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VfB-Stürmer frisst Kritik auf

Die wundersame Renaissance des Deniz Undav

Video: Undav lüftet Tattoo-Geheimnis
27. November 2025, 11:42

Tor-Phänomen Deniz Undav ist zurück. Mit seinen unnachahmlichen Treffern für den VfB Stuttgart frisst er alle Kritiker auf, bringt sich in WM-Stellung und erinnert an den größten aller deutschen Stürmer. Zu Recht?

Manchmal kann der Erfolg einen auch überfordern. Selbst einen Deniz Undav. So geschehen am Samstag um ca. 17.20 Uhr im Dortmunder Westfalenstadion. Die Sturmfachkraft des VfB Stuttgart hatte soeben mit seinem "Arsch" BVB-Verteidiger Kevin Schlotterbeck auf Distanz geschoben, sich gedreht und den Ball unhaltbar in die linke Ecke zum 3:3-Ausgleich ge-gerdmülllert.

Ekstase bei Undav und den mitgereisten Stuttgart-Fans. Und der Stürmer packte gleich mehrere Jubel-Varianten nacheinander aus – so aufgedreht und Adrenalin-beseelt war er. Unter anderem zeigte Undav einen kurdischen Tanz, flexte den Bizeps und klopfte tüchtig aufs Vereinswappen.

Es war ohne Zweifel der vorläufige Undav-Höhepunkt der laufenden Saison. Das wilde Spiel in Dortmund spiegelte ein wenig die Saison des Stürmers wider. Denn es ist die Geschichte einer Wiederauferstehung, die Renaissance des Deniz Undav.

Zu Beginn passten in Dortmund viele Laufwege und Pässe noch nicht, zu allem Überfluss verursachte der 29-Jährige einen unglücklichen Elfmeter, als er Schlotterbeck nach einer Ecke im eigenen Sechzehner leicht berührte und dadurch zu Fall brachte. 0:2 zur Pause. Mit dem Rücken zur Wand.

Schon sein Saisonstart war ähnlich unglücklich verlaufen. In den ersten Partien gelangen ihm keine Torbeteiligungen gelungen, im Heimspiel gegen Gladbach am 2. Spieltag zog er sich eine Innenbandverletzung am Knie zu. Es folgte eine wochenlange Zwangspause.

In Dortmund verkörperte Undav nach dem Seitenwechsel dann das Mentalitätsmonster, das er sich auch selbst auf die Fahne schreibt. Mit drei Treffern, allesamt Stürmertore wie sie im Buche stehen, brachte Undav sein Team immer wieder zurück und erwies sich als ultimatives Kryptonit gegen alles Schwarz-Gelbe.

Die Statistik aus den vergangenen Spieltagen spricht eine deutliche Sprache: Undav ist wieder in Top-Form. In den letzten sechs Pflichtspielen erzielte er sieben Tore und einen Assist. Undav sicherte fast im Alleingang gegen Augsburg und den BVB die schwäbischen Punkte. Im Schnitt erzielt er auf 90 Minuten gerechnet 1,2 Tore. Das ist der zweitbeste Wert der Liga und dann schon mehr als ein kleines Stürmer-Strohfeuer.

Undav hat jetzt ein "anderes Mindset"

Im November 2025 erinnert Undav wieder an seine Glanzzeiten aus der Saison 23/24, als er mit Serhou Guirassy ein doppelköpfiges Tor-Monster bildete, das die Stuttgarter zur Vize-Meisterschaft schoss.

"Gerade funktioniert gefühlt alles, wie in der Vizemeisterschaft-Saison", sagt Undav im Gespräch mit RTL/ntv und sport.de, betont aber: "Ich habe jetzt ein anderes Mindset als damals. Da kannte ich nur Höhen. Seit letztem Jahr weiß ich, dass man auch schnell der Buhmann, der Depp ist. Deswegen versuche ich, klar zu bleiben und weiter Gas zu geben."

Wenn sie sich in Stuttgart in irgendetwas einig sind (außer, dass Stuttgart 21 auf jeden Fall auch nächstes Mal nicht pünktlich eröffnet wird), dann darin, dass Deniz Undav ein Phänomen ist.

Nicht der Schnellste, Athletischste, sowieso nicht der Größte, auch nicht der technisch Versierteste – trotzdem immer ein Dauerbrandherd im und um den gegnerischen Strafraum. Und der Mann, der dann die Spiele entscheidet. Ein Angreifer, der auch aus dem Nichts Tore erzielt, Chancen kreiert. So wie gegen Dortmund.

Aber auch ein Mann der zwei Gesichter. Der das Leder auch mal meterweit vorbeihaut, das Sprintduell verliert oder den Pass vielleicht nicht dort hinspielt, wo der Mitspieler ihn wähnt. So ist er eben. Ein Phänomen. "Instinktfußballer, Straßenfußballer", sagt Undav selbst über sich. Einer, der raushaut, was er denkt, kein Blatt vor den Mund nimmt. "Ich trage mein Herz auf der Zunge." Das finde viele gut, manche eher nicht. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht.

Einer wie Gerd Müller?

