Ein Selfie zur Erinnerung an den Moment, in dem Alex Honold Geschichte schreibt. Er ist der erste Mensch, der völlig ungesichert das höchste Gebäude Taiwans und das derzeit höchste Bauwerk der Welt erklimmt. In anderthalb Stunden, nur mit der Kraft seiner Muskeln. Hunderte Fans und Schaulustige verfolgen das Spektakel im Gebäude und am Fuße des Hochhauses, Millionen weitere am Bildschirm. Dass die lebensgefährliche Aktion per Livestream in alle Welt übertragen wird, löst massive Kritik aus. Groß ist die Sorge, Jugendliche könnten zur Nachahmung animiert werden. Und was, wenn Honold abrutscht? Immerhin könnte jeder Fehler verheerende Folgen haben. Wieso setzen sich Menschen freiwillig solchen Gefahren aus? Adrenalin macht natürlich erst einmal gute Laune. Ist natürlich immer so an der Grenze der Angst. Auch. Macht auch ganz gute Gefühle, wenn man einen Schritt weiter und wieder weiter und wieder weiter. Das heißt, man kann es fast bezeichnen wie eine Sucht, die dabei entsteht. Zweieinhalb Monate lang hat Honold sich auf den Wolkenkratzer vorbereitet. Der zweifache Familienvater gilt als einer der besten Freikletterer der Welt, sorgt immer wieder mit spektakulären Aktionen für Aufsehen. Für die Besteigung des Taipeh eins soll der 40 Jahre alte Extremsportler eine sechsstellige Gage erhalten haben.