Am späten Dienstagabend platzte in der NFL eine Bombe: Coaching-Legende Bill Belichick wird nicht im ersten Anlauf in die Pro Football Hall of Fame in Canton/Ohio aufgenommen werden.
Der Rekord-Super-Bowl-Sieger - sechs Titel als Head Coach der New England Patriots und zwei als Defensive Coordinator der New York Giants - scheiterte bei einer Wahl am 13. Januar und erreichte nicht die erforderliche Anzahl von 40 der 50 Stimmen, um es in die Ruhmeshalle zu schaffen. Das berichteten die Reporter Don Van Natta Jr. und Seth Wickersham von "ESPN".
Belichick hat demnach am vergangenen Freitag einen Anruf mit der Nachricht erhalten, dass er nicht zur Hall-of-Fame-Klasse von 2026 gehören werde. Er stand in diesem Jahr erstmals zur Wahl. Dem Bericht zufolge sei Belichick ob dieser Entscheidung "verdutzt" und "enttäuscht".
"Sechs Super Bowls sind nicht genug?", soll Belichick einen Vertrauten gefragt haben. "Was muss ich denn noch machen?", fragte er einen weiteren Kollegen. "Die Politik hat ihn ausgebremst. Er glaubt nicht, dass dies ein Rückschluss auf seine Leistungen ist", wurde eine andere Quelle in dem Artikel zitiert.
Polian als treibende Kraft?
Belichick selbst wollte sich gegenüber "ESPN" nicht äußern. Dem Bericht zufolge soll jedoch der frühere General Manager der Bills und Colts, Bill Polian, der mit seinem Team immer wieder an Belichicks Patriots gescheitert ist, eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung gespielt haben. Er ist Teil des Wahlkomitees, dem hauptsächlich erfahrene Journalisten angehören.
Laut "ESPN" sollen Belichicks Rollen in Spygate und Deflategate eine Rolle gespielt haben. Allerdings wurde Belichick für Spygate bereits damals bestraft. Polian soll einigen Wählern gesagt haben, dass sie Belichick "ein Jahr warten" lassen sollen. "Die einzige Erklärung für das Ergebnis war die Sache mit dem Betrug", sagte ein langjähriges Mitglied der Auswahljury gegenüber "ESPN" am Dienstag. "Das hat einigen der Jungs wirklich sauer aufgestoßen."
Polian selbst wollte das jedoch nicht erklären und gab bei "ESPN" an, sich nicht erinnern zu können, ob er für oder gegen Belichick gestimmt habe. "Ich war schockiert zu erfahren, dass Bill nicht aufgenommen wurde", sagte Polian. "Er verdient es, in der Hall of Fame zu sein."
Ob es derweil Patriots-Owner Robert Kraft in die Hall of Fame geschafft hat, ist derzeit noch unklar. Er stand neben Belichick als "Mitwirkender" zur Wahl. Das Ergebnis der Wahl wird derweil am 5. Februar im Rahmen der NFL Honors in San Francisco/Kalifornien verkündet.





