Ob im Biathlon, auf der Ski-Piste oder beim Eishockey: Die deutschen Athletinnen und Athleten erleben bei den Olympischen Winterspielen ein Fiasko. Gegenüber RTL/ntv und sport.de erklärt ein Experte, was dahinter steckt.
Die Tränen lassen sich trotz Brille kaum verstecken. Biathlonass Franziska Preuß braucht Trost und davon ganz viel. Auf Platz eins liegen geht sie zum Stehendschießen, trifft erst gut und dann gar nicht mehr. Trotz drei Nachladern bleibt am Ende eine schwarze Scheibe stehen. Strafrunde für Deutschland. Der Olympiadruck war womöglich zu groß. Natürlich ist es so, dass wenn ich kurz vor einem möglichen Erfolg stehe und ich habe das praktisch vor Augen, dass ich vielleicht eine Medaille schaffen kann, dass mich das auch von der eigentlichen Aufgabe ablenken kann. Und selbst wenn diese Gedanken nur im Hinterkopf irgendwo sind, können sie mich schon in meinem in meinem Lauf stören. Die deutschen Biathlonfrauen werden am Ende vierte und verpassen erneut die ersehnte Medaille. Eine herbe Enttäuschung gab es auch für Lena Dürr beim Slalom. Platz zwei nach dem ersten Lauf. Der entscheidende zweite Lauf endet dann aber bereits nach wenigen Sekunden. Der Fehler Direkt beim ersten Tor die Medaille weg. Man realisiert es gar nicht so, vor allem, wenn es dann so am ersten Tor passiert. Deswegen bin ich da oben noch gestanden und dann denkt man sich irgendwie, man kriegt noch einen Run, weil es gar nicht ankommt irgendwie im Hirn, dass es schon vorbei ist, bevor es überhaupt losgeht. So ergeht es auch den deutschen Eishockeymännern. Zwei zu sechs Pleite gegen die Slowakei im Viertelfinale sang und klanglos ausgeschieden. Auch hier enttäuschte hohe Erwartungen. Den Druck kann man nicht rausnehmen. Aber wir können den Athleten und Athletinnen helfen, mit diesem Druck umzugehen. Da müssen Menschen sein, die dann relevant werden. Wenn ich Angst habe zu verlieren, wenn ich halt möglicherweise Angst habe, Fehler zu machen. Und genau diese Menschen müssen jetzt nicht nur Franziska Preuß trösten und wieder aufbauen.