Der deutsche NFL-Profi Jakob Johnson tritt mit seinen Houston Texans am Sonntag zum Divisional Game bei seinem Ex-Klub New England Patriots an. Im Vorfeld sprach er über die Lage in Texas und seine Erinnerungen an seine Zeit in Foxborough.
Der Fullback äußerte sich im exklusiven Interview mit sport.de und RTL/ntv unter anderem über die laufende Saison der Texans, die nach durchwachsenem Start am Ende mit einer 12-5-Bilanz die Playoffs erreicht haben und nun zum dritten Mal in Serie in der Divisional Round stehen.
"Es waren Momente am Anfang der Saison, in denen wir Spiele verloren haben mit weniger als einem Score, wo wir auch die Chance hatten zu gewinnen. Wo wir ein paar bittere Lektionen lernen mussten, dass man Spiele wirklich finishen muss, und dass du dir keine Fehler erlauben kannst", sagte Johnson auf die Frage, was hinter dem Erfolg der Texans steckt.
"Wir sind da als Mannschaft aus diesen Situationen herausgegangen mit dem Wissen, dass wenn wir jetzt in solchen Situationen sind, in denen Spiele knapp sind und Sachen passieren, die uns nicht helfen, dass niemand den Kopf in den Sand steckt und alle wissen: 'Wir waren hier schon mal und können uns hier herausarbeiten", erläuterte Johnson das Mindset seines Teams.
Texans schon lange im Playoff-Modus
Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die Message, die die Coaches der Mannschaft seit längerer Zeit vermittelt haben: "Die Coaches gaben den Ton an, dass wir nun zwölf Wochen lang jeweils quasi eine Saison pro Woche gespielt haben. Lass mal ein Spiel gewinnen, dann lass mal zwei Spiele gewinnen, drei und so weiter. Das heißt, wir sind schon mehrere Wochen hintereinander in den Playoffs. Hätten wir uns da noch einen Stolperer erlaubt, wäre die Saison jetzt schon vorbei. Ich glaube es hilft, mit der Erfahrung nun in die echten Playoffs einzuziehen, weil du eben schon mehrmals mit dem Rücken zur Wand standest."
Derweil sei die Botschaft der Führungsspieler in der Kabine ebenfalls, konstant zu bleiben: Es ändert sich nichts in den Playoffs. "Klar, die Spiele bedeuten ein bisschen mehr, aber du kannst dich davon nicht beeinflussen lassen. Deswegen muss man alles in die Vorbereitung stecken und mit der richtigen Preparation in die Spiele reingehen."
Dass es Johnson nun ausgerechnet gegen sein erstes NFL-Team, die New England Patriots geht (So., 21 Uhr live bei RTL), ist nicht nur für den Fullback etwas Besonderes: "Es gibt einige Leute hier im Gebäude, die mal in Foxborough gearbeitet haben. Ich gehöre dazu und es ist immer ein bisschen Extramotivation, dass du die Jungs dann schlagen möchtest." Neben Johnson haben auch Leute wie General Manager Nick Caserio, Offensive Coordinator Nick Caley oder Offensive Line Coach Cole Popovich eine Patriots-Vergangenheit. Zudem ist Wide Receivers Coach Ben McDaniels der Bruder von Pats-OC Josh McDaniels.
Johnson selbst spielte von 2019 bis 2021 bei den Patriots und möchte die Zeit durch nicht missen: "Die Zeit in New England hat mich auf jeden Fall zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Von den ganzen Coaches, den Teamkollegen aus der Zeit, aus dieser Rookie-Phase - Gunner Olszewski, Damien Harris. Die Jungs, mit denen ich heute noch oft rede und viel schreibe in Group Chats. New England ist Gillette Stadium, die ganzen Classic-Rock-Songs, die da gespielt werden. Das ist immer noch Football für mich."

Johnson: Patriots sind "brandgefährlich"
Entsprechend positiv ist seine generelle Meinung zur die Patriots-Organisation: "Die Patriots sind ein sehr gut organisiertes Franchise. Du musst in jedem Fall diese Teams immer auch als Firmen sehen. Und die Patriots sind eben eine Organisation, die von oben bis unten sehr gut strukturiert ist, sehr gut zusammenarbeitet. Jetzt, wo sie einen Coaching Staff und den Kader einmal wieder grunderneuert haben, ist es natürlich eine Mannschaft, die brandgefährlich ist und das auch für die nächsten Jahre sein wird."
Was das Spiel am Sonntag generell betrifft, ist sich Johnson sicher: "Es wird ein AFC-Thriller in der Kälte, Patriots-Defense gegen Texans-Defense. C.J. Stroud gegen Drake Maye, ich glaube, da ist genug für Leute dabei, die Football mögen."
Ob er selbst aber auch tatsächlich auf dem Platz stehen wird, ist unklar. Johnson wollte sich mit Verweis auf den Gameplan nicht äußern. Da er jedoch im Practice Squad steht und British Brooks eine gute Saison spielt, ist ein Einsatz von Johnson an alter Wirkungsstätte eher unwahrscheinlich. Tatsächlich war der Schwabe zuletzt in Woche 14 aktiv im Einsatz.











