen seien in Wirklichkeit aber besser als auf dem Papier gewesen. Unter anderem, weil Bobic zunächst mit Niko Kovac und später mit Adi Hütter zwei Trainer an seiner Seite hatte, mit denen es "super funktioniert" hat, wie der Ex-Profi im Gespräch mit dem Sportbusiness-Experten Mark Hartmann betonte.
Bobic: Erfolg von Frankfurts "Büffelherde" war nicht geplant
Hinzu kam dann auch noch eine gesunde Portion Zufall. "Wir haben das Quäntchen Glück gehabt, die richtigen Spieler zu finden", sagte Bobic angesichts zahlreicher Transfers, die einschlugen wie die sprichwörtliche Bombe.
In der ersten Reihe standen dabei Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller, die legendäre "Büffelherde", die jede Abwehrreihe in den Boden stampfte. Von 2017 bis 2019 war das Trio für sagenhafte 91 Pflichtspieltore verantwortlich. "Man kann nicht sagen, dass es geplant war, dass die Drei super harmonieren", gab Bobic zu.
Dass das Trio überhaupt zusammen auf dem Platz stehen würde, war ebenfalls nicht geplant. "Du hast im Training und auch in den Spielen gesehen, das passt eigentlich ganz gut zusammen. Ich weiß noch, wie ich mit Adi Hütter gesprochen und gesagt habe, eigentlich müssten sie mal alle zusammen spielen. Das haben wir uns nie getraut", erinnerte sich Bobic.
"Von da an gab es kein Halten mehr"
Auch Hütter habe sich zunächst dagegen gewehrt, alle drei Offensiv-Stars gemeinsam aufzustellen. "Es war nie so, dass die Drei in dem System einfach so zusammen passen", erklärte Bobic dazu. Ein einziges Spiel habe dann aber die Wende gebracht.
"Das erste Spiel zusammen haben sie gemacht in Stuttgart. Wir haben 3:0 gewonnen. Die Drei waren überragend. Und da ist das entstanden. Von da an gab es kein Halten mehr", sagte Bobic über die Anfänge der "Büffelherden"-Legende, die maßgeblich zum sportlichen Aufstieg der Eintracht beitrug und letztlich auch dafür sorgte, dass die Hessen zu einem "Big Player" im internationalen Fußball wurden.
Bobic: Eintracht Frankfurt musste Spieler verkaufen
Im Sommer 2019 war der Spuk dann plötzlich vorbei. Das Sturm-Trio wurde verkauft - laut Bobic ein alternativloser Schritt.
"Wir haben verkauft und haben uns feiern lassen, wie viel Geld wir gemacht haben. Wir mussten aber alle drei verkaufen, um wieder weiterzuwachsen. Dadurch kam ein Sebastian Rode, ein Kevin Trapp. Dann haben wir André Silva geholt. Du hast weiter in die Mannschaft investieren können, aber auch ins Drumherum. Dadurch ist die Marke stark geworden. Die Fans hören das ungern, aber dadurch ist man eine 'Brand' geworden. Du bist jemand. Menschen identifizieren sich damit. Das zahlt sich dann auch monetär aus", sagte Bobic über die Entwicklung des Klubs, der heute an einer ganz anderen Stelle als noch im Sommer 2019 steht.
"Hättest du jetzt einen Jovic, würdest du den für 150 oder 200 Millionen verkaufen, weil Eintracht Frankfurt ein anderer Name ist. Weil man schon Champions League gespielt hat, weil man einen europäischen Titel hat. Du hast Erfolg, du hast eine Ausstrahlung. Und du hast auch eine Situation, in der du nicht jeden Spieler unbedingt verkaufen musst. Du kannst abwarten. Wir mussten verkaufen", schilderte der ehemalige SGE-Vorstand.
Bobic verrät weitere Frankfurt-Geheimnisse
Warum nicht nur die "Büffelherde" einen ganz entscheidenden Anteil am Frankfurter Höhenflug hatte, sondern auch Spieler wie Kevin-Prince Boateng und Timothy Chandler, was ein Transfer wie der von Omar Mascarell zum FC Schalke wirklich in die Kassen spülte, warum die Bobic-Jahre bei Hertha BSC nicht funktioniert haben und Vieles mehr, erfahrt ihr im vollständigen Interview, das unter anderem auf Spotify (hier entlang) oder auch auf dem "Behind The Athletes"-Youtube-Kanal (hier entlang) zu hören und sehen ist.
Behind the Athletes vereint Sport, Business und High Performance. Wir analysieren, wie Top-Performer aus Sport und Wirtschaft ticken, entschlüsseln Erfolgsprinzipien aus dem Sportbusiness und übersetzen echte Geschichten in konkrete Learnings für Alltag, Karriere und Unternehmertum.
































