Die schwedische Biathlet Henning Sjökvist holte in der Verfolgung von Ruhpolding das beste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere. In Erinnerung bleiben wird ihm das Rennen aber aus einem anderen Grund: Als er zum dritten Schießen kam, fielen seine Scheiben reihenweise um, obwohl er gar nicht feuerte.
Henning Sjökvist ist in der Verfolgung von Ruhpolding das Opfer einer kuriosen Panne geworden. Urheber war der Italiener Patrick Braunhofer, der beim dritten Schießen nicht auf seine Scheiben schoss, sondern auf die des Schweden.
"Ich habe einen Schuss abgesetzt und dann gesehen, dass er auf die Scheiben geschossen hat, auf die ich danach gezielt habe", berichtete Sjökvist der Zeitung "Aftonbladet" von dem Vorfall. Er habe sich dann umgehend bei den Offiziellen gemeldet, die seine Scheiben wieder zurücksetzen mussten.
"Das kostet so viel Zeit und hat mit vor der vierten Runde so viel Luft genommen. Ich habe die gesamte Gruppe verloren", beklagte sich der Schwede, der mit rund zehn anderen Athleten mehr oder minder zeitgleich am Schießstand ankam.
Biathlon-Star nach Schieß-Panne "sehr sauer"
"Einfach unglaublich. Es ist wahnsinnig frustrierend, wenn man so ein gutes Rennen läuft und nicht die Chance bekommt, es komplett zu beenden", haderte der Pechvogel des Tages. Das Warten am Schießstand habe sich "wie eine Ewigkeit" angefühlt. "Man weiß nicht, wie viel Zeit vergeht, aber man das Gefühl, dass es Stunden sind."
Als Konsequenz des Vorfalls bekam Braunhofer eine Strafe von zwei Minuten aufgebrummt. Sjökvist wurden derweil in der Endabrechnung 28 Sekunden abgezogen - die Zeit, die er beim Warten verlor. Ein schwacher Trost für den Schweden, der nach dem Vorfall "sehr sauer" war, wie er betonte. Zudem habe er das Gefühl, mehr Zeit verloren zu haben "als ich zurückbekommen habe", so der 27-Jährige.
Schwedens Coach Johannes Lukas sagte über den Vorfall nach dem Rennen: "Natürlich sollte er sauer sein. Gleichzeitig sind das aber leider Dinge, die passieren können." Lukas hob stattdessen hervor, wie Sjökvist nach dem Fauxpas reagierte. Sein Schützling setzte das Rennen nicht nur weiter fort, sondern fuhr nach vier fehlerfreien Schießen mit Platz 28 das beste Resultat seiner Weltcup-Laufbahn ein.
