Ein Tor versetzt Bagdad in den freudigen Ausnahmezustand. Tausende Iraker feiern auf den Straßen. Erstmals seit 40 Jahren sind die Löwen von Mesopotamien wieder bei einer WM dabei. Die Freude vereint das ganze Land. Sunniten, Schiiten. Das hier ist die schönste Art des Glücks. Ich bin vom Jubel der Fans wachgeworden. Ich habe zu meiner Mama gesagt Lass uns das Spiel schauen. Und dann haben wir gewonnen. Es ist ein Tag der Freude. Für den Irak geht es zur WM ohne Fans. Bei 2/3 Spielen das arabische Land, 1/5 Nationen, die unter der Einreisepolitik von US Präsident Trump leiden. Der Iran befindet sich seit Wochen im Krieg mit den USA. Ein generelles Einreiseverbot gilt ebenso für Menschen aus Haiti. Hinzu kommen für Fans aus dem Senegal und der Elfenbeinküste starke Einschränkungen. Touristenvisa soll es für Fans aus den westafrikanischen Ländern nicht geben. Solche Bilder werden wir in den USA wohl vermissen. Das Turnier hat viele Risiken für die Besucher. Es fühlt sich nicht wie eine Weltmeisterschaft an, 3/4 der Spiele finden in den USA statt. Doch im Land herrscht ein Klima der Angst. Proteste werden brutal unterdrückt. Die Fifa muss Maßnahmen ergreifen. Unklar bleibt, ob der Iran an der WM teilnimmt. Bei einem Test gegen Costa Rica in der Türkei zeigen Spieler Bilder von Kindern, die angeblich Opfer des Krieges sind. Ein Protest vor Augen von Fifa Präsident Infantino. Der hatte zuvor betont, dass es weiterhin keinen Plan B gebe, falls der Iran sich weigert, an der WM teilzunehmen. Alles findet so statt, wie es ausgelost wurde. Ich habe mit den Spielern und Trainern gesprochen. Alles ist gut. Eine WM, bei der die Vorfreude wohl in der Heimat bleibt. Immerhin lässt der Fußball in solchen Momenten den Krieg vergessen.