Die New England Patriots haben sich in einer chaotischen Abwehrschlacht mit 28:16 gegen die Houston Texans durchgesetzt und stehen damit erstmals seit sieben Jahren wieder im AFC Championship Game.
Texans @ Patriots: Auf einen Blick
- Während sich die Patriots-Offense sehr schwer tat und Drake Maye gleich dreimal den Ball verlor, überragte die Defense mit fünf Turnovers und einem Touchdown.
- C.J. Stroud hatte einen richtig schlechten Tag und warf vier Interceptions.
- Die Patriots stehen damit erstmals der Saison 2018 und erstmals nach Tom Brady im AFC Championship Game und setzen damit eine beeindruckende Serie fort.
Texans @ Patriots: Die Analyse
Nach Punts auf beiden Seiten zu Beginn legten die Patriots einen seltenen, zusammenhängenden Drive hin und krönten diesen mit einem 28-Yard-Touchdown-Pass von Drake Maye auf Pop Dougles bei 4th & 1 gegen Cover 0. Im Gegenzug marschierten auch die Gäste in die Red Zone und standen bei 3rd & Goal an der 1. Doch im Anschluss leisteten sie sich bei einem vermeintlichen Touchdown einen Illegal Shift, der sie zum Field Goal zwang - Ka'imi Fairbairn traf aus 25 Yards.
Anschließend begann das allgemeine Chaos dieses Spiels so richtig. Die Texans erzwangen einen Fumble von Maye bei einem Run, doch Left Tackle Will Campbell eroberte den Ball. Es folgte dennoch ein Punt. Im Gegenzug fing Cornerback Carlton Davis eine Interception gegen C.J. Stroud, weil er in Zone Coverage die Route frühzeitig erkannt hatte. Was die Patriots daraus jedoch machten, war herzlich wenig, denn Defensive Tackle Tommy Togiai gelang ein weiterer Strip-Sack gegen Maye, und die Texans bekamen den Ball in der gegnerischen Hälfte. Kurz darauf fand Stroud Christian Kirk für einen 10-Yard-Touchdown-Pass zur ersten Texans-Führung.
Die Patriots gingen 3-and-out nach zwei ungenauen Pässen von Maye. Doch das wiederum war kein Vorteil für die Texans, denn unter heftigem Druck gegen einen Blitz von K'Lavon Chaisson warf Stroud einen Verzweiflungspass, der im hohen Bogen zu Cornerback Marcus Jones flog - der daraus einen 26-Yard-Pick-Six machte. In der Folge fing Safety Craig Woodson noch eine Interception, und nach Punts auf beiden Seiten legten die Patriots einen weiteren guten Drive hin, der diesmal in einen kurzen Touchdown-Pass auf Stefon Diggs mündete. 21:10 Patriots zur Pause – infolge einer weiteren Davis-Interception.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Texans indes Tight End Dalton Schultz und Right Tackle Tytus Howard mit Verletzungen verloren. Letzterer war ohnehin schon der Ersatzmann für Trent Brown, der das Spiel – wie Wide Receiver Nico Collins - komplett verpasste.
Patriots bangen um Davis
Nach der Pause gelang den Texans ein weiterer Red-Zone-Trip, der aber erneut nur zu einem 25-Yard-Field-Goal führte. Anschließend verlor Maye den nächsten Fumble nach einem Strip-Sack von Will Anderson Jr., der ein ums andere Mal Left Tackle Will Campbell alt aussehen ließ. Im Gegenzug erzwang Cornerback Christian Gonzalez einen Fumble gegen Running Back Woody Marks. Nach einem späteren 51-Yard-Field-Goal sorgte Maye für die Vorentscheidung Anfang des vierten Viertels: Er fand Kayshon Boutte für einen 32-Yard-Touchdown-Pass, den der Receiver auf einer Go-Route gegen Derek Stingley mit einer Hand in der Endzone fing. 28:16 New England – zwölf Minuten vor Schluss.
