Oscar Piastri ist in der Formel 1 ganz klar der Mann der Stunde. Der erst 24-Jährige führt die WM-Wertung an und zeichnet sich durch eine eiskalt berechnende, aggressive und fehlerlose Fahrweise aus. Der ehemalige F1-Fahrer Johnny Herbert ist überzeugt: Das hinterlässt sogar bei Max Verstappen Spuren.
Wie Herbert im "Sky Sports"-Podcast "The F1 Show" erklärte, könne man deutlich sehen, dass sich Max Verstappen in den Duellen gegen Oscar Piastri anders verhalte als in Duellen gegen Lando Norris. Das stehe für ihn "außer Frage", sagte er ehemalige Formel-1-Pilot.
"Ich denke, er [Verstappen] weiß, dass Oscar Piastri mehr 'Streetfighter' in sich hat. Max weiß, dass er ein anderes Tier im Rückspiegel hat, wenn er Oscar sieht. Nicht viel anders als Lando. Aber einfach die Positionierung des Autos ... da ist eine Entschlossenheit bei allem, was er tut", lobte Herbert den jungen McLaren-Fahrer, der vier der ersten sechs Rennen der Saison gewann.
Piastri "eine ganz andere Hausnummer" als Norris
Gleichzeitig, so ergänzte Herbert, dürfe man Norris' Qualitäten im Rennen nicht kritisieren. "Aber ich habe absolut keine Zweifel, dass Max realisiert, dass Oscar eine andere Hausnummer im Kampf Reifen an Reifen ist", erklärte der "Sky Sports"-Experte.
Piastri sei nicht nur in der Lage, sein eigenes Auto zu fahren, sondern durch seine Fahrweise auch die Linie seiner Gegner entscheidend zu beeinflussen. Dies habe er in Miami im Zweikampf mit Verstappen gezeigt, meinte Herbert. Norris sei dagegen "nicht ganz so entschlossen, wenn es darum geht, das Auto beim Überholen zu platzieren".
Dass Piastri die Formel-1-WM nach sechs Rennen anführen würde, war nach dem ersten Rennen in Melbourne nicht zu erwarten. Dort leistete sich der Australier einen Fahrfehler und kam in der Folge nur auf Platz neun ins Ziel. Seitdem ist er allerdings der einzige Fahrer im Feld, der fünf Mal in Folge auf das Podest fuhr. Vier Mal stand er ganz oben, in Japan zudem auf Platz drei.