Definitiv ist er einer der vielzitierten "Typen", den sich ja alle für den deutschen Fußball sehnlichst wünschen. Einige dann aber auch schnell ans Kreuz nageln wollen, wenn es dann nicht so läuft. Als Beispiel nennt Undav die "Döner-Thematik". Als es gut lief, feierten Medien und Fans sein Döner-Geständnis (Lieblingsgericht). Blieben die Tore aus, sei er wieder der Buhmann, der Idiot gewesen. Dasselbe gilt für sein Luxusgefährt, mit dem er in der Mercedesstraße vorfährt.

Video: Exklusiv: Undav reagiert auf Müller-Vergleiche

Einigen können sich aber alle, dass es einen wie Undav nicht 23 Mal im Kader gibt. Auch nicht zwei Mal. Da fällt dann auch mal schnell der Name Gerd Müller. An den "Bomber der Nation" müssen viele denken, wenn Undav mal wieder ein "Arsch-raus"- Drehtor schießt. Die Vergleiche sind für Undav nicht neu. "Ich habe damals schon gehört, dass ich so ähnlich spiele wie Gerd Müller oder so Bewegungen habe, so Tore mache", sagt er zu RTL/ntv und sport.de. "Arsch raus und abgezockt sein in der Box. Das habe ich früher schon immer gehört."

Undav gefällt sich merkbar in der Rolle, auch als "echter Neuner" seine Tore zu machen. Denn vor wenigen Wochen und Monaten gab es rund um Bad Cannstatt darüber noch Diskussionen. Diese Debatte und offene Fragen hat Undav fürs Erste eindeutig beantwortet.

"Ich bin ein klarer Neuner", legt er nach und beschreibt seine Spielweise. "Ich bin kein egoistischer Stürmer. Ich bin einer, der gerne abspielt, fußballerisch gut ist." Die Kritik hat ihn offenkundig berührt. Über die Aussagen, er sei kein "echter Stürmer" habe er nur den Kopf schütteln können. "Gott sei Dank habe ich denen langsam gezeigt, dass ich ein Neuner bin", sagt er und lacht. "Ich habe die Qualität, Mitspieler zu sehen. Das haben nicht viele klare Neuner."

Hoeneß schwärmt von Undav

Da traf es sich gut, dass genau zu dem Zeitpunkt, als sich Sturmkollege Ermedin Demirovic verletzte, Undav aus seiner Verletzungspause zurückkehrte. Für Trainer Sebastian Hoeneß gibt es an ihm kein Vorbeikommen mehr. Die zweite Halbzeit in Dortmund sei "absolut Weltklasse" gewesen, betonte der Coach.

Hoeneß lasse ihn "sein Ding machen", erklärt Undav das Erfolgsgeheimnis in der Beziehung zwischen Trainer und Stürmer. Das mache er gut. Man müsse ihn manchmal "einfach in Ruhe lassen" und "machen lassen".

Undav hat sich seit dem Saisonstart mächtig zurückgekämpft. Der Platz in der VfB-Spitze gehört ihm. Vor wenigen Monaten stand er fast schon im Schatten von Shootingstar-Riese Nick Woltemade und Topscorer Demirovic.

Nach der EM 2024 hatte Undav nicht nur im Klub etwas den Anschluss verloren, sondern auch in der Nationalelf. Nach drei Auftritten in der Nations League (der letzte beim Spiel um Platz drei gegen Frankreich) lud ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht mehr ein – und das auch zu Recht. Zu wenig zeigte die Leistungen in Stuttgart dauerhaft in die richtige Richtung.

In der aktuellen Form wird es aber sehr schwierig oder bedürfte äußerst kreativer Erklärungen, Undav nicht zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mitzunehmen. Sicher, auf der Position des Mittelstürmers gibt es mit Tim Kleindienst, Jonathan Burkardt und Woltemade inzwischen wieder einige Optionen. Keiner dieser Spieler ersetzt aber einen Undav in Top-Verfassung.

Der WM-Traum lebt

Allerdings ist der nächste DFB-Lehrgang erst im März angesetzt, wenn ein Testspiel gegen die Elfenbeinküste auf dem Programm steht. Das weiß auch Undav. "Ich muss konstant Leistung bringen", sagt er zu seinen DFB-Ambitionen. Eine Teilnahme an der WM sei und bleibe zu "100 Prozent" ein großer Traum. "Dafür spielen wir doch alle Fußball. Ich möchte das Land repräsentieren."

Einstweilen will er mit dem VfB weiter erfolgreich auf mehreren Hochzeiten tanzen und auf Nagelsmanns Radar bleiben. In der Liga ist der Klub um die internationalen Plätze voll im Rennen, im Pokal geht es für den Titelverteidiger im Achtelfinale gegen Bochum.

Ein großer Traum bleibt auch der Europapokal. Der VfB hat Ambitionen. Nach vier Spieltagen liegen die Schwaben auch in der Europa League mitten in den Playoff-Plätzen. Helfen würde jetzt ein Sieg bei den Go Ahead Eagles in Deventer am Donnerstag (LIVE ab 20:35 Uhr bei RTL und auf RTL+).

Es wird wohl ein unangenehmes Spiel gegen den niederländischen Pokalsieger – im engen Stadion unter Flutlicht. Ein echter Härtetest für die Schwaben. Ein Spiel, wie gemalt für Mentalitätsmonster Deniz Undav. An möglichen Jubelszenarien wird es ihm jedenfalls nicht mangeln.

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