Die San Francisco 49ers haben die Philadelphia Eagles mit einem späten Stopp 23:19 geschlagen und damit den Traum vom Super Bowl zuhause in der NFL am Leben gehalten.
49ers @ Eagles: Auf einen Blick
- Trotz zweier Turnovers von Purdy haben die 49ers das Auswärtsspiel in Philadelphia für sich entschieden. McCaffrey erzielte zwei Touchdowns und die Defense schaffte Sekunden vor Schluss den entscheidenden Stopp.
- Die Eagles erlitten einmal mehr Schiffbruch mit einem berechenbaren Gameplan in der zweiten Hälfte.
- Das Play des Spiels war ein Touchdown, der ans berühmte Philly Special aus Super Bowl LII erinnerte, nur eben von den 49ers.
49ers @ Eagles: Die Analyse
Die Niners eröffneten das Spiel überfallartig mit nur sechs Plays bis zum ersten Touchdown. Brock Purdy fand Demarcus Robinson gegen einen schlafenden Cornerback Quinyon Mitchell, woraufhin der Receiver im Slalom-Stil 61 Yards herausholte. Es folgte ein Contested Catch von Christian McCaffrey in der Red Zone und schließlich ein kurzer Touchdown-Pass auf Robinson nach doppelten Fake (Handoff und Pitch) von Purdy.
Die Eagles reagierten mit einer kräftigen Dosis Run Game samt eines 1-Yard-End-Arounds von Tight End Dallas Goedert. Den anschließenden Extrapunkt setzte Jake Elliott aber daneben. Den Eagles gelang ein Stopp und wenig später marschierten die Eagles erneut Richtung Red Zone, ehe Jalen Hurts Goedert nach Play Action für einen Touchdown-Pass über neun Yards fand. Im Gegenzug kamen die Gäste noch zu einem Field Goal von Eddy Pineiro aus 36 Yards zum Pausenstand von 13:10 für Philly.
Pausenstand deshalb, weil die Eagles in ihrem folgenden Drive mit zwei langen Pässen Richtung A.J. Brown scheiterten und punteten. Zuvor hatten sie schon den Ball bei einem missglückten vierten Versuch einmal abgegeben. Die Niners jedoch machten aus besagtem Punt nichts mehr, da sie ein schlechtes Clock Management an den Tag legten und nicht nur ihre letzte Timeout frühzeitig verschwendeten, sondern dann auch noch Zeit verschwendeten. Der Schlusspunkt war ein Fumble bei einem Purdy-Scramble.
Überschattet wurde die erste Hälfte der Niners allerdings von einer schweren Verletzung von Tight End George Kittle, der sich die Achillessehne ohne Gegnerkontakt an der Seitenlinie riss und entsprechend nicht zurückkam.
Eagles lassen nach der Pause stark nach
In der zweiten Hälfte sahen wir dann die übliche Eagles-Offense vieler zweiter Halbzeiten wieder - man lief in early Downs und brachte sich immer wieder in lange 3rd Downs, die erfolglos blieben. Teilweise vergaben sie sechs 3rd Downs in Serie und punteten häufiger. Die Niners verschwendeten früh eine weitere Timeout und Quinyon Mitchell schnappte sich eine Interception gegen Purdy.
Die Eagles machten auch daraus nichts, schafften aber noch einen Stopp samt Punt, der aufgrund des starken Windes in der Niners-Hälfte blieb. Elliott versenkte schließlich einen 41-Yard-Field-Goal-Versuch zur 16:10-Führung noch im dritten Viertel. Daraufhin gelang den Niners der vielleicht beste Drive im Spiel, der mit einem 27-Yard-Catch-and-Run von Fullback Kyle Juszczyk begann. Den Schlusspunkt setzte dann ein Trickspielzug: Wide Receiver Jauan Jennings warf ultimativ einen 29-Yard-Touchdown-Pass auf McCaffrey und die Niners übernahmen wieder die Führung. 17:16 zum Start des vierten Viertels.
Die Eagles antworteten mit einem Punt, doch Mitchell fing noch eine Interception von Purdy. Und dieses Mal gelang den Hausherren daraufhin immerhin ein Field Goal aus 33 Yards zur erneuten Führung. Diese jedoch hielt nicht lange an, denn die Niners schlugen direkt zurück. Eine Holding-Strafe von Zack Baun verlängerte einen Drive und letztlich fand Purdy McCaffrey für einen 4-Yard-Score in der Endzone, doch Pineiro vergab nun auch einen Extrapunkt.