In der Folge spielten die Patriots die Uhr herunter und sicherten sich ihr Ticket nach Denver zum AFC Championship Game am kommenden Sonntag (21 Uhr, live bei RTL). Die Patriots verloren derweil noch vor Ende Davis mit einer Gehirnerschütterung, womit er nun einen Wettlauf mit der Zeit haben wird, bis zum Broncos-Spiel wieder fit zu werden.
Houston Texans (12-5, #5) @ New England Patriots (14-3, #2)
Ergebnis: 16:28 (3:7, 7:14, 6:0, 0:7) BOXSCORE
Texans @ Patriots: Die wichtigsten Statistiken
- Stroud ist der erste Spieler, der in einer einzigen Postseason mindestens fünf Interceptions geworfen und sich mindestens fünf Fumbles geleistet hat.
- Der 32-Yard-Touchdown-Pass von Maye auf Boutte war nun schon der zweite Deep-Touchdown, den Maye auf Boutte in seiner Karriere mit Stingley als nächstem Verteidiger geworfen hat (der erste war Mayes erster NFL-TD 2024). Stingley hat ansonsten nur zwei Deep Receptions in 34 Targets gegen jeden anderen Quarterback seit 2024 zugelassen.
- Die Patriots haben nun neun Divisional Games am Stück gewonnen. Die letzte Niederlage in dieser Playoff-Runde geschah nach der Saison 2010 gegen die New York Jets.
- Die Patriots-Defense hat gegen Stroud 14 enge Passfenster bei 47 Passversuchen erzwungen (29,8 Prozent). Das ist die höchste Rate einer Defense in den vergangenen sechs Postseasons. Zudem erzielten die Patriots defensiv +27,8 EPA bei den fünf Turnovers, die meisten einer Playoff-Defense seit 2016.
Der Star des Spiels: Marcus Jones (Cornerback, Patriots)
Jones erwischte einen Sahnetag. Er schaffte einen Pick-Six, hatte zudem einen Pass Breakup und spielte generell starke Coverage und ließ nur vier Receptions bei acht Targets zu. Zudem hatte er noch ein paar gute Punt-Returns. Er ragte damit in einer Secondary heraus, die insgesamt vier Interceptions fing und zudem für einen Forced Fumble (Gonzalez) sorgte.
Der Flop des Spiels: C.J. Stroud (Quarterback, Texans)
Stroud war über weite Strecken des Spiels völlig von der Rolle. Seine Pässe waren meist ungenau, teils einfach dumm und drei der vier Interceptions gehen auf seine Kappe. Seine Defense hielt die Texans lange im Spiel, doch Strouds Leistung - auch mit den ganzen Ausfällen im Hinterkopf - war einfach nicht gut genug.
Analyse: Texans @ Patriots - das fiel taktisch auf
- Die Texans überraschten mit ihrer defensiven Herangehensweise und spielten im Großteil des Spiels in Zone Coverage. Das an sich ist nicht so überraschend, doch gerade aufgrund der Tatsache, dass Maye eher gegen Man Probleme hatte in der Saison, wäre mehr Man mit Stingley und Lassiter denkbar gewesen. Doch das nutzte Houston nur selten. Dennoch gelang es ohne viel zu blitzen Pressure zu erzeugen.
- Die Patriots wiederum zeigten früh Respekt vor dem Pass Rush der Texans und setzten auf viele kurze und schnelle Pässe, was beides nicht zur Norm gehört für Maye, der damit auch Probleme hatte und eher ungenau wurde.
- Defensiv waren die Patriots meist in Nickel unterwegs und blitzten vor der Pause in fast 50 Prozent der Dropbacks. Und da sie den Run meist stoppten, verabschiedeten sich die Texans weitgehend davon und setzten in zwei Drittel der Snaps auf den Pass. Wenn sie liefen, dann jedoch meist durch die Mitte - mit wenig Erfolg. Nach der Pause setzten sie dann gerade in der gegnerischen Hälfte wieder mehr aus Run Game.
- Die Texans setzten ohne den verletzten Nico Collins (Gehirnerschütterung) sehr viel auf Out-Breaking-Routes. Normalerweise sind sie und Stroud besser mit In-Breaking-Routes, doch offenbar vertrauen sie den übrigen Receivern nicht in diesen Konzepten.






