Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus äußert sich zu den Chancen der Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Paris und spricht zudem über Jamal Musiala und seine vieldiskutierte WM-Teilnahme.
Das ist ein offenes Spiel. Natürlich sehe ich die Bayern immer ein bisschen vorne. Ich bin da auch ein bisschen parteiisch, ein bisschen patriotisch, weil sie einfach über die ganze Saison bisher performt haben. Und dann lässt er irgendwann meine Mannschaft nach. Nur Bayern wird immer stärker. Das haben sie auch gegen Real gezeigt. Dreimal in Rückstand, trotzdem immer an sich geglaubt. Der Glaube ist groß. Man hat in der Defensive natürlich einige Fehler gemacht. Die sollte man sich gegen Paris nicht erlauben. Paris ist aber in den letzten zwei Monaten wieder stärker geworden. Ähnlich wie ein Jahr zuvor, wo sie, sagen wir mal, das erste halbe Jahr auch nicht so performt haben. Nicht in der Champions League, wo sie sich dann über die Play offs qualifiziert haben und dann den Titel geholt. Und deswegen ist es für mich das vorgenommene Endspiel. Wenn man gegen Paris für mich leichter Favorit ist, dann kann man auch das Endspiel gewinnen. Weil das Endspiel das richtige Endspiel zwischen den beiden besten Mannschaften ist das vorweggenommene Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Borussia. Nicht nur für mich, sondern ich glaube für die meisten Fußballfans. Er hat eine schwierige Zeit hinter sich. Er ist ganz sicher noch nicht so weit, wie wir ihn vor vier, fünf Jahren lieben gelernt haben, wo er uns unterhalten hat, wo er entscheidende Tore geschossen hat. Aber ich sehe jetzt wieder die Ansätze, die er vielleicht vor sechs, acht Wochen noch nicht gehabt hat. Er traut sich wieder ins Dribbling. Er sucht die Zweikämpfe, er macht entscheidende Dinge, er gibt Vorlagen, er macht Tore. Er hat wieder diese Momente, die sein Kopf braucht, um wieder Selbstvertrauen zu bekommen, dass er an seinen Körper glaubt. Und das ist das Wichtigste für einen Spieler. Und ich glaube, oder ich sehe, dass das schon mal auf einen sehr, sehr guten Weg ist. Und wir wünschen ihnen alle, dass er bei der Weltmeisterschaft wieder in der Form ist, wie er mal vor seiner schweren Verletzung war. Und ich drücke Ihnen die Daumen, dass das alles funktioniert, weil mit Ihnen stehen die Chancen höher, Weltmeister zu werden. Vielleicht hat er es jetzt erst verstanden, dass es nicht gut war für die. Für das Innenverhältnis auch nicht gut nach außen bei den Fans, weil. Hat ein gutes Standing in Deutschland als Toptorjäger in der Bundesliga hinter Kane und statistisch gesehen der beste deutsche Nationalspieler. Spielt alles keine Rolle. Das ist alles in Ordnung. Dass Julian Nagelsmann andere Spieler vielleicht bevorzugt, weil er eben eine andere Idee des Fußballspiels hat wie Sebastian Hoeneß, das ist in Ordnung. Aber die Sätze, die er dazu gesagt hat, und auch einige Sätze in anderen Bereichen, die braucht er nicht sagen, die muss er für sich behalten. Kann? Ja. Ehrlich? Ehrlich sein zu sich selbst. Aber so was bringt Unruhe, bringt Diskussion. Und die will er ja eigentlich nicht. Die braucht er auch nicht in der Mannschaft. Die brauchen wir nicht im Umfeld, sondern wir wollen ja mit einer Begeisterung, mit einem, mit einer positiven Einstellung die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft sehen. Wir wollen sie auch positiv begleiten. Und dann stören natürlich solche Aussagen wie Julian Nagelsmann. Speziell diese Aussagen, die gegen Unterf getroffen worden sind.