Sportlich lief es bei Borussia Dortmund im ersten Saison-Halbjahr zwar nicht rund, aber doch deutlich besser als in vielen Jahren zuvor. Eine große Schwäche aber offenbarte der BVB zuletzt - findet auch Trainer Niko Kovac.
"Vielleicht geben wir den Journalisten und Medien manchmal zu viel Futter, und das kann ein wenig nervig sein", sagte der 54-Jährige gegenüber "The Athletic" mit Blick auf die zahlreichen Nebenkriegsschauplätze abseits des Sportlichen beim BVB.
Immer wieder geriet beispielsweise Nationalspieler Karim Adeyemi in die Negativschlagzeilen, zuletzt mit seinem Wechsel-Frust beim 2:0 vor Weihnachten in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach, für den es anschließend sogar eine Geldstrafe seitens des BVB setzte.
Die Borussia versuche aber, "damit umzugehen und besser darin zu werden", betonte Kovac. "Das braucht auch Zeit. Der Verein ist das Wichtigste. Wir müssen zusammenhalten. Man muss erst das Fundament legen, bevor man ein großes Haus bauen kann."
Für den früheren Profi und kroatischen Nationalspieler kommt der andauernde Wirbel rund um den BVB nicht von ungefähr. Es handele sich schließlich um "ein sehr großes Team", sagte Kovac. "Nach Bayern München ziehen wir in Deutschland die größte Aufmerksamkeit der Medien auf uns, und nach jedem Spiel wird das nur noch mehr."
Er selbst versuche die Berichterstattung aber soweit wie möglich auszublenden, schilderte der BVB-Coach. "Ich lese keine Zeitungen, weil sie mich vom Team ablenken – und das kann ich mir nicht leisten."
BVB zu unattraktiv? Das sagt Niko Kovac
Ein weiteres Dauerthema, das den BVB beschäftigt, ist der vermeintlich unattraktive Fußball unter Kovac, zu dem sich auch Berater Matthias Sammer zuletzt in deutlichen Worten äußerte.
"Es ist ein Verein der Arbeiterklasse, dessen DNA von Leidenschaft, Ehrgeiz, Einstellung und harter Arbeit geprägt ist", sage Kovac auf diese Debatte angesprochen.
Heute seien es "andere Zeiten und andere Spieler" beim BVB als noch während der Ära Jürgen Klopp, mit der jedes Dortmunder Team verglichen wird, betonte der Übungsleiter. "Wir müssen nach vorne schauen, statt zurück."
Ihm sei bewusst, dass es noch Luft nach oben gebe, so Kovac. Er führte aus: "Wir können immer besser werden. Aber in dieser Phase werden diese Verbesserungen nicht in Schritten von 20 oder 30 Prozent erfolgen. Wir sprechen hier von kleinen Schritten, kleinen Veränderungen."
