2:54 Minuten vor Schluss lag San Francisco jedoch mit vier Punkten vorn, die Eagles hatten zudem noch drei Timeouts. Sie erreichten nochmal die Red Zone, doch nach weiteren Drops von Brown und Smith sorgte schließlich Linebacker Eric Kendricks mit einem Pass Breakup über die Mitte bei 4th&11 für die Entscheidung seitens der Niners.
Die Niners treffen somit im Divisional Game auf die Seattle Seahawks.
San Francisco 49ers (12-5, #6) @ Philadelphia Eagles (11-6, #3)
Ergebnis: 23:19 (7:6, 3:7, 0:3, 13:3) BOXSCORE
49ers @ Eagles: Die wichtigsten Statistiken
- Mitchell hat nun vier Interceptions in fünf Playoff-Spielen gefangen. In 32 Spielen der Regular Season hat der First-Team All-Pro noch keinen einzigen Pick gesammelt.
- Mitchell hat zudem in der gesamten Saison keinen einzigen Touchdown abgegeben. Der von Robinson war der erste gegen ihn als nächstem Verteidiger. Zudem gab er mit dem 61-Yard-Catch von Robinson kurz davor mehr Yards in einem Play ab als in jedem einzelnen Spiel dieser Saison.
- Barkley hat in diesem Spiel Rang 1 der Playoff-Rushing-Yards der Eagles-Franchise-Geschichte erklommen (605). Er hat damit Brian Westbrook (591) und Wilbert Montgomery (518) hinter sich gelassen.
- Jennings brachte es mit seinem TD-Pass auf ein perfektes Passer Rating von 158,3. Er ist damit der erste Spieler überhaupt, der dies in zwei Playoff-Spielen fürs selbe Team geschafft hat. Erstmals gelang ihm dies in Super Bowl LVII.
Der Star des Spiels: Christian McCaffrey (Running Back, 49ers)
Run Game funktionierte für die 49ers nur bedingt, doch das hielt McCaffrey nicht davon ab, dennoch die harten Yards zu holen. Seinen größten Impact hatte er jedoch mal wieder im Passspiel, indem er zwei Touchdowns - einen von Jennings! - fing und sein Team mit 114 Scrimmage Yards anführte.
Der Flop des Spiels: Kevin Patullo (Offensive Coordinator, Eagles)
Es war seit Saisonbeginn ein großes Problem und heute potenzierte sich dies einmal mehr. Das Play Calling der Eagles von Kevin Patullo ist einfach nicht gut genug und viel zu berechenbar. Erneut lief er mit Runs in early Downs in eine Wand und brachte sein Team damit in Not. Das dürfte sein letztes Spiel gewesen sein. Ebenfalls schlecht: Smith und vor allem Brown, die sich insgesamt drei Drops zur Unzeit leisteten.
Analyse: 49ers @ Eagles - das fiel taktisch auf
- Das Play Calling der Eagles war über weite Strecken mal wieder sehr überschaubar. Es wurde hauptsächlich gelaufen, wobei das vor allem in early Downs sehr berechenbar war und kaum zu Erfolg führte. Zudem fiel auf, dass die Route-Konzepte der Top-Receiver Brown und Smith alles andere als kompliziert waren - sie wurden hauptsächlich für Hitch-Routes oder Screens genutzt.
- Die Eagles haben das Run Game der 49ers gerade in frühen Downs meist mit ihrer Base Defense gestoppt. Entsprechend lebten die Niners häufig in 3rd&Long, was über weite Strecken zu Problemen führte.
- Der Trick-Play-Touchdown von Jennings auf McCaffrey war im Grunde eine Kopie des Philly Specials, nur mit dem Running Back und nicht dem Quarterback als Target. Nach Handoff zu Skyy Moore folgte ein Flip zu Jennings und warf schließlich den tiefen Pass.
- Die 49ers spielten defensiv zu konservativ, denn ohne Blitz gelang es ihnen im Grunde nicht, Druck auf Hurts zu erzeugen. Und sie blitzten relativ selten, während sie meist in ihren üblichen Zone-Konzepten - Cover 3 oder 4 - spielten. Hurts warf derweil in der Regel sehr kurze Pässe und nur selten "past the Sticks".















